Badezimmer – Kleben statt Bohren

Petrus Pietila

Badezimmer – Kleben statt Bohren

Klebestrips, Montage-Klebeband oder Montagekleber: kleben statt bohren ist die Devise

Sie sind ärgerlich und nicht nur für den Mieter ein Problem – Bohrlöcher in der Wand. Selbst Eigenheimbesitzer lassen heute oft die Vernunft aus dem Spiel und setzen die Bohrmaschine auch an den Fliesen im Bad oder an gedämmte Außenwände an. Der Nachteil an solchen Bohrlöchern – für die im das Loch so groß sein muss, dass Dübel hineinpassen – ist schnell erklärt: zieht man aus oder will die Wohnung optisch verändern, stören die nicht mehr benutzen Bohrlöcher doch sehr. Doch es gibt eine Lösung, die die Lösung für dieses Problem sein soll: “Kleben statt bohren”. Wir haben die gängigen Methoden untersucht und dabei die positiven und negativen Erfahrungen miteinander verglichen.

Sich ist aber: Als Mieter hat man deutlich weniger zu tun, wenn man sich an diesen Satz gehalten hat. Es ist nämlich durchaus lästig, wenn man beim Auszug alle Bohrlöcher erst zu spachteln und wieder komplett verputzen muss. Die Devise lautet also: Die Bohrmaschine sollte zurückhaltend eingesetzt werden.

Allgemein gilt: hier sollte man die Bohrmaschine lieber nicht ansetzen

Um dem Ziel näherzukommen, werfen viele Hobbyhandwerker die Vernunft gerne über Bord und nutzen den Bohrer an heiklen Stellen. Etwa an Fliesen, Außenwänden oder gedämmten Fassaden. Das mag im ersten Moment praktisch sein und man ist zufrieden. Im Nachhinein stellt sich das aber als großes Problem heraus – dem man nur mit Mühe und Not entkommen kann. Daher sollte man hier lieber die Finger davon lassen und sich die zusätzliche Arbeit – die früher oder später auf einen zukommt – sparen.

Nicht nur, weil ein Bad – welches womöglich erst neu gefliest wurde – mit Bohrlöchern meist eh nur verschandelt wird, sondern weil auch andere Gefahren beim Bohren in Fließen lauern. So ist es schnell passiert und die durchbohrte Kachel springt. Dieser unschöne Riss lässt sich nur durch das Austauschen der kompletten Fliese lösen. Und das ist mehr als ärgerlich.

Doch nicht nur beim Bohren in Fliesen kann einiges schief gehen. Auch bei gedämmten Innenwänden sollte man den Bohrer lieber nicht einsetzen. Es kann nämlich ganz einfach passieren, dass durch das Bohrloch hier eine Wärmebrücke entsteht. Und die fördert Schimmel – den natürlich niemand haben möchte. Auch kann es oft passieren, dass Schäden an der Luftdichtheitsebene entstehen. Diese sind kaum zu finden und sorgen dafür, dass es später zu riesigen Feuchteschäden kommt. Daher sollte man sich einer alten Weisheit bedienen: Wer gar nicht erst Löcher bohrt, der kann damit auch keine Probleme haben. Den alternativen gibt es genug.

Auf der Suche nach einer Lösung: einfach kleben statt schwierig bohren

Anstatt sich also das Leben schwer zu machen und den Bohrer an schwierigen Stellen zu benutzen, sollte man lieber auf eine Anbringung durch Kleber oder Klebeband zurückgreifen. Das spart Zeit und jede Menge Ärger. Der Markt dafür ist groß – die unterschiedlichen Hersteller bieten allesamt verschiedene Lösungen an. Eine Möglichkeit ist hier eine Adapterlösung. Diese wird von einem Unternehmen aus Hanau angeboten – der “Nie wieder bohren AG”.

Im Lieferumfang befindet sich hierbei ein Einkomponentenkleber. Der haftet perfekt auf dem Adapter und an der Wand. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich beim Untergrund um Fliesen, Naturstein, Glas oder eben Stahl handelt. Der Einkomponentenkleber sitzt bombenfest. Beachten muss man unbedingt, dass der spezielle Kleber 12 Stunden braucht, um vollständig auszuhärten. Je nach Adaptergröße verändert sich dann die höchstmögliche Belastung, die angebracht werden kann. Zwischen 4 und 20 Kilo sind hier möglich. Ein weiterer sehr positiver Punkt ist hier der Preis. Je nach Traglast beträgt dieser zwischen vier und zehn Euro.

Entfernen lassen sich Kleber und Adapter relativ einfach – vor allem auf glatten Oberflächen. Der übrige Kleber, der haften bleibt, wird einfach mit einem Spachtel entfernt: schon sieht die Wand wieder aus wie neu. Anders sieht es aber bei rauen Oberflächen aus – hier braucht es etwas mehr Aufwand, um den Kleber vollständig zu entfernen. Am besten nimmt man hier eine große Bürste zur Hilfe. So empfiehlt es zumindest der Anbieter selbst. Weniger Aufwand, als ein Loch im Bad zu zuspachteln ist es in jedem Fall.

Wer im Innenbereich bohren möchte – etwa in der Küche oder im Bad – für den gibt es spezielle Haken die auf die Bedürfnisse zugeschnitten sind. Ob Küchenrelings oder Handtuchhalter, die Auswahl ist groß. Doch die Haken sind auch mit Verbohrungen und Gewinden erhältlich. Hier lassen sich dann ganz einfach Gegenstände und Objekte anbringen, für die man eigentlich Dübel und Schrauben – und vor allem ein Bohrloch – braucht.

Rückstandloses Entfernen ist mehr als praktisch im Alltag

Bekannte Kleber- und auch Klebebandhersteller haben natürlich solche Befestigungen – für die man keine Bohrlöcher braucht – längst aufgenommen. Pattex, in der Branche eine echte Größe, hat direkt eine ganze Produktlinie unter dem Titel “Kleben statt Bohren” auf dem Markt gebracht. Im Endeffekt muss jeder selbst wisse, welches Produkt er nehmen soll. Denn das hängt immer davon ab, auf welchen Untergrund man welches Gewicht “ankleben” möchte. Und natürlich auch, ob man im Innen- oder im Außenbereich arbeitet.

Besonders beliebt sind dabei vor allem Klebestrips. Kein Wunder, diese sind einfach anzubringen und genauso einfach wieder abzubekommen. Zum Befestigen muss einfach der Klebestrip für ein paar Sekunden auf einen sauberen und glatten Untergrund gedrückt werden. Schon hat man das gewünschte Ziel erreicht. Je nachdem, für welches Produkt man sich entschieden hat, hält ein Klebestrip hier bis zu zwei Kilo. Wer also schwere Gegenstände anbringen will, für den sind Klebestrips keine Lösung. Das praktische ist aber, dass sich diese Klebestrips von glatten Untergründen wie Glas oder Fliesen auch nach Jahren einfach abziehen lassen – ohne Rückstände zu hinterlassen. Der Nachteil: auf Untergründen wie etwa Tapete reist man meist beim abmachen ein Stück der Tapete mit ab. Dadurch entstehen hässliche Stellen an der Wand.

Natürlich gibt es aber auch hier eine Lösung – und die lautet nicht bohren. Denn es gibt inzwischen viele spezielle Klebestrips, die auch auf Tapete zum Einsatz kommen können. Gleiches gilt für feuchte Räume oder sogar Duschkabinen. Normale Klebestrips verlieren hier schnell den Halt – mit speziellen Klebestrips für Feuchträume halten diese eine lange Zeit – und lassen sich eben dann problemfrei entfernen. Der Nachteil von solchen speziellen Klebestrips: die Traglast ist hier sehr gering – und hält nur weniger Gramm aus. Wer aber Poster oder Bilder an eine tapezierte Wand anbringen will, der bekommt hier exakt das richtige Produkt.

Für schwere Gewichte: Montage-Klebeband hält Stand

Wer schwere Gegenstände oder Objekte ohne Bohrlöcher an der Wand anbringen will, der sollte auf Montage-Klebeband zurückgreifen. Selbst ein schweres Objekt wie ein großer Spiegel lässt sich so ohne Probleme an die Wand oder eine Tür anbringen. Natürlich wird das Montage-Klebeband auch häufig dafür genutzt, Fuß- und Zierleisten zu befestigen. Auch für Schlüsselkästen empfiehlt es sich. Man sollte jedoch – besonders bei Objekten wie einem Spiegel – unbedingt mehr Klebeband nehmen als der Hersteller sagt. Sicher ist sicher und Scherben bringen bekanntlich Pech.

Das Montage-Klebeband gibt es aber auch für den Außenbereich. So lassen sich damit auch problemlos Briefkästen befestigen – oder aber das Zeitungsrohr an der Hauswand. Normales Montage-Klebeband für Innen sollte im Außenbereich eher nicht zum Einsatz kommen. Das muss dann nämlich temperatur-, wasser- sowie UV-beständig sein.

Das Entfernen von Montage-Klebeband geht meist nicht so einfach wie das Entfernen von Klebestrips. Ohne Rückstände lässt sich das Montage-Klebeband daher fast nie lösen. Mit einer Spachtel kann man hier aber das übrige Klebeband entfernen. Damit keine Kratzer entstehen, muss man hier aber sehr vorsichtig vorgehen. Es kann aber durchaus passieren, dass die Haftung des Montage-Klebebands so stark ist, dass das verklebte Objekt beschädigt wird.

Ein weiteres Problem ist, dass man verklebte Objekte und Gegenstände nicht mehr korrigieren kann. Montage-Klebeband sitzt sehr fest und klebt sofort. Einmal angedrückt, lässt es sich nicht mehr so leicht entfernen. So sollte man beim Befestigen immer schauen, dass das Objekt direkt geraden und an der richtigen Stelle angebracht wird.

Montage-Kleber erlaubt den Mittelweg: hohe Traglast und mögliche Korrekturen

Montagekleber ist sehr beliebt, weil er sozusagen einen Mittelweg zwischen Klebestrips und Montage-Klebeband schafft. So kann man mit Montagekleber schwere Gegenstände anbringen, da er über eine hohe Traglast verfügt. Gleichzeitig ist es aber möglich, Korrekturen vor zu nehmen. Der Kleber braucht nämlich eine kurze Zeit, um wirklich auszuhärten. Jedoch muss man dabei genau auf den Untergrund achten. Es gibt Montagekleber nämlich für Beton und Putz – aber auch für glatte und lackierte nicht-saugende Untergründe wie Fliesen.

Das Anbringen ist nicht schwer, aber auch nicht kinderleicht. Je nachdem, wie der Kleber angebracht wird, ist auch die Traglast höher oder niedriger. Entweder wird der Kleber punktuell aufgebracht – oder aber wellenförmig oder in senkrechten Linien. Hier weist der Hersteller aber immer auf die richtige Anwendungsform hin. Zu beachten gilt aber: in Feuchträumen darf der Kleber nie quer aufgetragen werden, da sich sonst Wasser ansammeln kann.

Achtung was wo wann angebracht wird

Im besten Fall sollte man – egal ob man sich nun für Klebestrips, Montage-Klebeband oder Montagekleber entschieden hat – die maximale vom Hersteller empfohlene Traglast sollte man nur im Notfall wirklich ausreizen. Stattdessen kann man ruhig etwas Spielraum lassen. Fest steht aber in jedem Fall: Besser als in Nachhinein mit zahlreichen Bohrlöchern dazustehen, ist die Klebelösung allemal.

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