Halloween im Blick: So verpassen Sie Ihren Kürbissen jetzt den ultimativen Wachstums-Schub

Halloween im Blick: So verpassen Sie Ihren Kürbissen jetzt den ultimativen Wachstums-Schub

Ein Kürbis, der zu Halloween auf der Terrasse steht und die Nachbarn stehen bleiben lässt, entsteht nicht am 31. Oktober. Er entsteht jetzt. Die letzten Augustwochen und die erste Septemberhälfte sind die Phase, in der eine Kürbispflanze den mit Abstand größten Teil ihres Fruchtgewichts aufbaut. Was in diesen Tagen versäumt wird, lässt sich später durch nichts mehr aufholen – danach schaltet die Pflanze auf Ausreife um, und der Zuwachs kommt praktisch zum Erliegen.

Die gute Nachricht: Die wirksamsten Maßnahmen kosten kaum Zeit. Fruchtzahl reduzieren, trocken unterlegen, kaliumbetont düngen – das ist an einem einzigen Nachmittag erledigt und macht bei Riesensorten den Unterschied zwischen einem soliden und einem beeindruckenden Exemplar aus.

Wachstums-Schub beim Kürbis Info
Wachstums-Schub beim Kürbis Info

Was der „Wachstums-Schub” beim Kürbis eigentlich ist

Botanisch betrachtet ist die Zellteilung in der Frucht zu diesem Zeitpunkt längst abgeschlossen. Die Anzahl der Zellen steht bereits kurz nach der Befruchtung fest. Was jetzt passiert, ist reine Zellstreckung: Die vorhandenen Zellen füllen sich mit Wasser, Zuckern und weiteren Assimilaten aus der Photosynthese. Die Frucht wird also nicht komplexer, sondern schlicht voller.

Genau deshalb kann ein gut versorgter Riesenkürbis in dieser Phase fünf bis zehn Kilogramm pro Woche zulegen, in Spitzenfällen sogar mehr. Ob die Pflanze dieses Potenzial ausschöpft, hängt an vier Faktoren: intakter Blattmasse als Produktionsfläche, ausreichendem Wurzelvolumen als Aufnahmeorgan, gleichmäßiger Wasserversorgung als Transportmedium und einem Nährstoffangebot, das zur Fruchtfüllung passt. Fällt einer dieser Faktoren aus, bremst er alle anderen aus – ganz gleich, wie gut sie eingestellt sind.

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Warum Ende August die entscheidende Woche ist

Ab der letzten Augustdekade verkürzt sich die Tageslänge spürbar, und die Nächte kühlen ab. Beides zusammen senkt die tägliche Photosyntheseleistung deutlich. Die Pflanze produziert schlicht weniger Zucker, den sie in die Frucht schicken könnte. Gleichzeitig steigt die Luftfeuchte, was Pilzkrankheiten begünstigt und die Blattmasse zusätzlich unter Druck setzt.

Für die Praxis heißt das: Alles, was die Pflanze jetzt noch an Energie hat, sollte in möglichst wenige Früchte fließen. Als Faustregel gilt: Fruchtansätze, die Ende August kleiner als eine Faust sind, haben bei Riesensorten keine realistische Chance mehr, bis Ende Oktober auszureifen. Sie kosten die Pflanze Kraft, ohne je ein verwertbares Ergebnis zu liefern. Bei kleinfrüchtigen Zier- und Speisesorten liegt die Grenze etwas später, aber auch hier sind späte Ansätze meist Ballast.

Fruchtansatz reduzieren – die wirksamste Einzelmaßnahme

Bei Riesenkürbissen wie ‘Atlantic Giant’ lautet das Ziel: eine Frucht pro Pflanze, maximal zwei. Wer fünf Früchte an einer Pflanze hängen lässt, erntet fünf mittelmäßige statt eines außergewöhnlichen Exemplars. Die Pflanze verteilt ihre Assimilate nach Angebot – reduziert man das Angebot an Empfängern, steigt die Menge, die bei der verbleibenden Frucht ankommt, unmittelbar an.

Die aussichtsreichste Frucht erkennen

Nicht jeder Ansatz eignet sich gleich gut. Achten Sie auf drei Merkmale: eine gleichmäßig runde, symmetrische Form ohne Dellen oder Einschnürungen, einen kräftigen, dicken Stielansatz und einen möglichst rechten Winkel zwischen Stiel und Ranke. Steht der Stiel spitzwinklig zur Ranke, reißt er beim späteren Dickenwachstum der Frucht fast zwangsläufig ein. Frühe Früchte an der Hauptranke, etwa zwischen dem zehnten und fünfzehnten Blattknoten, entwickeln sich erfahrungsgemäß am besten.

So entfernen Sie die Nebenfrüchte

Schneiden Sie überzählige Früchte mit einem sauberen, scharfen Messer nah am Stielansatz ab und lassen Sie die Schnittstelle abtrocknen. Späte Blüten werden ebenfalls entfernt, ebenso alle neuen weiblichen Ansätze, die in den kommenden Wochen erscheinen. Arbeiten Sie bei trockener Witterung, damit die Wunden schnell verkorken und keine Eintrittspforte für Pilze bilden.

Richtig unterlegen Fäulnis verhindern, bevor sie entsteht
Richtig unterlegen Fäulnis verhindern, bevor sie entsteht

Richtig unterlegen: Fäulnis verhindern, bevor sie entsteht

Der häufigste Grund, warum ein vielversprechender Halloween-Kürbis Anfang Oktober im Kompost landet, ist Kontaktfäule an der Unterseite. Der Mechanismus ist simpel: Der Boden unter der Frucht trocknet nie ab, kühle Nächte lassen zusätzlich Kondenswasser entstehen, und auf der ständig feuchten Schale siedeln sich Fäulniserreger an. Sichtbar wird der Schaden erst, wenn er nicht mehr zu retten ist.

Materialien im Vergleich

Am besten bewährt haben sich Styroporplatten und ein aufgeschütteter Sandhügel. Beide isolieren gegen Bodenkälte, nehmen keine Feuchtigkeit auf und lassen Luft an die Schale. Holzbretter und Paletten funktionieren ebenfalls, saugen sich bei Dauerregen aber voll. Ziegel oder Gehwegplatten sind stabil, kühlen nachts jedoch stark aus und begünstigen so Kondenswasser. Gartenvlies ist eine Notlösung für kleinere Früchte.

Von Teichfolie oder Baufolie ist dringend abzuraten: Unter der Folie kann keine Feuchtigkeit entweichen, es bildet sich Schwitzwasser, und die Fäulnis tritt schneller ein als ganz ohne Unterlage.

Der richtige Zeitpunkt und die richtige Technik

Unterlegt wird, solange die Frucht noch von Hand angehoben werden kann – bei Riesensorten also spätestens, wenn sie Fußballgröße erreicht. Heben Sie die Frucht immer von unten an und niemals am Stiel. Ein eingerissener Stiel unterbricht die Versorgung und beendet das Wachstum sofort. Legen Sie die Unterlage so, dass sie rundum einige Zentimeter übersteht, und richten Sie die Frucht leicht schräg aus, damit Regenwasser seitlich abläuft statt sich an der Auflagefläche zu sammeln.

Düngen im Endspurt Kalium statt Stickstoff
Düngen im Endspurt Kalium statt Stickstoff

Düngen im Endspurt: Kalium statt Stickstoff

Wer jetzt noch stickstoffbetont düngt, arbeitet gegen sich selbst. Stickstoff fördert das vegetative Wachstum, also Blätter und Ranken. Die Pflanze schiebt neue Triebe, statt die Frucht zu füllen. Zusätzlich bleibt das Gewebe weich und wasserreich, was die Anfälligkeit für Mehltau und Fäulnis erhöht und die Schale weniger haltbar macht.

Kalium dagegen steuert genau das, was jetzt gebraucht wird: den Transport von Zuckern in die Frucht, die Wasserregulation und die Festigkeit des Gewebes. Bewährt haben sich Patentkali beziehungsweise Kali-Magnesia mit rund 30 bis 40 Gramm pro Quadratmeter, alle zehn bis vierzehn Tage flüssige Vinasse in der auf der Packung angegebenen Konzentration oder selbst angesetzte Beinwelljauche im Verhältnis 1:10 verdünnt. Zwei bis drei Gaben bis Mitte September genügen; danach wird die Düngung eingestellt, damit die Frucht sauber ausreift.

Achten Sie zusätzlich auf Calcium und Magnesium. Calciummangel ist die Hauptursache für Blütenendfäule, jene eingesunkene braune Stelle am Blütenansatz. Da Calcium nur mit dem Wasserstrom transportiert wird, ist gleichmäßige Bodenfeuchte hier wichtiger als jede Zusatzdüngung. Eine Blattdüngung mit Bittersalz kann Magnesiummangel innerhalb weniger Tage sichtbar bessern, ersetzt aber keine Bodenversorgung – über das Blatt lassen sich nur kleine Mengen aufnehmen.

Wasser: gleichmäßig statt viel

Kürbisse reagieren empfindlich auf Schwankungen. Trocknet der Boden aus und folgt dann ein Starkregen, nimmt die Frucht schlagartig Wasser auf, während die Schale bereits verhärtet ist – sie reißt auf. Solche Risse sind das sichere Aus für einen Halloween-Kürbis, weil sich Fäulnis sofort einnistet.

In der Fruchtfüllphase braucht eine große Pflanze etwa 20 bis 30 Liter pro Woche, bei Hitze deutlich mehr. Gießen Sie lieber alle zwei Tage kräftig als täglich wenig, immer morgens und immer direkt an den Wurzelbereich, nie über das Laub. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt oder Stroh puffert Feuchtigkeit ab und hält die Bodentemperatur stabil.

Der Profi-Trick: Ranken bewurzeln lassen

Kürbisse bilden an den Blattknoten der Haupt- und Seitentriebe eigenständige Wurzeln, sobald diese Bodenkontakt haben. Jede dieser Wurzelstellen erweitert die Aufnahmefläche für Wasser und Nährstoffe erheblich – bei großen Pflanzen kann sich das Wurzelvolumen so vervielfachen.

Fördern lässt sich das ganz einfach: Häufeln Sie an den Blattknoten eine Handvoll lockere Erde oder Kompost auf und halten Sie diese Stellen feucht. Innerhalb von zehn bis vierzehn Tagen bilden sich Wurzeln. Wichtig ist eine Ausnahme: Etwa einen Meter vor und hinter der Frucht bleibt die Ranke frei und beweglich. Dort verändert sich die Position durch das Dickenwachstum ständig, und eine festgewachsene Ranke würde am Stielansatz reißen.

Blätter schützen – der Motor der Frucht

Jedes gesunde Blatt ist eine Produktionsstätte für den Zucker, der in die Frucht wandert. Wer im September Blattmasse verliert, verliert Fruchtgewicht – direkt und messbar.

Der größte Gegner in dieser Phase ist Echter Mehltau. Entfernen Sie befallene und absterbende Blätter einzeln und regelmäßig, statt zu warten, bis der Bestand flächig weiß ist. Lichten Sie dichte Bereiche aus, damit Luft zwischen die Blätter kommt und Feuchtigkeit abtrocknet. Vorbeugend hilft eine Spritzung mit Schachtelhalmbrühe oder Milch-Wasser-Gemisch im Verhältnis 1:8, angewendet an einem trockenen Vormittag. Blätter, die die Frucht beschatten, bleiben zunächst stehen – erst in den letzten zwei bis drei Wochen vor der Ernte darf die Sonne zur Ausfärbung an die Schale.

Hilfe bei typischen Problemen

Weiche braune Stelle an der Unterseite: Kontaktfäule durch Bodenfeuchte. Frucht sofort anheben, Stelle trockenreiben, trockene Unterlage einbringen und die Frucht so drehen, dass die Stelle abtrocknen kann.

Kleine junge Früchte vergilben und fallen ab: Fehlende Befruchtung oder gezielter Abwurf durch die Pflanze. In dieser Jahreszeit kein Grund zur Sorge – die Pflanze konzentriert sich auf die Hauptfrucht.

Frucht wächst nicht mehr weiter: Meist eingerissener oder abgeknickter Stiel, seltener Wurzelschaden. Stielansatz prüfen; ist er eingerissen, ist der Zuwachs beendet und die Frucht sollte geerntet werden.

Risse in der Schale: Ungleichmäßige Wasserversorgung. Gießrhythmus vereinheitlichen, mulchen. Bereits gerissene Früchte zeitnah verarbeiten, sie halten nicht bis Halloween.

Weißer Belag auf den Blättern: Echter Mehltau. Befallene Blätter entfernen, Bestand auslichten, mit Schachtelhalmbrühe behandeln.

Kürbis wird nicht orange: Zu wenig Licht an der Frucht oder Sorte mit später Ausfärbung. Beschattende Blätter im Oktober entfernen und die Frucht alle paar Tage leicht drehen.

Stiel reißt am Fruchtansatz ein: Ungünstiger Stielwinkel oder Zug durch eine festgewachsene Ranke. Ranke im Umfeld lockern, Frucht in Zugrichtung entlasten.

Schnecken- und Wühlmausschäden: Unterlage mit Abstand zum Boden wählen, Umfeld von Mulch freihalten, Schneckenkorn oder Barrieren einsetzen.

Timing bis Halloween Ernte und Aushärten
Timing bis Halloween Ernte und Aushärten

Timing bis Halloween: Ernte und Aushärten

Reif ist ein Kürbis, wenn der Stiel verholzt und rissig wirkt, die Schale mit dem Fingernagel nicht mehr eindrückbar ist, das Klopfen hohl klingt und die Ranke am Fruchtansatz verdorrt. Ernten Sie vor dem ersten Frost, üblicherweise zwischen Anfang und Mitte Oktober.

Schneiden Sie den Stiel mit mindestens fünf bis zehn Zentimetern Länge ab. Ein zu kurz abgeschnittener oder abgebrochener Stiel hinterlässt eine offene Wunde, über die Fäulnisserreger direkt ins Fruchtfleisch eindringen – solche Kürbisse verderben oft innerhalb weniger Tage. Tragen Sie die Frucht niemals am Stiel.

Anschließend härtet der Kürbis eine bis zwei Wochen an einem warmen, luftigen Ort bei etwa 20 bis 25 Grad nach. Die Schale verhärtet dabei zusätzlich und kleine Verletzungen verkorken. Danach lagert er kühl und trocken bei 10 bis 15 Grad auf einer Unterlage aus Holz oder Karton – so bleibt er bis zum 31. Oktober und weit darüber hinaus fest. Ein geschnitzter Kürbis hält allerdings nur wenige Tage; schnitzen Sie deshalb frühestens zwei bis drei Tage vor Halloween.

Kurz-Checkliste für die kommenden Wochen

Ende August: Fruchtzahl auf ein bis zwei Exemplare reduzieren, alle Früchte trocken unterlegen, erste Kaliumgabe ausbringen, Ranken anhäufeln.

Anfang September: Zweite Kaliumgabe, Mehltau-Kontrolle, neue Blüten und Ansätze konsequent entfernen, Gießrhythmus vereinheitlichen.

Mitte September: Letzte Düngung, Triebspitzen der Hauptranke etwa zwei Meter hinter der Frucht einkürzen, Unterlage auf Feuchtigkeit prüfen.

Ende September: Düngung beenden, Wassermenge langsam reduzieren, absterbende Blätter entfernen.

Anfang Oktober: Frucht freistellen für die Ausfärbung, Reifezeichen kontrollieren, Frostprognose im Blick behalten.

Mitte Oktober: Ernte mit langem Stiel, Nachhärten an einem warmen Ort.

Fazit

Drei Maßnahmen entscheiden über das Ergebnis: Reduzieren Sie die Fruchtzahl radikal, legen Sie jede Frucht trocken und luftig unter, und stellen Sie die Düngung konsequent auf Kalium um. Alles Weitere ist Feinschliff – aber diese drei Hebel wirken sofort und sind auch jetzt, Ende August, noch vollständig umsetzbar.

Für die kommende Saison lohnt sich ein Blick auf die Sortenwahl: ‘Atlantic Giant’ liefert die größten Exemplare, braucht aber viel Platz und eine lange Kulturzeit. Wer einen klassisch geformten Halloween-Kürbis mit stabiler Schale möchte, ist mit ‘Jack O’Lantern’, ‘Rouge Vif d’Etampes’ oder ‘Racer’ besser bedient – kompakter im Wuchs, zuverlässiger in der Reife und deutlich einfacher zu schnitzen.

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Zeigen sich gelbe Aufhellungen zwischen den Blattadern, liegt meist Magnesiummangel vor. Bittersalz als Blattdüngung wirkt hier schneller als jede Bodengabe: zwei Prozent Lösung ansetzen und die Blätter am frühen Morgen benetzen. Sichtbare Besserung tritt oft schon nach drei bis fünf Tagen ein. Als Dauerlösung ersetzt es allerdings keine Bodenversorgung.

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Bodenfeuchtemesser

Kürbisse reagieren empfindlich auf Schwankungen – aus Trockenphase plus Starkregen entstehen die typischen Risse in der Schale. Ein einfacher Feuchtemesser zeigt Ihnen zuverlässig, wie es 15 bis 20 Zentimeter tief aussieht, wo die Wurzeln tatsächlich arbeiten. Deutlich verlässlicher als die Beurteilung der Oberfläche, die nach jedem Sonnentag trocken wirkt.

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Mulchvlies oder Strohmulch

Eine Mulchschicht puffert Bodenfeuchte ab, hält die Temperatur stabil und verhindert, dass Erde bei Regen auf die Frucht spritzt. Stroh eignet sich besonders gut, weil es locker liegt und schnell abtrocknet. Halten Sie den Bereich direkt unter der Frucht frei – dort gehört eine trockene, feste Unterlage hin, kein Mulch.

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Gartenschere für die Ernte

Beim Schneiden muss der Stiel mit mindestens fünf bis zehn Zentimetern erhalten bleiben – ein gequetschter oder abgerissener Stiel ist die häufigste Ursache für Fäulnis in der Lagerung. Riesenkürbisstiele sind holzig und dick; eine scharfe Bypass-Schere oder Astschere mit stabilen Klingen schneidet sauber, statt das Gewebe zu quetschen. Klinge vorher desinfizieren.

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Häufige Leserfragen zum Thema

Ist es Ende August noch zu spät, um beim Kürbis etwas zu bewirken?

Nein, im Gegenteil – Sie sind genau im richtigen Zeitfenster. Die Frucht befindet sich jetzt in der Füllphase, in der sie den größten Teil ihres Gewichts aufbaut. Fruchtzahl reduzieren, trocken unterlegen und kaliumbetont düngen wirken innerhalb weniger Tage. Was allerdings nicht mehr funktioniert: neue Fruchtansätze durchbringen. Alles, was Ende August kleiner als eine Faust ist, wird bis Halloween nicht mehr reif und sollte entfernt werden.

Wie viele Kürbisse darf ich pro Pflanze wirklich stehen lassen?

Bei Riesensorten wie ‘Atlantic Giant’ eine einzige Frucht, maximal zwei. Bei normalen Halloween-Sorten wie ‘Jack O’Lantern’ sind drei bis vier Früchte realistisch, ohne dass sie zu klein bleiben. Die Pflanze verteilt ihre Assimilate nach Anzahl der Empfänger – halbieren Sie die Fruchtzahl, steigt das Gewicht der verbleibenden Früchte spürbar an. Wer Wert auf ein besonders großes Exemplar legt, muss konsequent sein.

Was lege ich am besten unter den Kürbis?

Styroporplatten oder ein aufgeschütteter Sandhügel sind erste Wahl. Beide isolieren gegen Bodenkälte, nehmen kein Wasser auf und lassen Luft an die Schale. Holzbretter funktionieren ebenfalls, saugen sich bei Dauerregen aber voll. Finger weg von Folie jeder Art: Darunter bildet sich Kondenswasser, und die Fäulnis kommt schneller als ganz ohne Unterlage. Die Unterlage sollte rundum einige Zentimeter überstehen und die Frucht leicht schräg liegen, damit Regenwasser abläuft.

Warum soll ich jetzt kein Stickstoff mehr geben?

Stickstoff treibt das vegetative Wachstum an – die Pflanze schiebt neue Blätter und Ranken, statt die Frucht zu füllen. Zusätzlich bleibt das Gewebe weich und wasserreich, was Mehltau und Fäulnis begünstigt und die Schale weniger haltbar macht. Kalium dagegen steuert genau die richtigen Prozesse: Zuckertransport in die Frucht, Wasserregulation und Gewebefestigkeit. Zwei bis drei Gaben Patentkali oder Vinasse bis Mitte September genügen, danach wird die Düngung eingestellt.

Mein Kürbis hat eine braune weiche Stelle – ist er noch zu retten?

Das hängt von der Tiefe ab. Ist die Stelle oberflächlich und noch nicht ins Fruchtfleisch durchgedrungen, heben Sie die Frucht sofort an, reiben Sie die Stelle trocken und bringen Sie eine trockene, luftige Unterlage ein. Drehen Sie die Frucht so, dass die betroffene Zone abtrocknen kann. Sitzt die Stelle bereits weich und eingesunken im Fruchtfleisch, ist der Kürbis für die Lagerung verloren – dann besser zeitnah verarbeiten statt auf Halloween warten.

Warum reißt die Schale meines Kürbisses auf?

Fast immer wegen ungleichmäßiger Wasserversorgung. Trocknet der Boden aus und folgt dann ein Starkregen, nimmt die Frucht schlagartig Wasser auf, während die Schale bereits verhärtet ist – sie platzt auf. Vorbeugen lässt sich das durch gleichmäßiges Gießen alle zwei Tage statt täglich wenig, immer morgens und direkt an den Wurzelbereich. Eine Mulchschicht aus Stroh oder Rasenschnitt puffert die Feuchtigkeit zusätzlich ab.

Wie erkenne ich, dass mein Kürbis erntereif ist?

An vier Merkmalen: Der Stiel ist verholzt und wirkt rissig, die Schale lässt sich mit dem Fingernagel nicht mehr eindrücken, das Klopfen klingt hohl, und die Ranke am Fruchtansatz ist verdorrt. Ernten Sie in jedem Fall vor dem ersten Frost, üblicherweise zwischen Anfang und Mitte Oktober. Lassen Sie beim Schneiden mindestens fünf bis zehn Zentimeter Stiel stehen und tragen Sie den Kürbis niemals am Stiel – eine offene Stielwunde führt oft binnen weniger Tage zur Fäulnis.

Wann sollte ich den Kürbis für Halloween schnitzen?

Frühestens zwei bis drei Tage vor dem 31. Oktober. Ein geschnitzter Kürbis ist eine offene Wunde und beginnt sofort zu welken und zu schimmeln – je nach Witterung hält er nur drei bis sieben Tage. Der ungeschnitzte Kürbis dagegen bleibt bei 10 bis 15 Grad kühl und trocken gelagert monatelang fest. Tipp: Die Schnittflächen nach dem Schnitzen mit Zitronensaft einreiben oder dünn mit Vaseline bestreichen, das verzögert das Austrocknen deutlich.

 

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Jan Oliver Fricke
Als Herausgeber des Online-Magazins Haus & Garten beschäftige ich mich mit großer Leidenschaft mit den Themen Wohnen, Garten, Heimwerken, Modernisierung und Immobilien. Mein Ziel ist es, Leserinnen und Lesern praxisnahe Tipps, hilfreiche Ratgeber und interessante Hintergrundinformationen für Haus, Wohnung und Garten bereitzustellen. Dabei fließen sowohl eigene Erfahrungen als auch aktuelle Entwicklungen, bewährte Lösungen und Expertenwissen in meine Beiträge ein. Ob Gartengestaltung, Renovierung, Energieeinsparung, Wohnen oder alltägliche Herausforderungen rund um Haus und Grundstück – ich möchte komplexe Themen verständlich aufbereiten und konkrete Hilfestellungen für die praktische Umsetzung geben. Für meine Recherchen nutze ich neben klassischen Fachquellen und Expertenmeinungen auch moderne digitale Recherchemethoden sowie künstliche Intelligenz als unterstützendes Werkzeug zur Analyse und Aufbereitung von Informationen. Die redaktionelle Prüfung und inhaltliche Verantwortung liegen dabei stets bei mir persönlich. Mein Anspruch ist es, Leserinnen und Lesern nützliche Informationen mit echtem Mehrwert zu bieten und sie bei ihren Projekten rund um Haus und Garten kompetent zu begleiten.

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