Fußbodenheizung – Vorteile und Nachteile

Muellek Josef

Fußbodenheizung – Vorteile und Nachteile

Immer mehr Bauherren entscheiden sich beim Neubau für eine sogenannte Flächenheizung. Dabei steht die Fußbodenheizung an erster Stelle, gefolgt von Wand- oder Deckenheizung.

Der wichtigste Vorzug bei einer Flächenheizung sind die Betriebskosten. Im Vergleich zu einer herkömmlichen Heizung kann der Bauherr ein Zehntel der anfallenden Heizkosten einsparen. Oberflächlich gesehen sprechen mehr Argumente für eine Fußbodenheizung – doch erst bei genauerem Hinsehen wird deutlich, ob das tatsächlich der Fall ist.

Gemäß dem Bundesverband für Flächenheizung und Flächenkühlungen fallen die Kosten für eine Fußbodenheizung nicht notwendigerweise höher aus als für eine Radiatorenheizung. Der Endpreis für den Material- und Arbeitseinsatz hält sich die Waage.

Der Bauherr sollte sich Erkundigungen einholen bezüglich anfallender Mehrkosten.

Es kann vorkommen, dass der Einbau etwas höhere Kosten aufweist, doch beim Neubau spielt das keine große Rolle (Zentralverband Sanitär Heizung Klima). Fußbodenheizungen benötigen etwas mehr Dämmung und dementsprechend höher fällt die Rechnung dafür aus. Dafür fallen bei der Radiatorheizung Kosten für den Estrich an. Insofern ist der Unterschied beim Preis nicht besonders gravierend.

Fehler vermeiden beim Einbau der Fußbodenheizung

In der Regel haben die Rohre, die bei der Fußbodenheizung zum Einsatz kommen eine Lebensdauer bis zu 50 Jahren. Aufgrund des geringen Drucks und den niedrigen Temperaturen haben diese Kunststoffrohre eine längere Haltbarkeit, als ursprünglich angenommen. Besonders wichtig dabei ist, dass Sauerstoff nicht hineingelangen kann. Die Folge der minderwertigen Qualität wäre dann nach kurzer Zeit eine Verschlammung der Kunststoffrohre. Die Reparatur kann sehr teuer werden. Die Wahl des Materials sollte sich nicht an der unteren Grenze der Preise befinden. Sollten die Rohre ausgetauscht werden müssen, dann liegen die Kosten hierfür um ein deutliches höher als bei der Radiatorheizung.

Unsichtbare Fußbodenheizung

Unsichtbare Fußbodenheizung

Die Fußbodenheizung befindet sich unter dem Fußboden, das können Fliesen oder Teppiche sein und sind somit unsichtbar. Bei dieser Art von Heizung sind Fenster, die die gesamte Raumhöhe umfassen besonders geeignet.

Selbstverständlich entfällt die übliche Reinigung der Heizkörper bei einer Fußbodenheizung. Dennoch ist dies bei den meisten nicht der ausschlaggebende Punkt. Und wird dementsprechend auch nicht als störend empfunden. Ein kleiner Prozentsatz der Befragten hätte gerne kleinere Heizkörper in der Wohnung.

Die Heizung kann sogar als dekorativer Aspekt in das Wohnraumambiente eingesetzt werden. Infrarotheizungen bieten sehr viel künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten.

Gleichstand der Heizungssysteme bei der Installation

Für den Kessel benötigt die klassische Heizung recht viel Raum, wo hingegen die Installation deutlich einfacher ist.

Das Einsetzen einer Fußbodenheizung in einem Neubau erfolgt nach einem simplen System. Als erste Schicht wird eine Wärme- und Trittschalldämmung erstellt, daraufhin werden die Kunststoffrohre der Fußbodenheizung verlegt. Zum Schluss wird der Estrich angebracht.

Nachträglicher Einbau einer Fußbodenheizung relativ kompliziert

Wer seinen Altbau auf eine Fußbodenheizung umrüsten möchte, kann dies tun, allerdings mit sehr großem Aufwand. Einer der größten Schwierigkeiten stellt die Bodenerhöhung dar. Hier werden mehrere Zentimeter für die Leitungen benötigt. Die einzige Möglichkeit ist, die notwendigen Kanäle in den Boden zu fräsen. Eine Wandheizung kann eine hervorragende Alternative in solch einem Fall sein.

Auf jeden Fall sollte jeder abwägen, ob sich eine nachträgliche Fußbodenheizung im Vergleich zu dem Aufwand lohnt. Sicherlich können Altbauten teilweise schwerer die Wohlfehltemperatur der Bewohner erreichen, dennoch der Aufwand für die Umrüstung sollte in jedem Fall bedacht werden.

Bevor es mit dem Verlegen der Fußbodenheizung überhaupt losgeht, sollte die Art des Fußbodenbelags geklärt sein. Denn manche Beläge erfordern spezielle Fußbodenheizungen. Das sind Beispielsweise Holz- und Korkbeläge.

Grundsätzlich sollte eine Fußbodenheizung in gut gedämmten Räumen eingesetzt werden, sonst kann es zu Wärmeverlusten kommen. Dieser Fakt kann bei manchen Altbauten nicht gewährleistet werden. Gemäß der Energiesparverordnung, kann sich die Wärme nur dann voll ausbreiten, wenn den Energieanforderungen entsprochen wird.

Die Heizung benötigt deutlich mehr Brennstoff, um eine entsprechende Vorlauftemperatur zu erreichen. Von Energieeffizienz kann dann nicht mehr die Rede sein. Doch es gibt immer auch individuelle Lösungen, wenn der Wunsch nach einer Fußbodenheizung besteht.

Ein Mix nicht empfehlenswert!

Experten raten davon ab, die Heizungssysteme miteinander zu mischen. Also zu der Fußbodenheizung auch noch zusätzlich eine Radiatorenheizung zu installieren. Denn dabei entsteht nicht die gewünschte Effizienz. Die Raumtemperatur lässt sich dann nicht wunschgemäß regeln und es kann zu Hitzestaus kommen und ein unangenehmes Raumklima entsteht.

Wer auf die Kombination beider Heizungsarten nicht verzichten möchte, der sollte es wenigstens etagenweise mixen.

Sparsame Fußbodenheizung – zehn Prozent weniger Kosten

In der Regel sind Fußbodenheizungen effizienter als Heizkörper und somit günstiger bei den Betriebskosten. Bei modernen Neubauten, die mit Wärmepumpen oder Solarkollektoren betrieben werden, ist die Fußbodenheizung die erste Wahl. Denn hier reichen bereits niedrige Temperaturen aus. Um genügend Wärme für die Räume zu erzeugen, genügt eine Vorlauftemperatur um die 30 Grad. Um den gleichen Effekt mit Heizkörpern zu erzeugen, wird eine Vorlauftemperatur zwischen 50 und 60 Grad benötigt. Das liegt an der geringeren Oberfläche der Radiatorenheizung.

Folge dessen bietet die Fußbodenheizung zwei weitere Vorteile: einerseits ökologisch und andererseits preisgünstiger. Grundsätzlich kann man sagen, dass bei dieser Heizweise 10 Prozent an Betriebskosten eingespart werden können.

Außerdem kommt das angenehme Wärmeklima bei der Flächenheizung dazu. Die thermische Behaglichkeit ist bei der Fußbodenheizung deutlich wahrnehmbar. Es kann sogar sein, dass es zwei Grad Celsius kühler im Raum ist und dennoch ist die Behaglichkeit die gleiche.

Ein weiterer Punkt, der für die Fußbodenheizung spricht, ist die Raum-Luft-Strömung. Diese ist bei der Fußbodenheizung deutlich besser, denn die warme Luft strömt viel gleichmäßiger nach oben. Bei der Radiatorenheizung hingegen sind die Luftbewegungen nicht so einheitlich.

Welche Nachteile gibt es bei der Fußbodenheizung?

Wenn es schnell gehen soll, ist die Radiatorenheizung klar im Vorteil. Der einzelne Heizkörper kann viel schneller reagieren. Es wird relativ schnell warm.

Die Fußbodenheizung braucht aufgrund der Fläche viel länger um den Raum zu erwärmen. Das heißt, dieses Heizungssystem ist relativ träge. Die Wärme muss sich erst durch mehrere Schichten nach oben schaffen.

Allerdings sind die Heizungsbauer sehr bestrebt, die Nachteile aus dem Weg zu räumen. Die Heizungen der neuen Generation sind mit einem Selbstregulierungseffekt ausgestattet. Wenn die Raumtemperatur infolge starker Sonneneinstrahlung von außen aufgeheizt wird, dann senkt die intelligente Heizung die Wärmeabgabe selbstständig. Das funktioniert auch umgekehrt. Wenn es draußen richtig kalt wird, erhöht das Heizungssystem die Leistung.