Hausboot und Hausboote

Hausboot Hausboote
Hausboot Hausboote

Hausboot und Hausboote

 

Besonders in den Großstädten gestaltet sich die Wohnungssuche oft schwierig, immer weniger Wohnraum ist verfügbar. Liegt ein Gewässer in der Nähe, kann das Hausboot eine Alternative zu Haus oder Wohnung darstellen. Direkt in der Natur gelegen und modern gestaltet ist das Hausboot keinesfalls nur eine Unterkunft für Individualisten.

 

Das Haus auf dem Wasser

 

Ein Hausboot ist grundsätzlich ein Haus, das auf dem Wasser schwimmt. Es ist auf stabilen Pontons aus Stahl oder Beton gelegen und besitzt eine feste Liegestelle am Ufer. Wer sich auf einem Hausboot befindet, kann die Bewegung des Wassers spüren. Umso massiver das Hausboot gebaut wurde, umso schwächer erscheint der Wellengang. Befindet sich der Liegeplatz des Hausboots wie in vielen Städten in einem Kanal, ist der Wellengang kaum zu bemerken. Ein Bootsführerschein ist für den Besitz eines Hausboots übrigens nicht erforderlich. Das Hausboot liegt fest an seinem Liegeplatz und wird in der Regel nicht gefahren, sondern nur bis zur Liegestelle geschleppt.

 

Vorteile eines Hausboots als Unterkunft

 

Hausboote nutzen die freie Fläche auf dem Wasser in größeren Städten ideal aus und kombinieren so die Nähe zur Natur mit der Nähe zum Stadtzentrum. Wer von einem klassischen Hausboot träumt, das tatsächlich wie ein Boot aussieht und eine rustikale Atmosphäre besitzt, wird sicher unter ausgedienten Booten fündig, die zu einem Hausboot umgebaut werden können. Doch das Hausboot ist auch eine Alternative für alle Städter, die trotz des Wohnens auf dem Wasser nicht auf Komfort und eine moderne Ausstattung verzichten möchten. Die Pläne für Hausboote werden von Architekten nach modernen Standards erstellt und erinnern mehr an ein schwimmendes Haus als an ein Boot. In der Regel sind die Eigentümer frei in den Gestaltungsmöglichkeiten bezüglich der Stockwerke, der Form, der Materialien und der Farbgestaltung. Auch die Innenräume können individuell entworfen werden, nur die äußeren Wände sind tragend.

 

Nachteile des Wohnens im Hausboot

 

Doch das dauerhafte Wohnen im Hausboot bringt auch Nachteile mit sich, die vor der Entscheidung für ein Hausboot bedacht werden sollten. Auch wenn es unmittelbar in der Natur liegt, verfügt ein Hausboot über keinen Garten oder freizügige Außenflächen. Die Nähe zum Wasser birgt unmittelbare Gefahren für Kinder, Familien mit kleineren Kindern sollten sich gegen ein Hausboot entscheiden. Ein Hausboot kann darüber hinaus hohe Kosten für Wartung und Reparaturen verursachen, alle zehn Jahre wird der Ponton auf Schäden überprüft. Ohne benachbarte Hausboote müssen bei der Erschließung der Liegestelle auch Leitungen für Strom, Wasser und Internet verlegt werden, die Kosten für den Hausbootbau können somit steigen. Weil diese Form des Wohnens weiterhin selten ist, werden Hausboot-Besitzer häufig mit neugierigen Blicken konfrontiert. Eine uneingeschränkte Privatsphäre ist somit auch im Inneren des Hausboots nicht immer vollständig gegeben.

 

Eine Alternative zum gewöhnlichen Haus?

 

Das Hausboot ist längst nicht mehr nur eine Unterkunft für Individualisten, die jeglichen Komfort vermissen lässt. Mit moderner Architektur und freien Gestaltungsmöglichkeiten wird ein schwimmendes Haus auf dem Wasser kreiert, das sich besonders gut für Paare und Familien mit älteren Kindern eignet. Wer auf einen eigenen Garten auch verzichten kann und sich nicht durch die möglichen Einschränkungen der Privatsphäre gestört fühlt, kann die Planung eines Hausboots in Angriff nehmen. Wird gut auf das festgesetzte Budget geachtet, stellt das Hausboot somit eine tolle Alternative zur Wohnung in der Stadt dar.

 

Sechs Tipps für die Planung des Hausboots

 

Wie wird das Hausboot genehmigt?

Wie ein Haus muss auch der Bau eines Hausboots im Vorfeld genehmigt werden, Interessenten wenden sich an das örtliche Bezirksamt. Hier wird der Antrag im Abgleich mit dem Wasserrecht und Bauplanungsrecht geprüft. Bis zur Genehmigung kann einige Zeit verstreichen, weil der Antrag mehrere Behörden durchlaufen muss.

 

Ist die Beauftragung eines Architekten notwendig?

Ein Architekt ist für den Bau eines Hausboots zwingend erforderlich. Wie beim Hausbau muss auch das Hausboot allen Sicherheitsansprüchen genügen, nur Architekten dürfen einen Bauantrag offiziell einreichen. Das Einbringen von Eigenleistung beim Bau ist folglich nur dann möglich, wenn der Eigentümer des Hausboots selbst eine fachmännische Ausbildung auf diesem Gebiet besitzt.

 

Wo wird das Hausboot gefertigt?

Ein Hausboot muss ideal ausbalanciert sein und auf dem Wasser schwimmen können. Daher wird eine Werft mit dem Bau des Hausboots beauftragt. Die Pontons werden hier gefertigt und mit dem Hausboot verbunden, nach dem Rohbau übernehmen Stahl- oder Holzbaufirmen den Auftrag vor Ort.

 

Gibt es Vorgaben für das Design des Hausboots?

Auch der Bau eines Hausboots kann bestimmten Bebauungsplänen unterliegen, manchmal müssen Vorgaben für das äußere Design des Hausboots eingehalten werden. Ist kein Bebauungsplan vorhanden, kann das Hausboot frei nach den eigenen Wünschen gestaltet werden.

 

Wird die Sicherheit des Hausboots kontrolliert?

Alle zehn Jahre müssen die Pontons des Hausboots auf ihre Sicherheit überprüft werden. Vor Ort übernimmt ein Taucher diese Aufgabe, alternativ kann das Hausboot auch in eine Werft geschleppt werden. Besteht es die Prüfung, erhält es ein Schwimmfähigkeits-Zertifikat.

 

Ist ein Führerschein Pflicht?

Ein Führerschein ist für das Eigentum eines Hausboots nicht erforderlich, das Boot wird nicht selbst gefahren sondern zum Liegeplatz geschleppt.