Alternative zum Weihnachtsbaum Wegwerfen

Weihnachtsbaum Wegwerfen Entsorgen Verwerten
Konrad Weiss/shutterstock.com

Alternative zum Weihnachtsbaum Wegwerfen

Weihnachtsbaum kann noch als Frostschutz dienen

In vielen Haushalten steht der Weihnachtsbaum nur relativ kurze Zeit als festlicher Schmuck im Zimmer. Spätestens um den 6. Januar herum wird er meist schon wieder abgeschmückt und entsorgt. Zum direkten Weg in die Mülltonne oder auf den Sperrmüllplatz gibt jedoch einige sinnvolle Alternativen: Vor allem im Garten empfiehlt sich eine Zweitverwertung des Weihnachtsbaumes.

Schützende Abdeckung für Beete und Kompost

Reisig kann im Boden befindlichen Pflanzen Schutz gegen Frost und Eis bieten. Deshalb eignen sich die Zweige ausrangierter Weihnachtsbäume und Adventskränze besonders gut, um damit Beete oder auch den Komposthaufen abzudecken. Insbesondere für Stauden und austreibende Blumenzwiebeln ist ein solcher Schutz an kalten Wintertagen wichtig. Ein typisches klimatisches Phänomen kommt Gartenbesitzern dabei sehr gelegen: Weiße Weihnachten sind in weiten Teilen Mitteleuropas eher selten, weil über die Weihnachtsfeiertage meist noch eine relativ milde Westwetterlage das Klima bestimmt. In vielen Jahren sinken die Temperaturen erst Ende Dezember oder Anfang Januar deutlich ab, sodass der Weihnachtsbaum noch rechtzeitig zum Frostschutz umfunktioniert werden kann, wenn er in der Wohnung nicht mehr benötigt wird. Um die angestrebte Schutzwirkung auch wirklich zu erreichen, sollten die betreffenden Bereiche mit mehreren Lagen von abgeschnittenen Zweigen bedeckt werden.

Immergrüne Gehölze sind besonders frostgefährdet

Besonders frostgefährdet sind auch immergrüne Gehölze, so zum Beispiel Buchsbaum, Kirschlorbeer und Rhododendron. Über ihre Blätter geben sie auch während des Winters Wasser ab, können jedoch kein neues Wasser aufnehmen, wenn der Boden gefrorenen ist. Das kann dazu führen, dass diese Pflanzen bei Frostwetter schlicht vertrocknen. Umso wichtiger ist es, sie mit einem geeigneten Schutz, beispielsweise aus Nadelbaumzweigen, zu versehen. Über die Blätter gelegt, sorgen die Zweige tagsüber für etwas Schatten und verhindern einen zu starken Wasserverlust bei Sonne. Am Stamm und um diesen herum auf dem Boden abgelegt, können sie das Einfrieren des Bodens zumindest etwas verzögern oder abmildern. Um ein Verrutschen oder Verwehen der Zweige zu verhindern, können sie in den Boden gesteckt werden, – sofern dies rechtzeitig vor dem Kälteeinbruch geschieht und der Boden noch nicht vereist ist. Große Zweige lassen sich zudem gut als Basisschicht für neue Komposthaufen nutzen.

Unterschiede zwischen verschiedenen Nadelbaumarten berücksichtigen

Unabhängig vom Verwendungszweck der Zweige ist jedoch in jedem Fall zu beachten, dass ihre Eignung stark von der jeweiligen Baumart abhängt. So verlieren beispielsweise Fichten bereits nach wenigen Tagen in beheizten Räumen relativ schnell ihre Nadeln. Tannen und Kiefern dagegen verlieren ihre Nadeln nicht so schnell, insbesondere wenn ein Weihnachtsbaumständer mit Wasserschale verwendet wird. Ihren Zweige lassen sich daher besonders gut als Beetabdeckung nutzen.

Schutz für Vögel – Weihnachtsbaum erleichtert das Überwintern

Eine weitere Zweitverwendungsmöglichkeit für den Weihnachtsbaum ist die Nutzung als Winterunterkunft für Vögel, denen damit das Überwintern bei Frost- und Schneewetter erleichtert wird. Dazu wird der Baum nach dem Weihnachtsfeiertagen auf den Balkon oder auf die Terrasse gestellt. An die Zweige können Meisenknödel und ähnliches Vogelfutter gehängt werden

Vor der Zweitverwertung Weihnachtsdeko entfernen

Ganz gleich, für welchen Zweck der Weihnachtsbaum noch genutzt werden soll, das weihnachtliche Dekorationsmaterial muss zuvor in jedem Fall entfernt werden. Denn viele Bestandteile wie Plastik, aber auch Kerzenwachs, verrotten nicht oder nur sehr langsam. Kleine und übriggebliebene Zweige sollten idealer Weise geschreddert werden, um ihr Verrotten zu erleichtern. Kleine Stücke von maximal vier Zentimetern Länge können dann hervorragend als Mulch genutzt werden.

Weihnachtsbaum im Topf: schnelles Auspflanzen notwendig

Wer seinen Weihnachtsbaum von vornherein mit dem Ziel erworben hat, ihn später im Garten weiter wachsen zu lassen, sollte nicht allzu lange warten. So sollte ein Weihnachtsbaum im Top maximal zehn Tage in beheizten Räumen stehen und baldmöglichst ausgepflanzt werden. Zuvor empfiehlt es sich, den Baum langsam an die Außentemperaturen zu gewöhnen, um einen abrupten Temperaturwechsel zu vermeiden. Dazu wird er zwischenzeitlich in einen unbeheizten Raum, etwa eine Garage, einen Keller oder ein Gartenhaus, gestellt. Wichtig ist, dass der Boden beim Auspflanzen des Weihnachtsbaumes noch frostfrei ist, sodass dieser gut anwurzeln kann. Die Erfahrung zeigt, dass es dabei zwischen den verschiedenen Bäumen einige Unterschiede gibt. Die als Weihnachtsbaum besonders beliebten Nordmanntannen eignen sich weniger gut zum Auspflanzen, weil sie nur Pfahlwurzel bilden, die bei der Entnahme des Wurzelballens aus der Erde oft stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Gute Chancen bestehen dagegen bei jenen Bäumen, die bereits während der Aufzucht mehrmals verpflanzt worden sind.

Entsorgung im Wald ist tabu

Auch wenn es auf den ersten Blick nahe liegen mag, den nicht mehr benötigten Weihnachtsbaum wieder zurück in den Wald zu bringen, ist diese Lösung tabu. Generell dürfen im Wald keine Abfälle entsorgt werden – auch dann nicht, wenn das Material ursprünglich von dort stammt oder wenn es sich um sogenannte Grünabfälle handelt. Wer den einschlägigen Vorschriften zuwiderhandelt, riskiert beträchtliche Bußgelder.

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