Fachwerkhaus und Fachwerkhäuser

Fachwerkhaus unter Reet
Fachwerkhaus unter Reet © Kara - Fotolia.com

Fachwerkhaus und Fachwerkhäuser

 

Ein Fachwerkhaus ist sehr vielseitig vom Typ her. Trotz der Tatsache, dass viele Fachwerkhäuser mittlerweile unter Denkmalschutz stehen, hat man doch recht vielseitige Möglichkeiten was den Umbau betrifft – auch teilweise mit staatlicher Förderung.

 

Wer ein Fachwerkhaus sein Eigen nennen kann, lebt mit mehreren Jahren Geschichte zusammen unter einem Dach. In Deutschland gehören schätzungsweise zweieinhalb bis vier Millionen Gebäude zum Typ Fachwerkhaus. Dabei sieht man dies den Meisten von ihnen gar nicht von außen an, da die oft typische Fassade verputzt oder mit Platten und Schindeln verkleidet wurde.

 

Eigenschaften eines Fachwerkhauses

Ein Fachwerkhaus ist typischerweise aus einem Holzskelett sowie so genannten Ausfachungen gefertigt. Diese Ausfachungen in Kombination mit verschiedensten Materialien sollen den Leerraum zwischen den Holzbalken füllen. Ein historisches Fachwerkhaus wurde nur aus Eichen- oder Fichtenholz gebaut, welches zuvor mit einem Beil bearbeitet wurde. Niemals wurde gesägtes Holz zum Bau verwendet. Die Bodenschwellen, Balkenenden sowie die diagonal angebrachte Holzbohlen unter den Deckenbalken sind zum Teil noch mit aufwendigen Schnitzereien und Malereien versehen. Auch ein Fachwerkhaus im weiteren Sinne – das traditionelle Schwarzwaldhaus. Hier finden sich auch Holzbohlen in den Freiräumen zwischen den Balken. Im niederdeutschen Raum dagegen dominiert das Ziegelwerk auf dem Dach. Ein Fachwerkhaus, das im mitteldeutschen bzw. alemannischen Stil erbaut wurde, hat Ausfachungen aus Lehm die zusätzlich mit hellem Kalkputz verputzt sind.

 

Bundesweit kümmern sich noch zahlreiche Hersteller um den Erhalt des traditionellen Fachwerkhauses. So bieten sie unter anderem entweder ein genormtes oder auch individuell geplantes Fachwerkhaus zum Kauf an. Ein Fachwerkhaus aus der Fabrik kann man jedoch nicht bekommen. Die einzelnen Elemente kann man nicht einzeln anliefern und wieder zusammensetzen – die Balken werden zwar in einer Fabrik zugeschnitten, müssen aber von Hand zusammengebaut werden. Zuletzt entscheidet der Bauherr selbst, wie die Gefache seines Fachwerkhauses ausgekleidet werden.

 

Vorteile vom Fachwerkhaus

Jedes historische Fachwerkhaus ist individuell – kein Haus ist wie das andere, jedes hat seinen ganz eigenen individuellen Charme und auch eine eigene Geschichte. Aus diesem Grund ist ein Fachwerkhaus auch ein Haus für Menschen, die das Besondere suchen, gerne renovieren bzw. sanieren und sich so selbst verwirklichen möchten. Es ist ein Haus für Menschen, die die Geschichte schätzen und den Charme von Altbauten mögen. Auch Fachwerkhäuser, die aus einer ehemaligen Scheune gefertigt wurden, bieten oft viele Nutzungsmöglichkeiten – Wohn- bzw. Büroräume können viel Platz finden, ohne dass die typische

Balkenkonstruktion zu sehen ist. Besonders sehr alte Fachwerhäuser finden man häufig in den Innenstädten. Hier bietet ein Fachwerkhaus viele Vorteile – gute Einkaufsmöglichkeiten, kurze Wege zur Arbeit oder auch zur Schule vereinfachen vieles. In manchen Städten, Gemeinden oder Landkreisen kann man für sein Fachwerkhaus sogar einen Zuschuss bei der Stadt beantragen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Sanierungsarbeiten im Vorfeld mit der Denkmalschutzbehörde abgesprochen werden. Auskünfte hierzu kann man bei der jeweiligen Gemeindeverwaltung bekommen.

Ein Tipp: Sie haben Grundbesitz, dass für die Öffentlichkeit von Interesse ist? Dann kann Ihnen mitunter die Grundsteuer erlassen werden. Die Grundsteuerstelle prüft, ob das für Sie in Frage kommt.

 

Nachteile vom Fachwerkhaus

Ein Fachwerkhaus hat in der Regel immer recht kleine Zimmer. Auch die tragenden Balken, die oftmals mitten im Raum stehen, sorgen noch zusätzlich durch eine optische Verkleinerung. Durch entsprechende Wanddurchbrüche kann man aber die Räume vergrößern – auf diese Weise schafft man sich etwas mehr Raum im Haus. Auch eine entsprechende Möblierung für sein Fachwerkhaus muss man im Vorfeld gut planen. Die schiefen Wände sind oftmals ein Hindernis bei der Planung und verhindern teilweise Pläne und Lösungen. Gerade in der Küche kann es zu massiven Problemen kommen, da hier Standard-Küchen selten passen. Auch für ältere Leute kann ein Fachwerkhaus problemlos werden, da die Treppenstufen teilweise sehr steil- und die Raumgröße einfach zu gering ist.

 

Es ist teuer ein Fachwerkhaus zu sanieren, auch wenn man möglicherweise eine Förderung vom Denkmalschutz bekommt – versteckte Kosten sind auf den ersten Blick oft nicht sichtbar und lassen die Gesamtkosten schnell in die Höhe schießen. Ebenfalls sollte man bedenken, dass ein Fachwerkhaus eine gute Wärmeisolierung braucht, dies sollte man im Vorfeld einplanen. Eine Sanierung eines Fachwerkhauses sollte immer ein Fachbetrieb ausführen – so ist garantiert das viel alte Bausubstanz erhalten bleibt.

 

Fazit:

Ein Fachwerkhaus ist vielseitig nutzbar. Es eignet sich sowohl als Wohnhaus, wie auch als Büro oder Lokal – immer mit einem ganz besonderen Charme. Allerdings wird man diese breite Gestaltungsvielfalt, die ein Neubau bietet, bei einem Fachwerkhaus nicht finden. Hier muss man sich anpassen und mit den Gegebenheiten leben. Trotz Alledem verspricht ein traditionelles Fachwerkhaus ein individuelles und repräsentatives wohnen und arbeiten – wer im Fachwerkhaus lebt, lebt einzigartig.

 

Geeignet für:

Individualisten

Fans von Altbauten

Liebhaber ungewöhnlicher Wohnformen

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