
Laub ist pures Gold: So stellen Sie kostenlose Premium-Blumenerde selbst her – statt Säcke zu schleppen und Gebühren zu zahlen
Jetzt im Herbst geht es Schlag auf Schlag. Ahorn, Linde und Obstbäume lassen ihre Blätter fallen, und innerhalb weniger Tage verschwinden Rasen, Beete und Wege unter einer raschelnden Decke. Für viele Gartenbesitzer beginnt damit die unbeliebteste Arbeit des Jahres: Stunden mit dem Rechen, ein Sack nach dem anderen, die Fahrt zur Grüngutannahme oder der Kauf zusätzlicher Banderolen für die Biotonne.
Dabei lohnt sich ein Perspektivwechsel. Genau das Laub, das Sie heute mühsam entsorgen, kaufen Sie im Frühjahr in Form von Blumenerde im Baumarkt teuer zurück. Mit einem einfachen Drahtkorb lässt sich dieser Kreislauf durchbrechen. Die Methode kostet fast nichts, macht kaum Arbeit und liefert Jahr für Jahr Erde, die es mit jeder Sackware aufnehmen kann.

Was ist Laubkompost und warum ist er so wertvoll?
Laubkompost entsteht anders als der klassische Gartenkompost. Während auf dem Komposthaufen vor allem Bakterien Küchenabfälle und Grünschnitt zersetzen, übernehmen beim reinen Laub überwiegend Pilze die Arbeit. Das dauert länger, führt aber zu einem besonders feinkrümeligen, gleichmäßigen Ergebnis, das an guten Waldboden erinnert.
Fertiger Laubkompost ist locker, humusreich und kann viel Wasser speichern. Gleichzeitig ist er nährstoffarm und leicht sauer. Was zunächst wie ein Nachteil klingt, macht ihn für bestimmte Zwecke unschlagbar. Nicht ohne Grund sprechen erfahrene Gärtner vom schwarzen Gold.
Ein weiterer Vorteil gegenüber gekaufter Erde: Sie wissen genau, was drin ist. Selbst hergestellter Laubkompost ist garantiert torffrei, enthält keine Plastikreste und keine unbekannten Zusatzstoffe. Damit schonen Sie nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Moore, deren Abbau für viele handelsübliche Erden nach wie vor erfolgt.
Die Rechnung: So viel Geld sparen Sie wirklich
Die Investition ist überschaubar. Für einen Laubkorb benötigen Sie gut drei Meter Hasendraht und einige Pfähle. Je nach Qualität liegen die Kosten bei rund 15 bis 25 Euro, und der Korb hält viele Jahre.
Ein Rechenbeispiel für einen typischen Garten mit einem großen Laubbaum: Ein voller Korb mit einem Meter Durchmesser fasst knapp 800 Liter Laub. Da das Material beim Verrotten stark zusammensackt, bleiben am Ende etwa 150 bis 250 Liter feine Erde übrig. Das entspricht vier bis sechs Säcken hochwertiger torffreier Blumenerde, für die Sie im Handel schnell 40 bis 60 Euro bezahlen. Hinzu kommen eingesparte Entsorgungsgebühren, Banderolen und Fahrten zum Wertstoffhof. Bereits im ersten Erntejahr hat sich der Korb also mehrfach bezahlt gemacht.
Welches Laub eignet sich und welches nicht?
Schnell verrottendes Laub
Ideal sind Blätter von Ahorn, Linde, Birke, Hainbuche und Obstbäumen. Sie sind weich, enthalten wenig Gerbstoffe und zerfallen vergleichsweise zügig.
Langsam verrottendes Laub
Eiche, Walnuss, Platane, Buche und Esskastanie sind reich an Gerbstoffen und haben oft eine ledrige Oberfläche. Sie eignen sich durchaus, brauchen aber deutlich länger. Am besten mischen Sie sie mit schnell verrottendem Laub oder zerkleinern sie vorher gründlich.
Was nicht in den Laubkorb gehört
Blätter mit Pilzbefall wie Schorf, Rost oder Sternrußtau entsorgen Sie besser über die Biotonne, damit sich die Krankheiten nicht im Garten halten. Das gilt auch für Laub der Rosskastanie, wenn es von der Miniermotte befallen ist, denn die Puppen überwintern in den Blättern. Laub von stark befahrenen Straßen kann zudem mit Reifenabrieb und Streusalz belastet sein und hat im Gemüsebeet nichts verloren.
Schritt für Schritt: Den Laubkorb aus Hasendraht bauen
Sie benötigen Hasendraht oder Maschendraht, drei bis vier Holzpfähle oder kräftige Bambusstäbe, etwas Bindedraht und Arbeitshandschuhe.
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Schlagen Sie die Pfähle im Kreis in den Boden, sodass ein Durchmesser von etwa einem Meter entsteht. Wickeln Sie den Draht außen herum, befestigen Sie ihn mit Bindedraht an den Pfählen und verbinden Sie die beiden Enden fest miteinander. Eine Höhe von rund einem Meter ist ideal. Kleinere Körbe enthalten oft zu wenig Masse, damit die Rotte gleichmäßig in Gang kommt.
Wählen Sie einen halbschattigen, windgeschützten Platz und stellen Sie den Korb direkt auf offenen Boden. So können Regenwürmer und Bodenlebewesen ungehindert einwandern. Ein angenehmer Nebeneffekt: Das Laub ist im Korb sicher verwahrt und wird nicht mehr vom Wind über das Grundstück verteilt.
So befüllen Sie den Laubkorb richtig
Der wichtigste Profitipp: Fahren Sie vor dem Befüllen mit dem Rasenmäher über das Laub. Der Mäher sammelt die Blätter gleich auf und zerkleinert sie dabei. Die vergrößerte Oberfläche bietet den Mikroorganismen mehr Angriffsfläche und kann die Rottezeit nahezu halbieren.
Füllen Sie das Laub lagenweise ein und drücken Sie es leicht an. Entscheidend ist die richtige Feuchtigkeit. Das Material sollte sich anfühlen wie ein ausgedrückter Schwamm. Sehr trockenes Laub gießen Sie beim Einfüllen an.
Wer den Prozess beschleunigen möchte, kann zwischendurch eine dünne Schicht Gartenerde oder reifen Kompost einstreuen. Das bringt die nötigen Mikroorganismen mit. Bei gerbstoffreichem Laub helfen etwas Rasenschnitt oder eine Handvoll Hornspäne, weil sie Stickstoff liefern. Im Sommer schützt eine Abdeckung aus Jute oder Vlies vor dem Austrocknen.
Vom Laub zur Erde: Was in ein bis zwei Jahren passiert
Schon nach wenigen Wochen sackt der Inhalt deutlich zusammen. Im Folgejahr können Sie problemlos neues Laub nachfüllen oder einen zweiten Korb danebenstellen.
Nach etwa einem Jahr ist ein grober Laubkompost entstanden, in dem noch Blattstrukturen erkennbar sind. Er eignet sich bereits hervorragend als Mulch und zur Bodenverbesserung.
Nach rund zwei Jahren ist die Verwandlung abgeschlossen. Reifer Laubkompost ist dunkelbraun bis schwarz, fein und krümelig, Blattreste sind kaum noch zu erkennen. Er riecht angenehm nach Waldboden. Riecht er muffig oder sind noch viele Blätter zu sehen, braucht er einfach noch etwas Zeit.
Anwendung: So nutzen Sie Ihre selbst gemachte Erde
Anzuchterde
Gesiebt und bei Bedarf mit etwas Sand gemischt, ergibt Laubkompost eine erstklassige Anzuchterde. Gerade weil er nährstoffarm ist, bilden Sämlinge von Tomaten, Paprika oder Sommerblumen kräftige Wurzeln, statt zu schnell in die Höhe zu schießen.
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Blumenerde für Kübel und Balkonkästen
Für Balkon- und Kübelpflanzen mischen Sie Laubkompost etwa zu gleichen Teilen mit reifem Gartenkompost. So erhalten Sie eine strukturstabile Erde mit ausreichend Nährstoffen.
Für Moorbeetpflanzen und Beete
Rhododendron, Hortensien und Heidelbeeren lieben das leicht saure Milieu. Arbeiten Sie den Laubkompost großzügig in den Wurzelbereich ein. Auf Beeten und Rasenflächen dient er als Mulch, schwere Lehmböden werden durch regelmäßige Gaben spürbar lockerer.
Probleme lösen: Wenn der Laubkompost nicht gelingt
Das Laub zersetzt sich nicht: Meist ist es zu trocken, zu grob oder zu gerbstoffreich. Gießen Sie durchdringend, zerkleinern Sie neues Laub künftig mit dem Mäher und geben Sie etwas Hornspäne oder Rasenschnitt dazu.
Es riecht faulig: Dann ist das Material zu nass und verdichtet. Lockern Sie den Inhalt mit einer Grabegabel auf und mischen Sie trockenes Laub oder etwas Häckselgut unter.
Ein weißer Belag bildet sich: Kein Grund zur Sorge. Es handelt sich in aller Regel um harmlose Pilzfäden, die genau die gewünschte Zersetzungsarbeit leisten.
Starkzehrer wachsen schlecht: Pur verwendet ist Laubkompost für Kürbis, Zucchini oder Tomaten im Beet zu mager. Mischen Sie ihn mit Kompost oder düngen Sie organisch nach.
Zu wenig Platz: Auf kleinen Grundstücken oder dem Balkon funktioniert die Methode auch in großen, stabilen Säcken. Stechen Sie einige Löcher hinein, befeuchten Sie das Laub und stellen Sie die Säcke an einen schattigen Ort.
Zusatztipps für Garten und Natur
Lassen Sie nicht jedes Blatt verschwinden. Unter Sträuchern und Hecken ist eine Laubschicht ein natürlicher Winterschutz für den Boden und ein wichtiges Quartier für Igel, Käfer und andere Nützlinge. Auch empfindliche Stauden und Kübelpflanzen profitieren von einer Laubdecke als Frostschutz.
Beachten Sie die rechtliche Seite: Auf öffentlichen Gehwegen vor dem Grundstück gilt in vielen Kommunen eine Räumpflicht, denn nasses Laub ist rutschig. Laub, das vom Nachbargrundstück herüberweht, müssen Sie in der Regel als ortsüblich hinnehmen. Statt sich zu ärgern, landet es einfach mit im Korb.
Wer im zweiten Herbst einen weiteren Korb aufstellt, schafft einen dauerhaften Kreislauf. Ab dann können Sie jedes Jahr einen Korb mit reifer Erde ernten, während der nächste bereits arbeitet.
Fazit: Weniger Arbeit, weniger Kosten, bessere Erde
Laubkompost ist kostenlos, ökologisch, torffrei und von hervorragender Qualität. Er spart Entsorgungsgebühren, Fahrten zum Wertstoffhof und im Frühjahr den Kauf teurer Erdsäcke. Wer heute zehn Minuten in einen einfachen Drahtkorb investiert, erntet in zwei Jahren Erde in Premium-Qualität. Werfen Sie Ihr Laub also bloß nicht weg, Ihr Garten zahlt es Ihnen doppelt zurück.
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Kompostsieb
Für feine Anzuchterde sollte der fertige Laubkompost gesiebt werden. Ein Durchwurfsieb oder ein Handsieb mit etwa zehn Millimetern Maschenweite trennt grobe Reste zuverlässig ab. Die Reste wandern einfach zurück in den nächsten Laubkorb.
Hornspäne als Starthilfe
Hornspäne liefern organischen Stickstoff und bringen die Rotte bei gerbstoffreichem Laub von Eiche oder Walnuss in Schwung. Eine Handvoll pro Laublage genügt. Gleichzeitig sind sie ein bewährter Langzeitdünger für Beete und Kübel.
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Häufige Leserfragen zu Laubkompost
Wie lange dauert es, bis aus Laub Erde wird?
Mit zerkleinertem, schnell verrottendem Laub wie Ahorn oder Linde erhalten Sie nach etwa einem Jahr groben Laubkompost, nach rund zwei Jahren feine Erde. Gerbstoffreiches Laub von Eiche oder Walnuss kann ganzheitlich bis zu drei Jahre brauchen. Wer das Laub vorher mit dem Rasenmäher zerkleinert und feucht hält, verkürzt die Rottezeit deutlich.
Kann ich Laub auch auf den normalen Komposthaufen geben?
Ja, allerdings nur in Maßen. Große Mengen Laub verdichten den Kompost und bremsen die Rotte, weil Laub viel Kohlenstoff und wenig Stickstoff enthält. Mischen Sie Laub dort am besten in dünnen Lagen mit Grünschnitt und Küchenabfällen. Für größere Mengen ist ein eigener Laubkorb die bessere Lösung.
Muss ich den Laubkompost umsetzen?
Nein, das ist einer der großen Vorteile dieser Methode. Die Pilze arbeiten auch ohne Umsetzen zuverlässig. Nur wenn der Inhalt zu nass ist und faulig riecht, sollten Sie ihn mit der Grabegabel auflockern.
Locken Laubhaufen Ratten oder andere Schädlinge an?
Reiner Laubkompost bietet Ratten keine Nahrung und ist deshalb deutlich unproblematischer als ein Komposthaufen mit Küchenabfällen. Geben Sie keine gekochten Speisereste, Fleisch oder Brot hinzu. Igel, Asseln und Regenwürmer sind dagegen willkommene Gäste, die bei der Zersetzung helfen.
Ist Laubkompost für Gemüse geeignet?
Als Anzuchterde für Gemüsesamen ist er ideal, weil die Jungpflanzen kräftige Wurzeln bilden. Für Starkzehrer wie Tomaten, Kürbis oder Kohl im Beet reicht er pur nicht aus. Mischen Sie ihn mit reifem Gartenkompost oder düngen Sie organisch nach. Laub von stark befahrenen Straßen sollten Sie für Gemüse grundsätzlich nicht verwenden.
Darf ich Laub mit Pilzkrankheiten kompostieren?
Besser nicht. Sporen von Schorf, Rost oder Sternrußtau können die kühle Rotte im Laubkorb überstehen und später wieder Pflanzen befallen. Entsorgen Sie befallene Blätter über die Biotonne. Das gilt auch für Rosskastanienlaub mit Miniermotte.
Wie viel Laubkompost bleibt am Ende übrig?
Rechnen Sie mit etwa einem Viertel bis einem Fünftel des ursprünglichen Volumens. Aus einem vollen Korb mit einem Meter Durchmesser gewinnen Sie rund 150 bis 250 Liter feine Erde, also etwa vier bis sechs Säcke Blumenerde.
Was mache ich, wenn ich keinen Garten mit offenem Boden habe?
Laubkompost gelingt auch in großen, stabilen Säcken. Füllen Sie feuchtes, zerkleinertes Laub ein, verschließen Sie den Sack locker und stechen Sie einige Luftlöcher hinein. An einem schattigen Platz auf Terrasse oder Hof entsteht so ebenfalls wertvolle Erde. Etwas Gartenerde als Starthilfe bringt die nötigen Mikroorganismen mit.
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