Kratzbeere (Rubus caesius): Die vergessene Wildbrombeere, die fast überall gedeiht und besser schmeckt, als ihr Ruf vermuten lässt

Kratzbeere (Rubus caesius): Die vergessene Wildbrombeere, die fast überall gedeiht und besser schmeckt, als ihr Ruf vermuten lässt

Wer im Spätsommer an Feldrändern, Gräben oder Flussufern entlanggeht, stolpert früher oder später über sie: eine niedrige, stachelige Ranke, die sich flach über den Boden schiebt und dabei kleine, blauschwarze Beeren mit einem feinen, fast puderigen Schimmer trägt. Viele halten sie für eine kümmerliche Brombeere, andere verfluchen sie als lästiges Unkraut, das sich an den Hosenbeinen festhakt. Dabei steckt hinter der Kratzbeere eine eigenständige heimische Wildfrucht mit überraschend aromatischen Früchten und erstaunlicher Anpassungsfähigkeit.

Die naheliegende Frage für Gartenbesitzer lautet: Lohnt sich diese Wildbeere im eigenen Garten? Und wenn ja, wie lässt sie sich so kultivieren, dass sie Früchte liefert, ohne gleich das halbe Beet zu erobern? Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Standort, einer klaren Begrenzung und etwas Schnittwissen wird die Kratzbeere zu einem pflegeleichten und dankbaren Gartenbewohner.

Was ist die Kratzbeere?

Die Kratzbeere (Rubus caesius) gehört zur Familie der Rosengewächse und ist eng mit Brombeere und Himbeere verwandt. Sie ist in weiten Teilen Europas heimisch und wird regional auch Bereifte Brombeere, Ackerbrombeere oder Blaue Brombeere genannt. In der Natur besiedelt sie Auwälder, Ufer, Gräben, Ackerränder und Wegsäume, also Standorte mit gut versorgten, eher feuchten Böden.

Typische Merkmale

Anders als die meisten Brombeeren wächst die Kratzbeere nicht als aufrechter, meterhoher Strauch, sondern kriechend bis niederliegend. Ihre dünnen, runden Triebe sind bläulich bereift und mit feinen, nadelartigen Stacheln besetzt, die zwar wenig auffallen, aber zuverlässig kratzen. Daher stammt auch der Name. Berühren die Triebspitzen den Boden, bilden sie Wurzeln und bringen neue Pflanzen hervor. Zusätzlich breitet sich die Kratzbeere über unterirdische Ausläufer aus.

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Die Blätter sind meist dreizählig, die weißen Blüten erscheinen von Mai bis in den Spätsommer. Das auffälligste Merkmal sind die Früchte: Sie bestehen aus nur wenigen, dafür vergleichsweise großen Teilfrüchten und tragen einen hellblauen Wachsreif, ähnlich wie Pflaumen oder Heidelbeeren.

So unterscheiden Sie Kratzbeere und Brombeere

Wer sicher bestimmen möchte, achtet auf drei Punkte. Die Brombeere hat meist fünfzählige Blätter, kräftige, kantige Triebe und Früchte aus vielen kleinen, glänzend schwarzen Teilfrüchten. Die Kratzbeere dagegen zeigt dreizählige Blätter, dünne, bereifte Triebe und lockere Früchte mit wenigen Einzelbeeren unter einem bläulichen Schleier. Da beide Arten miteinander bastardieren, kommen in der Natur auch Zwischenformen vor. Giftige Doppelgänger gibt es unter den Rubus-Arten jedoch nicht.

Ökologisch ist die Kratzbeere ein echter Gewinn. Ihre lange Blütezeit versorgt Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen, die Früchte sind beliebtes Vogelfutter, und das dichte Rankengeflecht bietet Igeln, Eidechsen und Bodenbrütern Deckung.

Standort und Boden

Die Kratzbeere ist erfreulich anspruchslos, was das Licht angeht. Sie gedeiht in voller Sonne ebenso wie im lichten Halbschatten. Für eine reiche Ernte und gut ausgereifte, aromatische Früchte ist ein sonniger bis halbschattiger Platz jedoch ideal.

Beim Boden zeigt sie klare Vorlieben: Er sollte frisch bis feucht, humos, nährstoffreich und gern kalkhaltig sein. Lehmige Böden, die andere Beerensträucher wegen Staunässe oder schwerer Struktur meiden, nimmt sie oft problemlos an. Gerade darin liegt ihr Reiz: An Teichrändern, feuchten Senken, Grabenkanten oder Böschungen, an denen Heidelbeeren verkümmern und Johannisbeeren kränkeln, fühlt sich die Kratzbeere zu Hause. Sehr trockene, magere Sandböden sind dagegen weniger geeignet und sollten mit Kompost verbessert werden.

Kultur im Topf

Wer die Ausbreitung von vornherein ausschließen möchte oder nur Balkon und Terrasse zur Verfügung hat, kann die Kratzbeere gut im Kübel halten.

Gefäß und Substrat

Wählen Sie ein Gefäß mit mindestens 20 bis 30 Litern Volumen, besser etwas breiter als hoch, damit die Ranken Platz finden. Ein Abzugsloch ist Pflicht, eine Drainageschicht aus Blähton beugt Staunässe vor. Als Substrat eignet sich hochwertige Kübelpflanzen- oder Gartenerde, gemischt mit etwas reifem Kompost. Torffreie Erden halten Feuchtigkeit gut und sind die nachhaltigere Wahl.

Rankhilfe und Wasser

Damit die Triebe nicht über den Topfrand auf den Boden wachsen und dort einwurzeln, empfiehlt sich ein kleines Rankgitter, ein Obelisk oder einfache Spanndrähte. Die Kratzbeere lässt sich daran locker hochleiten. Im Kübel benötigt sie deutlich mehr Wasser als im Beet: An warmen Sommertagen ist tägliches Gießen oft notwendig, denn Trockenheit quittiert sie mit kleinen, harten Früchten.

Aussaat

Die Anzucht aus Samen ist möglich, verlangt aber Geduld. Die Samen der Kratzbeere sind Kaltkeimer mit harter Schale. Sie benötigen eine Kälteperiode, um ihre Keimhemmung zu überwinden.

Am einfachsten säen Sie im Herbst direkt in Töpfe mit Aussaaterde, die Sie über den Winter draußen an einem geschützten Ort stehen lassen. Alternativ werden die Samen in feuchtem Sand vier bis acht Wochen im Kühlschrank stratifiziert und anschließend im zeitigen Frühjahr ausgesät. Rechnen Sie damit, dass die Keimung unregelmäßig verläuft und sich über Monate hinziehen kann. Manche Samen keimen erst im zweiten Jahr. Wer schneller zu Früchten kommen möchte, greift besser zu vorgezogenen Pflanzen aus der Wildstaudengärtnerei oder vermehrt vegetativ.

Pflanzung und Pflege

Die besten Pflanzzeiten sind das Frühjahr und der Herbst bei frostfreiem, feuchtem Boden. Containerpflanzen können theoretisch die ganze Saison über gesetzt werden, solange sie anschließend ausreichend gegossen werden.

Pflanzabstand und Wurzelsperre

Planen Sie pro Pflanze etwa einen Meter Abstand ein, als Bodendecker genügen auch 60 bis 80 Zentimeter. Entscheidend ist die Begrenzung: Graben Sie rund um die Pflanzfläche eine Wurzelsperre aus stabiler Folie oder Rasenkante etwa 30 bis 40 Zentimeter tief ein. Sie bremst die unterirdischen Ausläufer zuverlässig.

Gießen, Mulchen, Düngen

Im Beet kommt die Kratzbeere nach dem Anwachsen weitgehend mit natürlichen Niederschlägen aus. Nur in längeren Trockenphasen und während der Fruchtbildung sollten Sie durchdringend wässern. Eine Mulchschicht aus Laub, Rasenschnitt oder Rindenhumus hält den Boden feucht und unterdrückt Beikräuter. Bei der Düngung gilt: weniger ist mehr. Eine Gabe Kompost im Frühjahr reicht völlig. Zu viel Stickstoff fördert zwar üppige Ranken, aber kaum Früchte und macht die Pflanzen anfälliger für Pilzkrankheiten.

Erziehung und Schnitt

Wie bei der Brombeere sind die Triebe der Kratzbeere in der Regel zweijährig. Im ersten Jahr wachsen die Ruten heran, im zweiten Jahr tragen sie Blüten und Früchte und sterben anschließend ab.

Abgetragene Triebe entfernen

Nach der Ernte oder spätestens im zeitigen Frühjahr schneiden Sie alle abgetragenen Ruten bodennah ab. Sie erkennen sie an der verholzten, oft graubraunen Rinde und den Resten der Fruchtstände. Gleichzeitig lichten Sie schwache, zu dicht stehende Jungtriebe aus. Das verbessert die Durchlüftung und beugt Pilzbefall vor.

Leiten oder kriechen lassen

Sie haben zwei Möglichkeiten: Entweder lassen Sie die Kratzbeere als Bodendecker frei wachsen und halten sie nur an den Rändern im Zaum. Oder Sie leiten die Ranken an einem niedrigen Spalier oder Drahtgerüst. Die zweite Variante erleichtert die Ernte erheblich, hält die Früchte sauber und verhindert, dass Triebspitzen unkontrolliert einwurzeln. Tragen Sie beim Schnitt unbedingt feste Handschuhe und lange Ärmel.

Ernte und Verwertung

Die Erntezeit beginnt je nach Witterung im Juli und reicht oft bis in den Oktober. Da die Früchte nach und nach reifen, lohnt sich ein regelmäßiger Erntegang.

Reife erkennen

Reife Kratzbeeren sind tief blauschwarz unter ihrem bläulichen Reif, fühlen sich weich an und lösen sich bei leichtem Zug vom Fruchtboden. Rötliche Beeren sind noch unreif und schmecken deutlich sauer. Der Geschmack reifer Früchte ist frisch-säuerlich mit einem würzigen Brombeeraroma. Da sie sehr druckempfindlich sind, ernten Sie am besten in flache Schalen und verarbeiten sie rasch.

Ideen für die Küche

Frisch genascht, über Joghurt oder Müsli schmecken Kratzbeeren hervorragend. Ihr hoher Säuregehalt macht sie zudem ideal für Marmelade und Gelee, die durch den Reif und die dunkle Farbe ein intensives Violett erhalten. Aus größeren Mengen lässt sich Saft oder Sirup kochen, angesetzt in Korn oder Wodka entsteht ein aromatischer Beerenlikör. Auch auf Streuselkuchen, in Crumbles oder als Kompott zu Grießbrei machen sie eine gute Figur. Die jungen Blätter können im Frühjahr gesammelt, getrocknet oder fermentiert und wie Brombeerblätter als milder Haustee verwendet werden.

Überwinterung

Im Gartenboden ist die Kratzbeere als heimische Wildart vollkommen winterhart und benötigt keinen Schutz. Selbst strenge Fröste übersteht sie ohne Probleme.

Anders sieht es im Kübel aus, denn dort kann der Wurzelballen durchfrieren. Stellen Sie den Topf an eine geschützte Hauswand, auf eine Holz- oder Styroporplatte und umwickeln Sie ihn mit Jute oder Vlies. Unterschätzt wird oft die Frosttrocknis: Scheint im Winter die Sonne auf die Pflanze, während der Boden gefroren ist, verdunstet Wasser, das nicht nachgeliefert werden kann. Gießen Sie Kübelpflanzen deshalb an frostfreien Tagen mäßig und beschatten Sie sie bei starker Wintersonne.

Vermehrung

Kaum eine Gartenpflanze vermehrt sich so bereitwillig wie die Kratzbeere. Am einfachsten gelingt das über Absenker: Biegen Sie im Sommer einen langen Trieb zum Boden, fixieren Sie ihn mit einem Drahtbügel und bedecken Sie die Stelle mit etwas Erde. Bis zum Herbst haben sich Wurzeln gebildet, und die Jungpflanze kann abgetrennt werden.

Noch bequemer ist es, bereits bewurzelte Triebspitzen zu nutzen, die sich von selbst gebildet haben. Auch Ausläufer lassen sich im Frühjahr oder Herbst mit dem Spaten abstechen und neu einpflanzen. Stecklinge aus halbverholzten Trieben bewurzeln im Sommer in einem Gemisch aus Sand und Anzuchterde ebenfalls zuverlässig.

Krankheiten und Schädlinge

Grundsätzlich ist die Kratzbeere robust. Probleme treten vor allem bei zu dichtem Stand, Staunässe oder Überdüngung auf.

Pilzkrankheiten

Brombeerrost zeigt sich durch gelbe Flecken auf der Blattoberseite und orangefarbene Sporenlager auf der Unterseite. Befallene Blätter sollten Sie entfernen und im Hausmüll entsorgen. Bei der Rutenkrankheit entstehen violette bis braune Flecken an den Trieben, die später aufreißen und absterben. Hier hilft nur der Rückschnitt bis ins gesunde Holz. Grauschimmel befällt bei feuchtem Wetter die Früchte mit grauem Pilzrasen. Vorbeugend wirken ein luftiger Stand, regelmäßiges Auslichten und Gießen direkt auf den Boden statt über die Blätter.

Tierische Schädlinge

Die Brombeermilbe verursacht Früchte, die teilweise rot und hart bleiben und nicht ausreifen. Ein gründlicher Rückschnitt im Winter und das Entfernen befallener Fruchtstände reduzieren die Population. Der Himbeerkäfer legt seine Eier in die Blüten, die Larven fressen anschließend in den Früchten. Schütteln Sie die Käfer zur Blütezeit morgens auf ein Tuch ab und lockern Sie nach der Ernte den Boden, in dem sich die Larven verpuppen.

Tipps & Tricks

Ihre Wuchsfreude macht die Kratzbeere zu einem ausgezeichneten Bodendecker für schwierige Flächen. An Böschungen und Hängen festigen ihre Wurzeln und Ranken den Boden und schützen ihn vor Erosion, eine sinnvolle Alternative zu pflegeintensivem Rasen.

Im Naturgarten passt sie wunderbar in eine Wildobsthecke, an den Rand eines Teiches oder unter lichte Gehölze. Gute Partner sind Wildrosen, Schlehe, Holunder und heimische Stauden wie Wasserdost oder Mädesüß, die ähnliche Bodenverhältnisse schätzen.

Wer die Ausbreitung fürchtet, kombiniert drei Maßnahmen: Wurzelsperre, regelmäßiges Abstechen der Randausläufer und das Hochbinden der Ranken. So bleibt die Pflanze dort, wo sie hingehört.

Möchten Sie Kratzbeeren in der Natur sammeln, meiden Sie Stellen direkt an stark befahrenen Straßen und intensiv gespritzten Ackerflächen. Ernten Sie nur, was Sie verwerten können, und lassen Sie genug für die Vögel übrig. Waschen Sie wild gesammelte Früchte vor dem Verzehr gründlich.

Fazit: Eine Wildbeere mit unterschätztem Potenzial

Die Kratzbeere ist ideal für alle, die einen naturnahen Garten pflegen, feuchte oder schwierige Ecken sinnvoll begrünen möchten oder schlicht Lust auf eine ungewöhnliche, aromatische Beere haben. Auch Balkongärtner kommen mit einem ausreichend großen Kübel auf ihre Kosten. Entscheidend für den Erfolg sind ein frischer, nährstoffreicher Boden, eine konsequente Begrenzung der Ausbreitung und der jährliche Schnitt der abgetragenen Ruten. Wer diese drei Punkte beachtet, wird mit einer pflegeleichten Pflanze belohnt, die Insekten nährt, Vögeln Futter bietet und Jahr für Jahr Früchte für Marmelade, Saft und Kuchen liefert.

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Kratzbeere Pflanze

Wer nicht monatelang auf keimende Samen warten möchte, startet am besten mit einer vorgezogenen Jungpflanze. Achten Sie beim Kauf auf den botanischen Namen Rubus caesius, damit Sie keine Kulturbrombeere erhalten. Wildstaudengärtnereien bieten oft gebietsheimische Herkünfte an, die besonders robust sind.

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Wurzelsperre

Eine stabile Wurzelsperre ist der wichtigste Schutz gegen unkontrollierte Ausbreitung. Wählen Sie eine Bahn mit mindestens 40 Zentimetern Höhe und einer Materialstärke ab 1 Millimeter. Die Enden sollten sich großzügig überlappen und mit einer Klemmschiene verbunden werden, damit keine Ausläufer durch Lücken schlüpfen.

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Stichfeste Gartenhandschuhe

Die feinen Stacheln der Kratzbeere dringen mühelos durch dünne Stoffhandschuhe. Für Schnitt und Ernte eignen sich Handschuhe aus Leder oder mit stichfester Beschichtung, idealerweise mit verlängerter Stulpe, die auch die Unterarme schützt.

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Gartenschere

Für den jährlichen Rutenschnitt ist eine scharfe Bypass-Schere die beste Wahl, weil sie glatte Schnitte erzeugt, die schnell verheilen. Modelle mit schmalem Schneidkopf erleichtern die Arbeit im dichten Rankengeflecht. Reinigen Sie die Klingen nach dem Entfernen kranker Triebe mit Alkohol.

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Großer Pflanzkübel

Für die Kultur auf Balkon und Terrasse braucht die Kratzbeere ein ausreichend großes Gefäß. Ein frostfester Kübel mit 30 bis 40 Litern Volumen und Abzugsloch bietet genug Platz für die Wurzeln. Leichte Kunststoffkübel lassen sich im Winter einfacher an eine geschützte Stelle rücken.

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Rankgitter

Ein Rankgitter oder Obelisk hält die Triebe im Kübel vom Boden fern und erleichtert die Ernte. Auch im Beet lohnt sich ein niedriges Spalier, an dem die Ranken locker angebunden werden. Verzinktes Metall oder witterungsbeständiges Holz sind langlebige Materialien.

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Ein organischer Beerendünger versorgt die Pflanze sanft und gleichmäßig, ohne das Rankenwachstum übermäßig anzutreiben. Er wird im Frühjahr oberflächlich eingearbeitet. Auf gut versorgten Böden genügt die Hälfte der empfohlenen Menge.

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Marmeladengläser

Wer Kratzbeeren zu Marmelade, Gelee oder Sirup verarbeitet, braucht passende Gläser mit dicht schließendem Twist-off-Deckel. Kleine Gläser mit 125 bis 250 Millilitern eignen sich gut, da selbstgemachte Wildfruchtkonfitüre nach dem Öffnen zügig verbraucht werden sollte. Gläser und Deckel vor dem Befüllen heiß ausspülen.

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Häufige Leserfragen zur Kratzbeere

Sind Kratzbeeren essbar und schmecken sie wie Brombeeren?

Ja, die Früchte sind essbar und vollkommen ungiftig. Geschmacklich erinnern sie an Brombeeren, sind aber deutlich säuerlicher und würziger. Durch die wenigen, großen Teilfrüchte wirken sie saftiger, enthalten im Verhältnis aber mehr Kerne. Wer sie roh zu sauer findet, kombiniert sie mit süßen Früchten wie Birnen oder Äpfeln oder verarbeitet sie zu Gelee.

Wie verhindere ich, dass sich die Kratzbeere im Garten ausbreitet?

Am wirksamsten ist eine Wurzelsperre, die 30 bis 40 Zentimeter tief rund um die Pflanzfläche eingegraben wird. Zusätzlich sollten Sie Triebe, die über den vorgesehenen Bereich hinauswachsen, regelmäßig kürzen, bevor ihre Spitzen einwurzeln. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, kultiviert die Kratzbeere im Kübel und leitet die Ranken an einem Gitter nach oben.

Wann ist die beste Erntezeit für Kratzbeeren?

Die Hauptreife liegt zwischen Juli und September, an günstigen Standorten tragen die Pflanzen bis in den Oktober. Reife Früchte sind tief blauschwarz, weich und lösen sich leicht vom Fruchtboden. Ernten Sie am besten am Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist, und verarbeiten Sie die empfindlichen Beeren noch am selben Tag.

Wächst die Kratzbeere auch im Schatten?

Im lichten Halbschatten gedeiht sie gut, in tiefem Schatten bildet sie zwar Ranken und Blätter, aber nur wenige Blüten und Früchte. Wer die Kratzbeere vorrangig als Bodendecker unter Gehölzen nutzt, kann mit einem schattigeren Platz leben. Für eine lohnende Ernte sollte sie mindestens vier bis fünf Stunden Sonne am Tag erhalten.

Kann ich Kratzbeeren auf dem Balkon anbauen?

Ja, ein Kübel mit mindestens 20 bis 30 Litern Volumen, guter Drainage und nährstoffreicher Erde reicht aus. Wichtig sind eine Rankhilfe und regelmäßiges Gießen, denn im Topf trocknet das Substrat schnell aus. Im Winter schützen Sie den Kübel mit Vlies oder Jute und stellen ihn auf eine isolierende Unterlage.

Warum bleiben manche Früchte rot und hart?

Meist steckt die Brombeermilbe dahinter. Die winzigen Spinnentiere saugen an den Teilfrüchten und verhindern deren Ausreifung. Entfernen Sie befallene Fruchtstände konsequent und schneiden Sie im Winter alle abgetragenen Ruten heraus, da die Milben dort überwintern. Seltener sind Trockenheit während der Fruchtbildung oder Nährstoffmangel die Ursache.

Wie unterscheide ich die Kratzbeere sicher von der Brombeere?

Achten Sie auf drei Merkmale: Die Kratzbeere hat überwiegend dreizählige Blätter, dünne, bläulich bereifte Triebe und Früchte aus wenigen großen Einzelbeeren mit hellblauem Wachsreif. Die Brombeere besitzt dagegen meist fünfzählige Blätter, kräftige, kantige Ruten und glänzend schwarze Früchte aus vielen kleinen Teilfrüchten. Da beide Arten Mischformen bilden, ist die Kombination der Merkmale entscheidend.

Brauchen Kratzbeeren Dünger?

Nur wenig. Eine Gabe reifer Kompost oder ein organischer Beerendünger im Frühjahr genügt völlig. Auf nährstoffreichen Lehmböden kann sogar ganz darauf verzichtet werden. Zu viel Stickstoff führt zu üppigem Rankenwachstum, schwächt aber die Fruchtbildung und macht die Pflanzen anfälliger für Rost und Grauschimmel.

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Jan Oliver Fricke
Als Herausgeber des Online-Magazins Haus & Garten beschäftige ich mich mit großer Leidenschaft mit den Themen Wohnen, Garten, Heimwerken, Modernisierung und Immobilien. Mein Ziel ist es, Leserinnen und Lesern praxisnahe Tipps, hilfreiche Ratgeber und interessante Hintergrundinformationen für Haus, Wohnung und Garten bereitzustellen. Dabei fließen sowohl eigene Erfahrungen als auch aktuelle Entwicklungen, bewährte Lösungen und Expertenwissen in meine Beiträge ein. Ob Gartengestaltung, Renovierung, Energieeinsparung, Wohnen oder alltägliche Herausforderungen rund um Haus und Grundstück – ich möchte komplexe Themen verständlich aufbereiten und konkrete Hilfestellungen für die praktische Umsetzung geben. Für meine Recherchen nutze ich neben klassischen Fachquellen und Expertenmeinungen auch moderne digitale Recherchemethoden sowie künstliche Intelligenz als unterstützendes Werkzeug zur Analyse und Aufbereitung von Informationen. Die redaktionelle Prüfung und inhaltliche Verantwortung liegen dabei stets bei mir persönlich. Mein Anspruch ist es, Leserinnen und Lesern nützliche Informationen mit echtem Mehrwert zu bieten und sie bei ihren Projekten rund um Haus und Garten kompetent zu begleiten.

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