Instandhaltungsrücklagen für Hauseigentümer

Instandhaltungsrücklagen für Hauseigentümer
Instandhaltungsrücklagen für Hauseigentümer

Hauseigentümer zahlen ja bekanntlich keine Miete. Dennoch können auch sie in eine finanzielle Notlage rutschen. Denn unerwartete Reparaturkosten sind manchmal sehr hoch. Daher empfehlen Experten grundsätzlich, dass Hauseigentümer eine Instandhaltungsrücklage bilden sollten. Denn im Gegenteil zu Eigentümergemeinschaften in Mehrfamilienhäusern sind alleinige Hauseigentümer nicht per Gesetz verpflichtet, solche Rücklagen für Renovierungen, Sanierungen oder Modernisierungen zu bilden. So sehen viele Hauseigentümer auch nicht die Notwendigkeit, Instandhaltungsrücklagen anzulegen. Diese Ansicht kann jedoch schnell nach hinten losgehen.

Eva Reinhold-Postina, Sprecherin beim Verband privater Bauherren (VPB) empfiehlt daher stellvertretend für den gesamten Verbad, folgende Faustformel für die Instandhaltungsrücklage anzuwenden: Pro Quadratmeter Wohnfläche sollte man einen Euro monatlich zurücklegen. Zum gleichen Ergebnis kommen auch andere Experten und raten dringend dazu, dass finanzielle Rücklagen für Instandhaltungsarbeiten gebildet werden sollten.

Instandhaltungsrücklagen sollte jeder Hauseigentümer bilden

Karsten Eiß, Mitarbeiter der Bausparkasse Schwäbisch Hall, sieht es auch so, dass Rücklagen für die Instandhaltung gebildet werden sollten. Er weist jedoch darauf hin, dass die Höhe der Rücklage auch mit dem Alter und der Größe des Hauses zusammenhängt. Zudem rät er dazu, den Empfehlungen des Bauministeriums des Bundes zu folgen. Danach sollten folgende Rücklagen gebildet werden:

– Häuser bis zu einem Alter von 5 Jahren: 4 Euro/qm

– Häuser bis zu einem Alter von 10 Jahren: 6 Euro/qm

– Häuser bis zu einem Alter von 15 Jahren: 7,50 Euro/qm

– Häuser ab einem Alter von 16 Jahren: 10 Euro/qm

Der VPB hingegen sieht seine Empfehlung als weitaus besser an. Schließlich wird so eine solide Rücklage gebildet und das Alter eines Hauses muss nicht zwangsläufig auch höhere Kosten bedeuten. So erklärt Reinhold-Postina, dass davon schließlich alle Renovierungsarbeiten bezahlt werden und nicht nur eine große Sanierung wie beispielsweise die Erneuerung der Heizungsanlage. Denn auch die normalen Renovierungskosten können schnell zu einer hohen Summe ausfallen, vor allem, wenn man selber keine richtigen handwerklichen Fähigkeiten besitzt.

Dazu werden Instandhaltungsrücklagen benötigt

Der VPB ist demnach auch der Meinung, dass man mit ihrer Faustformel weitaus größere Rücklagen bildet und das auch noch schneller als üblich. Schließlich legt man so zum Beispiel für ein 150qm großes Haus auch 150 Euro zurück. Diese Summe sollte für jeden Hauseigentümer auch möglich sein. Und falls man diese Summe monatlich nicht aufbringen kann, dann hat man schnell ein finanzielles Problem, wenn man dann eines Tages Geld braucht. Man verstrickt sich so also nur in eine zeitliche Problemverschiebung. So sieht das zumindest die Expertin des VPB.

Damit man jederzeit kleine Reparaturarbeiten durchführen kann, ist ein großes finanzielles Polster natürlich von Vorteil. Schließlich können kleinere Reparaturen schnell zu großen Problemen werden, wenn man sie aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht gleich behebt. Die Folgekosten werden dann weitaus größer ausfallen. Wenn man zum Beispiel ein undichtes Dach hat, so werden die Schäden mit der Zeit immer größer. So kann in diesem Fall die Dämmung schnell schimmeln. Zudem ist der Isolierungseffekt dann auch noch geringer. Und falls es im Mauerwerk einen offenen Riss gibt, dann kann sich dieser mit Feuchtigkeit füllen und beim nächsten Frost diese Stelle zum Platzen bringen.

Wenn dann eines Tages größere Arbeiten am Haus anstehen, dann ist man glücklich, wenn man ein ausreichend großes finanzielles Polster zurückgelegt hat und keinen Kredit aufnehmen muss. Besonders bei Heizungsanlagen können Kosten schnell sehr hoch werden.

Finanzielle Spielräume Dank Instandhaltungsrücklagen

Legt man das Geld konsequent zurück, so hat man attraktive Spielräume. Das jedenfalls ist die Meinung des VPB. So können dann anstelle von einer einfachen Fassadenrenovierung auch gleich noch eine zusätzliche Fassadendämmung gestemmt werden, und zwar ohne große finanzielle Probleme. Denn auch eine Dämmung kann schnell sehr teuer werden, wenn man keinen finanziellen Spielraum hat.

Und auch bei Heizungen muss man dann nicht zwangläufig auf die billigste Anlage zurückgreifen. Schließlich kann man sich mit einem finanziellen Polster die effektivste Heizung leisten, die über die Jahre gesehen dann sogar noch viel günstiger ist. Das steigert dann sogar noch den Wert des Hauses. Und aufgeschobene Renovierungs- oder Sanierungsarbeiten oder sogar kleinere Reparaturmaßnahmen mindern den Wert der Immobilie hingegen ganz deutlich.

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