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Balkon Solaranlage mit Stecker (Balkonkraftwerk) – Planung

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Balkon Solaranlage mit Stecker (Balkonkraftwerk)

Photovoltaik: Was bei der Planung einer Solaranlage wichtig ist

Durch Stecker-Solarganlagen haben Sie auch als Wohnungseigentümer und Mieter die Möglichkeit, eigene Sonnenstrom zu gewinnen. Nachfolgend erfahren Sie, worauf dabei zu achten ist.

Erst mal das Wichtigste zusammengefasst:

  • Man kann auch auf der Terrasse oder auf dem Balkon selbst Solarstrom produzieren und dann im Haushalt verbrauchen.
  • Stecker-Solarganlagen erzeugen für den Eigenbedarf Strom. Allerdings sollten sie nicht zur Netzeinspeisung eingesetzt werden.
  • Die Balkon-Modulsysteme gelten als sicher. Langfristig betrachtet lohnen sie sich ebenso finanziell.
  • Ein paar Anforderungen und Regelungen sind noch unnötig kompliziert. Jedoch sollten Sie sich nicht davon abschrecken lassen.

Um was es bei einer Balkon Solaranlage (Balkonkraftwerk) geht und wie es funktioniert

Haben Sie eine Terrasse oder einen Balkon? Dann ist es Ihnen dort möglich, eigenen Strom zu erzeugen und ein aktiver Teil der Energiewende zu werden, nämlich durch ein Stecker-Solargerät.

Häufig bezeichnet man diese kleinen Photovoltaiksysteme auch als Balkonmodule, Plug & Play-Solaranlage oder Mini-Solaranlagen, da zum Beispiel deren Montage an der Balkonbrüstung erfolgen kann. Jedoch ist es dabei keine Anlage im technischen Sinn, sondern eher ein Haushaltsgerät, das Strom gewinnt.

Was ein eine Balkon Solaranlage mit Stecker kann

Das Solarmodul produziert elektrischen Strom aus Sonnenlicht. Diesen wandelt ein Wechselrichter in Haushaltsstrom um. Die Energie wird unmittelbar mit einem Stromkreis verbunden, der in der Wohnung vorhanden ist. Das heißt, Sie stecken dazu einfach einen Stecker in eine verfügbare Steckdose.

Aus dem Stecker-Solargerät fließt der Strom zum Beispiel in die Steckdose an dem Balkon. Von dort gelangt er zu Waschmaschine, Kühlschrank und Fernseher, welche in der Wohnung an anderen Steckdosen eingestöpselt sind.

Der Stromzähler dreht sich dabei langsamer. Wenn der Strom aus dem Balkon nicht zum Betreiben der Haushaltsgeräte ausreicht, fließt einfach Energie von einem Versorger aus dem Netz hinzu. Es ist wichtig, dass über einen gemeinsamen Zähler alle Stromkreise abgerechnet werden.

Die Solargeräte erzeugen ohne Netzanschluss keinen Strom. Stattdessen können Sie im Schrebergarten oder beim Camping sogenannte Inselsysteme mit der Batterie und der anderen Art von Wechselrichter verwenden.

Oft bestehen Stecker-Solargeräte aus ein oder zwei Standard-Solarmodulen und einem Wechselrichter. Es hängt von der Ausstattung ab, ob noch weitere Bauteile dazukommen.

Aufbau einer  Balkon Solaranlage mit Stecker

Solarmodule

Die Standard-Module haben eine Größe von etwa einen Meter Mal 1,7 Meter und weisen ein Gewicht von ungefähr 20 Kilogramm auf. Sie liefern eine Nennleistung zwischen 280 und 350 Watt. Zudem werden Solarmodule ohne Glasfront oder im kleineren Format angeboten, welche für eine einfachere Installation am Balkon beispielsweise ideal sind.

Wechselrichter

Der Wechselrichter verfügt über die Elektronik, welche den Gleichstrom, den das entsprechende Solarmodul aus dem Sonnenlicht gewinnt, so in Wechselstrom umwandelt, damit der produzierte Strom unmittelbar in das Stromnetz des Gebäudes fließen und von den verfügbaren Haushaltsgeräten verwendet werden kann. Er erfüllt alle Anforderungen in Bezug auf Technik und Sicherheit, welche ebenso größere Geräte einhalten müssen. Dieser Modulwechselrichter eignet sich üblicherweise zum Einsatz im Außenbereich.

Anschluss an die Stromversorgung

Mit einer Steckverbindung erhält man über ein Kabel Strom. Im Normalfall ist ein fester Anschluss nicht vorgesehen, sodass das Stecker-Solargerät immer ein- oder ausgesteckt und woanders genutzt werden kann, ohne eine Elektroinstallationsfirma beauftragen zu müssen. Welcher Steckverbinder sich für den Anschluss eignet, entnimmt man am besten den Angaben des Herstellers. Prinzipiell besteht die Möglichkeit, auf die speziellen Stecker Typ Wieland oder die Schukostecker zurückzugreifen, welche in Haushalten üblich sind.

Befestigung des Solarmoduls

Bei der Installation des Solarmoduls ist besondere Sorgfalt geboten. Sowohl der Anbringungsort als auch das Befestigungsmaterial müssen hier passen. Selbst dazu sollten Sie in der Bedienungsanleitung Hinweise finden. Viele Firmen verkaufen ebenso fertige Montagesets. Es ist hier insbesondere ganz entscheidend, dass das Solarmodul weder aufgrund des eigenen Gewichts herabfallen noch durch Wind beschädigt werden kann.

Monitoring

Damit man sieht, ob das Stecker-Solargerät tatsächlich so funktioniert, wie es entsprechend soll und wie viel Strom liefert, wird zu einer passenden Messeinrichtung geraten. Für einige Wechselrichter gibt es zusätzliche Geräte, welche diese Funktion übernehmen. Ansonsten ist es auch möglich, Steckdosen-Messgeräte oder abrufbare Mess-Sensoren per Bluetooth oder WLAN zu nutzen.

Batteriespeicher

Im Stecker-Solargerät wird der Solarstrom nicht gespeichert, sondern in das Wohnungsstromnetz eingespeist und unmittelbar verbraucht. Immer wieder haben einzelne Hersteller kleine Batteriespeicher im Programm. Bislang gibt es jedoch noch keine Produkte, welche als finanziell attraktiv gelten. Daher können wir sie nicht empfehlen

Der Unterschied des Stecker-Solargeräts zu einer Photovoltaikanlage

Im Vergleich zu Photovoltaikanlagen können die viel kleineren Stecker-Solargeräte dafür verwendet werden, dass Privatleute sie selbst montieren, anschließen und unmittelbar nutzen. Auch das Anmelden beim Netzbetreiber und Marktstammdatenregister dürfen Sie selbst durchführen. Die Mini-Solaranlagen können ebenso einfach entfernt und woanders weiter betrieben werden. Sie weisen eine Nennleistung von maximal 600 Watt auf.

Photovoltaikanlagen auf Privathäusern haben hingegen eine Leistung von drei bis 20 Kilowatt. Sie setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen, deren Montage und Wartung durch einen Fachbetrieb vorzunehmen ist, welcher auch die erforderlichen technischen Anmeldungen und Anfragen beim örtlichen Netzbetreiber durchführt. Für den permanenten Betrieb lässt sich die Photovoltaikanlage fest anbringen. Sie kann lediglich mit großem Aufwand und an ein weiteres Gebäude versetzt werden.

Für welche Wohnung sich ein Stecker-Solargerät eignet

Prinzipiell ist ein Stecker-Solargerät ideal für Wohnungen mit

  • einer Terrasse oder
  • einem Balkon oder
  • einer Dachfläche vor dem Fenster beziehungsweise über der Wohnung oder
  • einer Außenwandfläche, die zur Sonne ausgerichtet ist.

Im Vergleich zu einer Photovoltaikanlage gilt ein Stecker-Solargerät als viel preiswerter und deswegen auch für Geringverdienende als finanzierbar. Sie können ein Stecker-Solargerät ebenso in den Garten stellen. Beim Umzug ist es möglich, das Gerät einfach mitzunehmen.

Die Sicherheit bei Stecker-Solargeräten

Grundsätzlich gelten die Geräte als besonders sicher. Mittlerweile sind schon mehrere Hunderttausend dieser Systeme in Deutschland und darüber hinaus in Betrieb. Bislang wurde kein einziger Fall von verletzten Personen oder Sachschäden bekannt.

Das hat damit zu tun, dass die eingesetzte Technik ausgereift und die Komponenten ebenso in professionell angebrachten Photovoltaikanlagen Verwendung finden. Es dürfen lediglich normgemäß produzierte und geprüfte Bauteile zum Einsatz kommen.

Stecker-Solargeräte sind dann sicher, wenn die eingesetzten Modulwechselrichter die Erwartungen erfüllen, welche man auch an Wechselrichter für gewöhnliche Photovoltaikanlagen stellt. Außerdem sieht die Installationsnorm vor, dass die Eignung des Stromkreises zum Einspeisen von Solarstrom von einer Elektrofachkraft geprüft wird.

Insbesondere ist es wichtig, an einen Stromkreis beziehungsweise an einer Steckdose stets nur ein einziges Stecker-Solargerät (einen Modulwechselrichter) anzuschließen. Riskant wäre die Kopplung von mehreren Geräten durch eine Mehrfachsteckdose.

Aktuell wird noch eine Produktnorm entwickelt, nach welcher eine Prüfung und Zertifizierung der Geräte erfolgt. Daran sind neben dem DIN-Verbraucherrat auch die Verbraucherzentrale beteiligt. Bis die Veröffentlichung dieser Produktnorm stattfindet, ist es möglich, sich beim Kauf beispielsweise am Sicherheitsstandard zu orientieren, welchen die DGS (Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie) veröffentlicht hat.

Zudem sollten Sie auf die Hinweise zum Anschluss sowie zum Einsatz achten, welche die Hersteller dem Gerät beifügen. Von ihnen ist es auch wichtig zu erfahren, wie sie am vorgesehenen Anbringungsort sowohl das Solarmodul als auch den Wechselrichter sicher befestigen.

Wie groß Stecker-Solargeräte sind und welche Größe zu mir passt

Stecker-Solargeräte sind Solarmodule mit einer Leistung von bis zu 600 Watt und einem Wechselrichter, welche sich an einen Stromkreis anschließen lassen.

Das können ein bis zwei Standard-Solarmodule (im Format ein Mal 1,70 Meter) der aktuellen Bauart sein, welche typischerweise etwa eine Nennleistung zwischen 280 und 350 Watt aufweisen. In den folgenden Jahren wird sich bei den Standardmodulen die elektrische Leistung durch weitere Optimierungen auf ungefähr 400 Watt erhöhen.

Als Alternative bieten sich ebenso kleinformatigere, leichtere Solarmodule an, welche sich unter anderem an Balkonbrüstungen einfacher installieren lassen. Diese verfügen über eine Leistung zwischen 50 und 150 Watt. Es ist möglich, zwei bis vier von ihnen an einen Modulwechselrichter anzuschließen.

Noch ein Tipp: Wollen Sie eine Netzeinspeisung vermeiden und möglichst viel Sonnenstrom selbst nutzen, raten wir zu einer Leistung zwischen 200 und 400 Watt. Wenn Sie jedoch mehr Solarstrom gewinnen und wahrscheinlich sogar die Einspeisevergütung beanspruchen möchten, kommen ebenso 600 Watt für Sie infrage.

Grundsätzlich können Stecker-Photovoltaik-Systeme auch höhere Leistungen produzieren und einspeisen. Jedoch ist spätestens dann eine Elektrofachkraft erforderlich, welche beim Stromanschluss alle technischen Voraussetzungen prüft und beim Netzbetreiber das Gerät anmeldet. Unserer Sicht nach geht es dann eher um eine PV-Anlage als um ein Haushaltsgerät, das Strom erzeugt, so wie es auf das Stecker-Solargerät zutrifft.

Der Montageaufwand, welcher bei einer Photovoltaikanlage höher ist, rentiert sich finanziell jedoch oft erst bei viel größeren Anlagenleistungen von mindestens drei Kilowatt.

Was eine Balkon Solaranlage bringt oder ob es sich für mich lohnt

Durch ein Stecker-Solargerät leisten Sie Ihren persönlichen Beitrag zur Energiewende. Im Normalfall erzeugen die Mini-Solarsysteme ausreichend Strom, um bei einem Haushalt einen beträchtlichen Teil der Grundlast sowie der Mittagsspitze zu decken.

Schätzwerte nach Standort und Ausrichtung

Süddach

Ein Jahresertrag von etwa 260 Kilowatt gilt als realistisch.

Südbalkon

Hier sollte der Jahresertrag ungefähr 200 Kilowatt  erreichen, wenn an der Balkonbrüstung das Modul senkrecht montiert ist. Er erhöht sich auf bis zu 250 Kilowatt. Es hängt davon ab, in welchem Winkel die Ausrichtung des Moduls erfolgt.

Terrasse

Der Jahresertrag kann 130 bis 200 Kilowatt betragen. Es kommt ganz besonders darauf an, wie sehr Objekte in direkter Nähe, wie etwa Häuser, Büsche oder Bäume Schatten auf das entsprechende Modul werfen.

Westbalkon oder Ostbalkon

150 Kilowatt pro Stunde bringt hier der Jahresertrag. Er kann durch die Schrägstellung des Moduls gesteigert werden.

Nordbalkon

Bei diesem liegt der Ertrag deutlich unter 100 Kilowatt pro Jahr. Daher rentiert sich ein Modul an der Stelle kaum.

Wenn ein Standard-Solarmodul mit einer Leistung von 300 Watt an einem Südbalkon verschattungsfrei installiert wurde, liefert es jährlich ungefähr 200 Kilowatt pro Stunde Strom. Dadurch verringert sich Ihr Energiebezug circa um dieselbe Menge, wie Sie im Haushalt den Strom unmittelbar verbrauchen können.

Diese Menge an Strom entspricht ungefähr dem Jahresverbrauch einer Waschmaschine und eines Kühlschranks in einem Zwei-Personen-Haushalt. Bei dem durchschnittlichen Strompreis in Höhe von 27 Cent ergibt sich eine jährliche Ersparnis von etwa 54 Euro.

Das Stecker-Solargerät mit einem Standard-Modul kostet circa zwischen 350 und 500 Euro. In sechs bis neun amortisiert sich also Ihre Anschaffung. Dabei können Solarmodule mehr als 20 Jahre Strom gewinnen.

Jedoch verringern sie nicht nur Ihre Stromrechnung. Diese tun ebenso der Umwelt etwas Gutes: Das Mini-Solarsystem spart ungefähr 2,5 Tonnen an CO2-Ausstoß in 20 Jahren.

Allerdings hängt der Ertrag dieses Geräts und damit seine Wirtschaftlichkeit von unterschiedlichen Aspekten ab. Dazu zählen der Kaufpreis, die Ausrichtung des Moduls sowie möglichst wenig Verschattung.

Sehr sinnvoll ist das senkrechte Installieren außen an einer Balkonbrüstung, welche nach Südwest bis Südost verschattungsfrei ausgerichtet ist. Im Sommer reduziert die senkrechte Anordnung die nicht einsetzbaren Erzeugungsspitzen und steigert dafür die nutzbaren Erträge im Winterhalbjahr.

Als unpassende Anbringungsorte gelten:

  • in der Balkonnische hinter der Balkonbrüstung,
  • an der Wandseite unter dem Balkon der darauf folgenden Etage,
  • Plätze mit Verschattung, etwa durch Laternenmasten, Bäume oder Häuser.

Aufgrund einer permanenten, auch lediglich teilweisen Verschmutzung oder Verschattung können Ertragsminderungen vorkommen, welche eine viel stärkere Auswirkung haben als bei einer Photovoltaikanlage. Deswegen sollten Sie Ihr Modul in regelmäßigen Abständen kontrollieren und von Verschmutzungen befreien.

Die Förderung für Balkon Solaranlage

Die Anzahl der Regionalverbände, einzelnen Bundesländer und Kommunen nimmt zu, die Stecker-Solargeräte durch Zuschüsse fördern. Zudem unterstützen Stromversorger und Netzbetreiber diese Anwendung immer mehr, indem sie eine vereinfachte Anmeldung anbieten und die Nutzung keinesfalls behindern oder solche System gar aktiv bewerben.

Selbst die EEG-Einspeisevergütung, die für Photovoltaikanlagen gedacht ist, können genutzt werden. Dazu sind die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen (siehe ebenso nächster Punkt). Sie sollten prüfen, ob es sich für Sie rentiert: Wenn das Stecker-Solargerät etwa 500 Kilowattstunden Strom pro Jahr gewinnt und davon 150 Kilowatt pro Stunde ins Netz fließen, erhalten Sie ungefähr elf Euro Einspeisevergütung. In 20 Jahren macht das mindestens 200 Euro.

Wo ein Balkon Solaranlage anzumelden ist

In ihrer Niederspannungsrichtlinie hat die EU kleine Erzeuger, die eine Leistung bis 800 Watt aufweisen, als nicht regelungsbedürftig eingestuft, da sie keinesfalls systemrelevant seien. Trotz allem möchten die Netzbetreiber in Deutschland, dass jede Erzeugungsanlage in Unabhängigkeit von ihrer Leistung bei diesen gemeldet werden.

Sie haben diese Forderung in die entsprechende Verordnung (Anwendungsregel VDE-AR-N 4105) hineingeschrieben. Dabei ist für Erzeuger bis zu 600 Watt, (wozu nach unserer Definition ebenso Stecker-Solargeräte gehören), ein vereinfachtes Formular vorgesehen.

Immerhin muss nicht unbedingt dieses Formular eine Elektrofachkraft ausfüllen. Bei der Nutzung eines Stecker-Solargeräts können Sie das auch selbst tun.

Die meisten Netzbetreiber stellen auf ihrer Webseite die vereinfachten Formulare zur Verfügung. Einige versenden diese auf Anfrage. Manche bieten sogar eine besonders bequeme Anmeldung online an. Von der DGS (Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie) wurde dafür ein verbraucherfreundlicher Musterbrief erstellt.

Sie müssen der Anmeldung ein Datenblatt des genutzten Wechselrichters beifügen, aus welchem hervorgeht, dass das Stecker-Solargerät die notwendigen Voraussetzungen zum Netzanschluss erfüllt. Dabei geht es um eine Konformitätserklärung.

Manche Hersteller von Balkonmodulen bieten bei der Anmeldung Hilfestellung.

Obwohl es strittig ist, ob es bei den Stecker-Solargeräten um Anlagen geht, zumindest wenn diese Systeme keinesfalls fest angeschlossen, sondern wie die Haushaltsgeräte mit dem Stromkreis über einen Stecker verbunden sind, fordert ebenso die Bundesnetzagentur eine entsprechende Anmeldung im Marktstammdatenregister.

Noch ein Tipp: Wenn Sie bei einem Netzbetreiber oder der Bundesnetzagentur ein Stecker-Solargerät anmelden, können Sie damit rechnen, dass auch die andere Institution von der Anmeldung erfährt. Man sollte dann also bei beiden Anmeldungen vorzunehmen.

Die Anmeldungen haben für Verbraucher keine Vorteile, außer es geht um Folgendes: Um nach dem EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) eine Einspeisevergütung zu erhalten, sind die entsprechenden Anmeldungen unbedingt notwendig. Erfolgt im Marktstammdatenregister keine Anmeldung, kann ein Bußgeld drohen.

Noch ein Hinweis: Wenn Sie bereits auf dem Dach eine PV-Anlage haben, deren Strom zum Teil im Haushalt verbraucht wird, gilt das Stecker-Solargerät lediglich als eine Erweiterung dieser vorhandenen und schon angemeldeten Anlage. Selbst der erforderliche Zähler ist dann bereits verfügbar. Diese Erweiterung müssen Sie nicht nur dem Netzbetreiber, sondern auch dem Marktstammdatenregister melden.

Wann der Austausch des neuen Zählers notwendig ist

Selbst wenn Stecker-Solargeräte nicht für die Netzeinspeisung, sondern für den eigenen Verbrauch gedacht sind, kann Strom in das Netz fließen. Das stellt technisch kein Problem dar. Erlaubt ist es ebenso, einen Wechselrichter zu nutzen, welcher der Norm entspricht.

Es kann durch das Stecker-Solargerät vorkommen, dass alte Stromzähler mit mechanischen Drehscheiben wie den Ferraris-Zähler rückwärts laufen. Diese Zähler verfügen nämlich nicht über eine Rücklaufsperre. Als grundzuständiger Messstellenbetreiber tauscht der Netzbetreiber in dem Fall den alten Zähler in einem aktuellen elektronischen um, welcher auch als moderne Messeinrichtung (mME) bezeichnet wird. Das ist so im Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) geregelt.

Diese Zähler sind in zwei Ausführungen erhältlich: Einrichtungszähler messen weiterhin lediglich den Strombezug. Wenn Strom in das Netz fließt, zählen sie nicht rückwärts. Bei dieser Zählervariante erfolgt keine Messung der (niedrigen) Überschusseinspeisung.

Als zweite Möglichkeit gibt es den Zweirichtungszähler. Technisch geht es um dieselben Zähler. Jedoch sind diese so programmiert, dass sie die beiden Zählrichtungen, nämlich den Strombezug aus dem Versorgungsnetz und die Rückspeisung in das Netz separat erfassen und anzeigen. Derartige Zähler kommen ebenso bei Photovoltaikanlagen mit Überschusseinspeisung zum Einsatz.

Der Gesetzgeber sieht im Laufe der nächsten Jahre vor, dass jeder Zähler deutschlandweit im Rahmen des Smart-Meter-Rollouts aufgrund solcher modernen Messeinrichtungen ersetzt werden.

Wenn Ihr Netzbetreiber den herkömmlichen Zähler aus- und stattdessen dann eine moderne Messeinrichtung einbaut, darf er hierfür keinerlei Kosten in Rechnung stellen. Das Messstellenbetriebsgesetz schreibt nämlich vor, dass die Gebühren für das Ein- und Ausbauen der Zähler in dem jährlichen Messpreis schon enthalten sein müssen. Beim Anmelden eines Stecker-Solargeräts erklären sich die meisten Netzbetreiber bereit, auf die Rechnung für den entsprechenden Zähler zu verzichten.

Die jährlichen Messgebühren können sich aufgrund des eventuell vorgezogenen Pflichteinbaus der modernen Messeinrichtung bereits jetzt ein bisschen erhöhen, von aktuell zwölf auf 16 bis höchstens 20 Euro.

Letzteres ist ebenso die gesetzliche Kostenobergrenze und in Zukunft Standard. Sie sollten darauf achten, dass Ihr gewählter Grundversorger oder Stromlieferant die Messkosten für den Strombezug im Rahmen des Grundpreises nicht doppelt berechnet.

Auf was beim Kauf einer Balkon Solaranlage zu achten ist

In Einzelfällen verkaufen Unternehmen Geräte etwa mit offenen Kabelenden, die keinen Anschlussstecker enthalten. Hier sollen die Kunden den Stecker wohl selbst montieren.

Aufgrund dessen übertragen die Hersteller die Verantwortung für das Fertigstellen des entsprechenden Produkts auf die Käufer. Jedoch darf das lediglich eine Elektrofachkraft durchführen, nicht allerdings jemand ohne Fachkenntnisse.

Beim Kauf empfehlen wir darauf zu achten, dass die herstellenden Betriebe den DGS-Sicherheitsstandard (neu: DGS 0001:2019-10) für das Stecker-Solargerät einhalten.

Sie können Mini-Solarsysteme bei dem örtlichen Photovoltaik-Fachhandel erwerben. Jedoch gibt es viele Angebote im spezialisierten Onlinehandel.

Mittlerweile sind ebenso bei Discountern oder Elektronikmärkten die ersten Angebote zu finden. Allerdings gelten sie oft als viel kostspieliger im Vergleich zu den Fachhandelsangeboten. Dort gibt es eher eine begrenzte Beratung und Auswahl.

Wenn alle Voraussetzungen gegeben sind, können Sie selbst das Gerät einstöpseln. In manchen Orten helfen auch Selbstbauworkshops, welche zum Beispiel von regionalen Energiegenossenschaften oder weiteren Initiativen vorgenommen werden und Personen aus der Nachbarschaft, welche mit Stecker-Solargeräten schon eigene Erfahrungen gesammelt haben.

Wie ich erkennen kann, ob das Balkon Solaranlage funktioniert und welche Leistung es bringt

Solarmodule oder Modulwechselrichter zeigen die Funktionstüchtigkeit oder die aktuelle Leistung nicht unmittelbar an. Manchmal verfügen die Wechselrichter über eine LED, welche durch das Leuchten oder Blinken bestimmte Betriebszustände signalisiert. Jedoch genügt das nicht, um klar zu erkennen, ob das entsprechende Gerät ordnungsgemäß läuft und was für Leistung es erbringt.

Einige Wechselrichter enthalten eine Leistungsmessung, welche Sie durch ein externes Zusatzgerät auslesen und speichern können. Unter Umständen funktioniert das ebenso mit einer Internetanbindung an ein Onlineportal, ähnlich wie bei den Photovoltaikanlagen (Monitoring).

Erfolgt der Anschluss über den Schukostecker in einer Steckdose, falls dieser für das erworbene Gerät gestattet ist, können Sie ein herkömmliches Strommessgerät benutzen. Sie stecken zum Beispiel solch ein Gerät zwischen Kühlschrank und Steckdose, damit der Stromverbrauch ermittelt werden kann.

An vielen dieser Geräte lassen sich jedoch ebenso in der umgekehrten Richtung Messungen vornehmen. So sind sie auch als Erzeugungszähler geeignet.

Nach demselben Prinzip funktionieren die sogenannten intelligenten Steckdosen, welche per WLAN von einem Router oder von Smart-Home-Lösungen geschaltet werden und häufig ebenso eine Energiemessung enthalten. Bisher sind für den Anschluss nicht nur Strommessgeräte, sondern ebenso intelligente Steckdosen über diesen sogenannten Wieland-Spezialstecker nicht verfügbar. Sie können in dem Fall in die Steckdose eine kleine Elektronik einbauen lassen, damit die Daten erfasst werden. Diese Elektronik misst auch den Stromfluss. Sie schickt ihn über WLAN oder Bluetooth an das Smartphone oder an den Internetrouter.

Haben Solarmodule und Wechselrichter ausgedient, ist es möglich, diese zum Entsorgen und Wiederverwerten bei der Verkaufsstelle oder dem örtlichen Recyclinghof abzugeben.

Checkliste: Mit jedem Schritt zum Stecker-Solargerät

  1. Passen die lokalen Gegebenheiten für den Anschluss des Stecker-Solargeräts?
  2. Sind der Installationsort, der Stromkreis und die Steckdose auf dem neuesten Stand?
  3. Haben die Eigentumsgemeinschaft oder der Vermieter ihr Einverständnis erteilt?
  4. Haben Sie das richtige Angebot gefunden, welches sämtlichen Anforderungen entspricht? (Technik, Preis-Leistungs-Verhältnis, Installation und Anschluss, DGS-Sicherheitsstandard/zukünftig Gerätenorm)
  5. Ist zum Checken der Leistung an das Monitoring gedacht worden?
  6. Haben Sie eine örtliche Selbstbaugruppe oder Fachleute an der Hand, welche Sie bei Zweifel fragen können?
  7. Gibt es noch Klärungsbedarf bei der Anmeldung und dem möglicherweise notwendigen Zählertausch?

Quelle: Verbraucherzentrale 

 

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Jan Oliver Frickehttps://www.ratgeber-haus-garten.com
Als Herausgeber des Online Magazine Haus & Garten ist es mir eine Freude, die Leser über Interessante Themen zu informieren und meine Erfahrungen zu teilen.

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