Ratgeber Holzmöbelpflege

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Haushaltsmittel Tipps und Tricks

Möbel aus Holz lassen eine Wohnung gleichzeitig natürlich und rustikal wirken. Das Problem ist allerdings, dass Massivholzmöbel wesentlich empfindlicher sind, als man auf den ersten Blick glauben mag. Staub, Wasser und andere äußere Einflüsse können diesen robusten Werkstoff enorm strapazieren. Eine Schicht Lack, ein Ölfilm oder Wachs lassen Holz mehr oder weniger empfindlich reagieren. Holzmöbel verlieren mit der Zeit ihren neu wirkenden Glanz. Unschöne Kratzer und Flecken fallen einem sofort ins Auge und vorbei ist es mit der schönen Massivholz-Optik. Das muss aber nicht sein. Denn mit den folgenden Pflegetipps, lassen sich Flecken, Kratzer und Dellen der Möbel ausgleichen.

Zur alltäglichen Reinigung der Holzmöbel reicht ein trockenes Tuch vollkommen aus, um den Staub sanft zu entfernen. Mit der Zeit verliert dennoch die Oberfläche ihren Glanz und ihre Farbe. Daher empfiehlt es sich zeitweise einen leicht feuchten Lappen, der frei von Fusseln ist, zum Abwischen zu verwenden. Es sollten keine feuchten Rückstände auf dem Holz verbleiben, weswegen ein trockenes Tuch verwendet werden sollte. Dennoch reicht das nicht aus, um Dellen und Kratzer zu beseitigen.

Viele Polituren sind für Massivholz ungeeignet

Meistens werden für die Möbelpflege herkömmliche Polituren verwendet. Diese erreichen meist auch eine schnelle optische Wirkung. Es gibt jedoch namhafte Restauratoren, wie z.B. der Berliner Restaurator Manfred Sturm-Larondelle, die dringend dazu raten sich mit den Inhaltsstoffen von Polituren vor der Verwendung vertraut zu machen. So rät er dringend davon ab Polituren zu verwenden, die Silikonöle oder Mineralölderivate enthalten. Einmal in das Holz eingedrungen, lassen sie sich nicht mehr entfernen. Wertvolle Stücke, insbesondere Antiquitäten, könnten dadurch nicht nur an Wert verlieren, die Oberfläche lässt sich dann auch nicht mehr restaurieren. Daher lautet die dringende Empfehlung wertvolle und kostbare Möbel nur mit einem individuell auf die Möbel abgestimmten Pflegemittel zu säubern.

Sogar die Bremer Umweltberatung warnt ausdrücklich vor Polituren, da sie die Möbel nur vorrübergehend gut aussehen lassen. Auf Dauer verwendet bilden die Polituren eine schmierige, klebrige Schicht – wie ein Ölfilm -auf der Oberfläche, die Staub anzieht. Daher empfiehlt es sich ein trockenes und weiches Tuch oder einen Pinsel zur Reinigung zur verwenden. Auch sehr gut eignet sich der weiche Bürstenaufsatz eines Staubsaugers.

Starker Schmutz auf Massivholz lässt sich mit Neutralseife bekämpfen

Die Initiative Pro Massivholz rät größere Verschmutzungen mit Neutralseife zu bekämpfen. Verwenden sollte man dazu einen weichen Schwamm und eine kleine Menge Wasser. Zunächst wird beides gleichmäßig eingerieben, dann die Seife abgewischt und anschließend das Holz trocken gerieben. Mikrofasertücher sind zum Staubwischen ungeeignet, da die raue Oberflächenstruktur der Tücher feinste Kratzer hinterlassen kann.

Öle und Wachse eignen sich zum Aufpolieren der Holzmöbel

Die Initative Pro Massivholz rät außerdem, dass wenn bereits eine Vorbehandlung der Holzoberfläche mit Wachs oder Öl stattgefunden hat, das Möbelstück daraufhin mit einem Vlies zu glätten bzw. abzureiben. Anschließend lässt sich die Oberfläche wieder mit Öl oder Wachsbalsam auffrischen. Bitte beachten Sie beim Kauf von Pflegemitteln unbedingt die Herstellerangaben. Die Pflegemittel sollten für diese Zwecke geeignet sein. Nur unzureichend beschriebene Produkte enthalten häufig aggressive Lösungsmittel, die das Holz und deren Versiegelung unmittelbar angreifen. Darüber hinaus mangelt es an sogenannten Füllstoffen, die der Holzoberfläche einen schützenden Film an Dichte und Qualität geben.

Öl, Wachs oder Lack: Was eignet sich wann am besten?

Öl dringt tief in Holz ein und schützt so die Oberfläche permanent vor Feuchte und Schmutz. Mit Öl behandeltes Holz lässt sich dennoch gut abwischen und das Wichtigste ist: es bleibt diffusionsoffen. Das bedeutet, dass das Holz weiter atmen kann und die Poren nicht verschlossen werden. Überschüssige Feuchtigkeit wird so der Luft entzogen und bei Trockenheit wieder abgegeben. Die natürliche Struktur des Holzes kommt durch das Öl kräftiger und intensiver zur Geltung. Dies nennt man in Fachkreisen auch “anfeuern”.

Öle für Holzmöbel verwenden

Bei der Verwendung von Ölen sollte man genauer hinschauen. So sind zwar Salatöle ökologisch vollkommen unbedenklich, aber sie werden mit der Zeit ranzig und “trocknen” nicht aus. In einem Fachhandel hingegen erhalten Sie mit speziellen Substanzen versetzte Öle, die aushärten. Für die guten Möbelstücke im eigenen Haushalt ist das eine ganz wichtige Eigenschaft. Dagegen eignen sich Lebensmittelöle, wie Sonnenblumen-, Oliven-, Raps- oder Walnussöle hervorragend für die Behandlung von Gebrauchsgegenständen, wie Frühstücksbrettchen oder Kochlöffel, die wir beinahe täglich benutzen. Dadurch, dass diese Gegenstände häufig genutzt und regelmäßig mit Wasser gespült werden, bleibt der negative Effekt aus.

Lack wirkt schön glatt und ist undurchlässig

Lack bildet einen verschlossenen Film auf der Oberfläche, der das Holz vor Wasser schützt. Mit Lack ist es möglich ein feines und glattes Finish zu bekommen. Die mit Lack behandelte Oberfläche ist widerstandsfähig und hält vergleichsweise stärkeren Strapazen, z.B. durch andere Gegenstände, stand. Auch die Reinigung ist um einiges leichter gegenüber mit Öl oder Wachs behandeltem Holz. Auf glattem Lack kann Schmutz oder Staub schließlich nicht gut anhaften. Durch den Lack erhält man eine sehr schöne Optik, da Maserung und Farbe des Holzes hervorgehoben werden und so intensiv leuchten.

Hitzeflecken auf dunklen Möbelstücken

Ein zu heißer Topf oder eine zu heiße Kaffeekanne führt auf einer dunkel lasierten oder gewachsten Oberfläche zu einem hellen Fleck. Dieser lässt sich mit herkömmlichen Putzmitteln nur ganz schwer entfernen. Aber so merkwürdig es sich anhören mag: Mit Hitze lässt sich der Fleck wieder entfernen. Dafür eignet sich z.B. die Benutzung eines Föns. Schon wenige Minuten in kurzer Distanz reichen aus, um den Fleck verschwinden zu lassen.

Wachs härtet aus und erscheint in seidenem Glanz

Wachs zieht oberflächlich in das Holz ein gegenüber dem sich nur auf der Oberfläche befindendem Lack und Öl, welches tiefer in das Holz eindringt. Sobald Wachs aufgetragen wurde, wird es kurze Zeit später fest und härtet aus. Die Optik erscheint in seidenem Glanz, wobei Farbe und Struktur des Holzes weniger betont werden. Eine abschließende Behandlung des Möbelstücks mit einer Bürste bewirkt, dass die Wachsschicht sich verfestigt und in einem gleichmäßigen Glanz erscheint.

In der Sonne bleichen Holzmöbel aus

UV-Strahlung bewirkt, dass Holz nachdunkelt. Utensilien wie Vasen oder Kerzenleuchter lassen die Farbe des Holzes häufig viel heller erscheinen gegenüber der umliegenden Fläche des Möbelstücks. Werden nun lediglich einzelne Stellen behandelt oder geschliffen, so erhält man die Optik eines Flickenteppichs. Neben der gezielten Ausbesserung einzelner Schadstellen, ist es daher notwendig die gesamte Oberfläche zu schleifen oder anderweitig zu behandeln.

Bei lackierten Flächen ist Vorsicht geboten

Das nassfeuchte Abwischen von fein lackierten Oberflächen sollte unbedingt vermieden werden, auch wenn geölte oder gewachste Möbel dies besser vertragen. Andernfalls droht eine Wasserfleckenbildung, die nicht besonders schön aussieht. Auch sollte auf die üblichen Reinigungsmittel aus dem Haushalt verzichtet werden, da diese sehr häufig Partikel enthalten, die zum Scheuern im Haushalt geeignet sind, aber bei Holz zu Kratzern führen. Unsere Holzpflegetipps, rund um die Verwendung von Ölen, Lack oder Wachs, lassen Ihre Holzmöbel wieder wie neu aussehen.

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