
Roter Bambus ‘Chinese Wonder’: Warum diese Fargesia jetzt in deutschen Gärten für Aufsehen sorgt
Inhaltsverzeichnis
Roter Bambus ‘Chinese Wonder’ – Der elegante Fargesia für jeden Garten
Kaum eine Pflanze verbindet fernöstliche Eleganz so gekonnt mit mitteleuropäischer Winterhärte wie der Rote Bambus ‘Chinese Wonder’. Die botanisch als Fargesia nitida ‘Jiuzhaigou 1’ bezeichnete Sorte hat sich in den vergangenen Jahren vom Geheimtipp unter Pflanzenliebhabern zu einem der gefragtesten Ziergräser überhaupt entwickelt. Der Grund liegt auf der Hand: Während viele Bambusarten mit ihren wuchernden Ausläufern ganze Gärten unterwandern, wächst diese Fargesia horstig und bleibt dort, wo sie gepflanzt wurde. Gleichzeitig entwickelt sie jene charakteristisch rötlich gefärbten Halme, die dem ‘Chinese Wonder’ seinen poetischen Namen eingebracht haben.
Für Garteneinsteiger ist diese Sorte besonders attraktiv, weil sie verzeiht, was andere Bambusarten übel nehmen würden. Ein nicht ganz optimaler Standort, ein vergessener Gießgang im Sommer oder ein etwas zu später Rückschnitt – der Rote Bambus nimmt es gelassen. Wer dennoch einige grundlegende Regeln beachtet, wird mit einer Pflanze belohnt, die über Jahrzehnte hinweg Struktur, Farbe und Bewegung in den Garten bringt.
Was ist Fargesia nitida ‘Jiuzhaigou 1’?
Herkunft aus den Bergen Chinas
Die Wildform der Fargesia nitida stammt aus den Bergregionen der chinesischen Provinzen Sichuan und Gansu, wo sie in Höhenlagen zwischen 2000 und 3000 Metern gedeiht. Die Sorte ‘Jiuzhaigou 1’ wurde in den 1980er Jahren im berühmten Jiuzhaigou-Nationalpark entdeckt, einem UNESCO-Weltnaturerbe, das für seine türkisfarbenen Seen und dichten Bambuswälder bekannt ist. Dort dient der Bambus übrigens als wichtige Nahrungsquelle für die heimischen Großen Pandas.
Botanische Einordnung
Fargesia gehört zur Familie der Süßgräser und bildet innerhalb der Bambusgewächse eine eigene Gattung. Im Unterschied zu den als invasiv geltenden Phyllostachys-Arten bildet Fargesia keine unterirdischen Ausläufer, sondern wächst in kompakten Horsten. Die Pflanze erreicht je nach Standort eine Höhe von zwei bis vier Metern und entwickelt überhängende, leicht gebogene Halme mit feinem, immergrünem Laub.
Das Geheimnis der roten Färbung
Die namensgebende Rotfärbung der Halme entsteht nicht von Beginn an. Junge Triebe zeigen sich zunächst in einem frischen Grün und verfärben sich erst im Laufe der Zeit – besonders ausgeprägt unter Sonneneinstrahlung und in den kühleren Monaten. Im Winter, wenn die Sonne flach steht und die Temperaturen sinken, leuchten die Halme in einem warmen Rotbraun bis Kupferrot. Dieser Farbwechsel macht den ‘Chinese Wonder’ zu einer der wenigen Bambusarten, die auch in der kalten Jahreszeit optisch punkten.
Der richtige Standort
Licht und Schatten ausbalancieren
Der Rote Bambus bevorzugt einen halbschattigen bis absonnigen Standort. Volle Mittagssonne, besonders in Kombination mit trockener Luft und Wind, kann zu Blattverbrennungen führen und die Pflanze stressen. Morgen- und Abendsonne verträgt der ‘Chinese Wonder’ hingegen problemlos und entwickelt unter diesen Bedingungen sogar eine intensivere Halmfärbung. Ein Platz unter lichten Baumkronen oder an der Nordseite eines Gebäudes mit einigen Stunden direkter Sonne ist ideal.
Windschutz beachten
In seiner Heimat wächst Fargesia nitida geschützt zwischen Felswänden und unter dem Kronendach höherer Bäume. Entsprechend empfindlich reagiert die Pflanze auf austrocknende Winde. Besonders im Winter, wenn der Boden gefroren ist und die Wurzeln kein Wasser aufnehmen können, führt kalter Ostwind zu Trockenschäden am Laub. Ein windgeschützter Platz ist daher nicht nur empfehlenswert, sondern in exponierten Lagen unverzichtbar.
Das Mikroklima nutzen
Hauswände, Mauern und Hecken schaffen Kleinklimata, die dem Roten Bambus zugutekommen. Die gespeicherte Wärme einer nach Süden oder Westen ausgerichteten Mauer kann in Frostnächten den entscheidenden Unterschied machen. Gleichzeitig reflektieren helle Fassaden Licht und verbessern so die Lichtverhältnisse an schattigen Standorten.
Bodenansprüche und Pflanzung
Der ideale Boden
Fargesia nitida ‘Jiuzhaigou 1’ bevorzugt einen humosen, gleichmäßig feuchten, aber gut durchlässigen Boden. Staunässe ist der größte Feind dieser Pflanze und führt unweigerlich zu Wurzelfäule. Schwere Lehmböden sollten daher vor der Pflanzung mit Sand und reifem Kompost verbessert werden. Der pH-Wert darf leicht sauer bis neutral sein, extreme Werte in beide Richtungen verträgt der Bambus weniger gut.
Das Pflanzloch vorbereiten
Heben Sie ein Pflanzloch aus, das mindestens doppelt so breit und eineinhalbmal so tief ist wie der Wurzelballen. Lockern Sie den Untergrund mit einer Grabegabel auf und mischen Sie die ausgehobene Erde mit etwa einem Drittel Kompost sowie einer Handvoll Hornspänen. Bei schweren Böden empfiehlt sich zusätzlich eine Drainageschicht aus Kies oder Blähton am Grund des Pflanzlochs.
Warum keine Rhizomsperre nötig ist
Anders als die gefürchteten Phyllostachys-Bambusarten bildet Fargesia keine Ausläufer. Die Pflanze wächst horstig, das heißt, sie breitet sich langsam und kontrolliert von der Mitte nach außen aus. Eine Rhizomsperre ist daher überflüssig und würde das Wurzelwachstum unnötig einengen. Pro Jahr nimmt der Horst etwa fünf bis zehn Zentimeter im Durchmesser zu – ein Wachstum, das sich leicht durch gelegentliches Abstechen der Ränder im Zaum halten lässt.
Pflanzzeit und Eingewöhnung
Die beste Pflanzzeit liegt im Frühjahr zwischen März und Mai, wenn keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. Auch eine Herbstpflanzung bis Ende September ist möglich, gibt der Pflanze aber weniger Zeit zum Einwurzeln vor dem Winter. Nach dem Pflanzen ausgiebig wässern und den Wurzelbereich mit einer Schicht Rindenmulch abdecken, um die Feuchtigkeit im Boden zu halten.
Pflege im Jahresverlauf
Richtig gießen
Bambus hat einen hohen Wasserbedarf, besonders in den ersten beiden Standjahren. Gießen Sie regelmäßig und durchdringend, sodass das Wasser bis in die tieferen Bodenschichten vordringt. Oberflächliches Gießen fördert ein flaches Wurzelsystem und macht die Pflanze anfälliger für Trockenstress. Im Sommer kann bei anhaltender Hitze tägliches Wässern erforderlich sein. Auch im Winter sollten Sie an frostfreien Tagen gelegentlich gießen, da die immergrünen Blätter weiterhin Wasser verdunsten.
Düngen mit Augenmaß
Fargesia nitida ist kein Starkzehrer, profitiert aber von einer regelmäßigen Nährstoffversorgung. Optimal ist eine Gabe organischen Langzeitdüngers im Frühjahr, etwa in Form von Hornspänen oder speziellem Bambusdünger. Eine zweite, leichte Düngung kann im Frühsommer erfolgen. Ab August sollten Sie nicht mehr düngen, damit die Triebe vor dem Winter ausreifen können.
Rückschnitt und Auslichten
Ein radikaler Rückschnitt ist beim Roten Bambus weder nötig noch empfehlenswert. Entfernen Sie stattdessen im Frühjahr abgestorbene oder beschädigte Halme bodennah. Ältere Horste können durch das Herausschneiden der ältesten Halme verjüngt und aufgelockert werden. Die typische, leicht überhängende Wuchsform sollten Sie erhalten, da sie zum natürlichen Charme dieser Pflanze gehört.
Vermehrung leicht gemacht
Teilung als einfachste Methode
Die zuverlässigste Vermehrungsmethode für Hobbygärtner ist die Teilung etablierter Horste im Frühjahr. Stechen Sie mit einem scharfen Spaten einen Teilbereich am Rand des Horstes ab, der mindestens drei bis fünf Halme umfasst. Pflanzen Sie das Teilstück sofort an seinen neuen Standort und wässern Sie gründlich. Die Erfolgsquote liegt bei nahezu hundert Prozent, sofern die Teilstücke nicht zu klein gewählt werden.
Warum Samen keine Option sind
Bambuspflanzen blühen äußerst selten – oft nur einmal in mehreren Jahrzehnten – und sterben nach der Blüte häufig ab. Samen sind daher kommerziell kaum verfügbar, und die Anzucht wäre für Hobbygärtner mit unvertretbar langer Wartezeit verbunden. Stecklingsvermehrung ist bei Fargesia möglich, erfordert jedoch kontrollierte Bedingungen und gelingt im Hausgarten selten zuverlässig.
Krankheiten und Schädlinge erkennen
Blattläuse und Spinnmilben
Bei Trockenstress oder ungünstigen Standortbedingungen können Blattläuse und Spinnmilben auftreten. Befallene Pflanzen zeigen gelblich gesprenkelte Blätter und feine Gespinste an den Blattunterseiten. Regelmäßiges Besprühen mit Wasser erhöht die Luftfeuchtigkeit und beugt einem Befall vor. Bei starkem Auftreten helfen Präparate auf Basis von Rapsöl oder Kaliseife.
Pilzkrankheiten durch Staunässe
Wurzel- und Halmfäule treten fast ausschließlich bei staunassen Böden auf. Verfärbte, weiche Halme und ein fauliger Geruch im Wurzelbereich sind deutliche Warnsignale. Verbessern Sie in diesem Fall dringend die Drainage und reduzieren Sie die Wassergaben. Stark befallene Pflanzen sind oft nicht mehr zu retten.
Frostschäden richtig einschätzen
Nach strengen Wintern zeigen sich manchmal braune Blattspitzen oder komplett vertrocknete Blätter. Das sieht dramatisch aus, ist aber meist kein Grund zur Panik. Warten Sie den Neuaustrieb im Frühjahr ab, bevor Sie zur Schere greifen. In den allermeisten Fällen erholt sich der Bambus vollständig und treibt kräftig neu aus.
Häufige Fehler vermeiden
Der erste und häufigste Fehler ist ein zu sonniger, windexponierter Standort. Der zweite betrifft das Gießen: Sowohl zu viel als auch zu wenig Wasser schadet der Pflanze nachhaltig. Drittens unterschätzen viele Gartenbesitzer den Platzbedarf und setzen den Bambus zu nah an Mauern oder andere Pflanzen. Viertens wird oft zu spät im Jahr gepflanzt, sodass die Wurzeln vor dem Winter nicht mehr einwachsen können. Der fünfte typische Fehler ist übertriebener Rückschnitt, der die natürliche Wuchsform zerstört und die Pflanze schwächt.
Gestaltungsideen mit Rotem Bambus
Als Sichtschutz und Hecke
Mit seiner Höhe von bis zu vier Metern und dem dichten Laub eignet sich der ‘Chinese Wonder’ hervorragend als lebender Sichtschutz. Für eine blickdichte Hecke pflanzen Sie die Bambusse im Abstand von etwa einem Meter. Nach wenigen Jahren wachsen die Horste zusammen und bilden eine elegante, immergrüne Wand.
Solitär als Blickfang
Einzeln gepflanzt kommt die überhängende Wuchsform besonders gut zur Geltung. Ein freistehender Horst vor einer dunklen Hauswand oder am Rand eines Wasserbeckens entwickelt eine fast skulpturale Wirkung. Die rötlichen Halme setzen dabei Akzente, die sich von der grünen Umgebung abheben.
Kübelpflanzung auf Balkon und Terrasse
Auch im Kübel macht der Rote Bambus eine gute Figur, sofern das Gefäß ausreichend groß ist. Wählen Sie einen Topf mit mindestens fünfzig Litern Volumen und achten Sie auf gute Drainage. Im Winter benötigen Kübelpflanzen zusätzlichen Schutz, da der Wurzelballen durchfrieren kann.
Fazit und Expertentipps
Der Rote Bambus ‘Chinese Wonder’ vereint unkomplizierte Pflege mit außergewöhnlicher Schönheit. Wer ihm einen halbschattigen, windgeschützten Platz mit durchlässigem Boden bietet und regelmäßig wässert, wird mit einer langlebigen, pflegeleichten Pflanze belohnt. Verzichten Sie auf eine Rhizomsperre, die bei dieser horstbildenden Art nicht nötig ist, und lassen Sie dem Bambus seine natürliche Wuchsform.
Ein letzter Expertentipp: Mulchen Sie den Wurzelbereich jährlich mit einer frischen Schicht aus Laub oder Rindenhumus. Das hält den Boden feucht, unterdrückt Unkraut und versorgt die Pflanze mit langsam freigesetzten Nährstoffen. So gepflegt, wird Ihnen der ‘Chinese Wonder’ über viele Jahre hinweg Freude bereiten – und im Winter mit seinen leuchtend roten Halmen selbst die trübsten Tage ein wenig heller erscheinen lassen.
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Bambusdünger für kräftiges Wachstum
Ein speziell auf die Bedürfnisse von Bambus abgestimmter Dünger versorgt Ihren ‘Chinese Wonder’ mit allen wichtigen Nährstoffen. Bambusdünger enthält einen erhöhten Stickstoffanteil für sattgrünes Laub sowie Silizium für stabile Halme. Die erste Düngergabe erfolgt im April, eine zweite leichte Gabe kann im Juni folgen. Verwenden Sie bevorzugt organische Langzeitdünger, die ihre Nährstoffe gleichmäßig über mehrere Monate abgeben und das Bodenleben fördern.
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Rindenmulch zur Bodenabdeckung
Eine Mulchschicht im Wurzelbereich hält die Feuchtigkeit im Boden, unterdrückt Unkrautwuchs und schützt die empfindlichen Flachwurzeln vor Temperaturschwankungen. Rindenmulch aus Pinien- oder Fichtenrinde eignet sich besonders gut, da er langsam verrottet und dabei Humus bildet. Tragen Sie eine etwa fünf bis acht Zentimeter dicke Schicht auf und erneuern Sie diese jährlich im Frühjahr. Achten Sie darauf, den Mulch nicht direkt an die Halme zu häufen, um Fäulnis zu vermeiden.
Gartenvlies für den Winterschutz
Obwohl der Rote Bambus ausgesprochen winterhart ist, profitieren vor allem Kübelpflanzen und frisch gesetzte Exemplare von einem zusätzlichen Schutz. Atmungsaktives Gartenvlies schützt das Laub vor austrocknenden Winden und extremer Kälte, ohne die Luftzirkulation zu unterbinden. Wickeln Sie das Vlies locker um die Pflanze und sichern Sie es mit Schnur. Bei Kübelpflanzen sollte zusätzlich der Topf mit Noppenfolie oder Jutesäcken umwickelt werden.
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Pflanzkübel für Balkon und Terrasse
Für die Kübelkultur benötigt Fargesia nitida ein ausreichend großes Gefäß mit mindestens fünfzig Litern Volumen. Hochwertige Pflanzkübel aus Fiberglas oder frostfestem Kunststoff sind leicht, langlebig und halten auch strenge Winter aus. Achten Sie auf ausreichend große Abzugslöcher im Boden und stellen Sie den Kübel auf Topffüße, damit überschüssiges Wasser ungehindert ablaufen kann. Dunkle Farben heizen sich im Sommer stark auf und sollten daher an halbschattigen Standorten bevorzugt werden.
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Gießkanne mit langem Hals
Regelmäßiges und durchdringendes Gießen ist für den Roten Bambus essenziell, besonders in den ersten Standjahren und bei Kübelpflanzung. Eine Gießkanne mit langem, schmalem Hals ermöglicht gezieltes Wässern direkt im Wurzelbereich, ohne das Laub unnötig zu benetzen. Modelle mit abnehmbarem Brausekopf bieten zusätzliche Flexibilität. Für größere Pflanzungen lohnt sich alternativ die Anschaffung eines Gartenschlauchs mit Gießstab, der das Wässern rückenschonender gestaltet.
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Gartenschere für den Pflegeschnitt
Zum Entfernen abgestorbener oder beschädigter Halme benötigen Sie eine scharfe, hochwertige Gartenschere. Bypass-Scheren eignen sich besonders gut, da sie saubere Schnitte erzeugen und das Pflanzengewebe nicht quetschen. Für dickere Halme ab etwa zwei Zentimetern Durchmesser empfiehlt sich zusätzlich eine Astschere mit langen Griffen. Reinigen Sie die Klingen nach jedem Einsatz und schärfen Sie sie regelmäßig, um Infektionen an den Schnittstellen vorzubeugen.
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Hornspäne als organischer Langzeitdünger
Hornspäne sind ein bewährter organischer Dünger, der Stickstoff langsam und gleichmäßig freisetzt. Im Gegensatz zu mineralischen Düngern besteht keine Gefahr der Überdüngung, und das Bodenleben wird nachhaltig gefördert. Arbeiten Sie die Hornspäne im Frühjahr leicht in die obere Bodenschicht ein oder streuen Sie sie unter die Mulchschicht. Die Zersetzung durch Bodenorganismen sorgt dafür, dass die Nährstoffe über mehrere Monate hinweg pflanzenverfügbar werden.
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Blähton für die Drainage
Eine gute Drainage ist für Fargesia nitida unverzichtbar, da Staunässe unweigerlich zu Wurzelfäule führt. Blähton eignet sich hervorragend als Drainageschicht am Boden des Pflanzlochs oder Kübels. Das leichte, poröse Material speichert überschüssiges Wasser und gibt es bei Bedarf wieder an die Wurzeln ab. Bei schweren Lehmböden mischen Sie zusätzlich etwas Blähton unter die Pflanzerde, um deren Struktur dauerhaft zu verbessern und die Durchlüftung zu fördern.
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Häufige Leserfragen zum Roten Bambus ‘Chinese Wonder’
Ist der Rote Bambus wirklich winterhart?
Fargesia nitida ‘Jiuzhaigou 1’ zählt zu den winterhärtesten Bambusarten überhaupt und übersteht Temperaturen bis minus 25 Grad Celsius problemlos. Diese Frosthärte verdankt die Pflanze ihrer Herkunft aus den Hochlagen Chinas, wo eisige Winter die Regel sind. In besonders exponierten Lagen oder bei Kübelpflanzung empfiehlt sich dennoch ein leichter Winterschutz aus Vlies oder Laub im Wurzelbereich. Wichtiger als der Schutz vor Kälte ist allerdings das Gießen an frostfreien Tagen, da die immergrünen Blätter auch im Winter Wasser verdunsten und bei gefrorenem Boden vertrocknen können.
Wie schnell wächst der Rote Bambus?
In den ersten beiden Standjahren wächst Fargesia nitida eher gemächlich, da die Pflanze zunächst ihr Wurzelsystem aufbaut. Ab dem dritten Jahr nimmt das Wachstum deutlich zu, und der Horst kann pro Saison dreißig bis fünfzig Zentimeter an Höhe gewinnen. Die Endhöhe von zwei bis vier Metern erreicht der ‘Chinese Wonder’ je nach Standortbedingungen nach etwa fünf bis sieben Jahren. In der Breite wächst der Horst langsamer und nimmt jährlich nur fünf bis zehn Zentimeter zu, sodass die Pflanze stets gut kontrollierbar bleibt.
Warum werden die Blätter meines Bambus gelb?
Gelbe Blätter können verschiedene Ursachen haben und sind nicht immer ein Alarmsignal. Ein natürlicher Blattfall im Frühjahr, bei dem ältere Blätter durch neue ersetzt werden, ist völlig normal. Treten gelbe Blätter hingegen großflächig und außerhalb dieser Phase auf, deutet das meist auf Staunässe, Nährstoffmangel oder einen zu sonnigen Standort hin. Prüfen Sie zunächst die Bodenfeuchtigkeit und verbessern Sie gegebenenfalls die Drainage. Eine Düngergabe mit stickstoffbetontem Bambusdünger kann ebenfalls helfen, wenn der Boden ausgelaugt ist.
Kann ich den Roten Bambus auch im Kübel halten?
Die Kübelkultur ist durchaus möglich, stellt aber höhere Ansprüche an die Pflege als eine Freilandpflanzung. Wählen Sie ein Gefäß mit mindestens fünfzig, besser achtzig Litern Volumen und achten Sie auf ausreichende Abzugslöcher im Boden. Im Sommer müssen Kübelpflanzen oft täglich gegossen werden, da das begrenzte Erdvolumen schnell austrocknet. Im Winter benötigt der Topf einen Frostschutz aus Vlies oder Noppenfolie, da der Wurzelballen im Gegensatz zur Freilandpflanzung komplett durchfrieren kann. Alle drei bis vier Jahre sollten Sie den Bambus in frisches Substrat umtopfen oder den Horst teilen.
Wann ist die beste Zeit zum Pflanzen?
Die optimale Pflanzzeit liegt im Frühjahr zwischen Ende März und Mitte Mai, wenn keine starken Spätfröste mehr zu erwarten sind. In dieser Phase hat der Bambus die gesamte Vegetationsperiode vor sich, um sein Wurzelsystem zu entwickeln und sich am neuen Standort zu etablieren. Eine Herbstpflanzung bis Ende September ist zwar möglich, birgt aber das Risiko, dass die Pflanze vor dem ersten Frost nicht mehr ausreichend einwurzelt. Sommerliche Pflanzungen sollten Sie vermeiden, da der hohe Wasserbedarf bei Hitze kaum zu decken ist und die Pflanze unter Stress gerät.
Muss ich den Roten Bambus regelmäßig schneiden?
Ein regelmäßiger Formschnitt ist beim ‘Chinese Wonder’ nicht erforderlich und würde sogar den natürlichen, elegant überhängenden Wuchs zerstören. Beschränken Sie sich darauf, im zeitigen Frühjahr abgestorbene, beschädigte oder sehr alte Halme bodennah zu entfernen. Bei älteren Horsten fördert das Herausschneiden der drei bis vier Jahre alten Halme den Neuaustrieb und hält die Pflanze vital. Sollte der Bambus zu breit werden, können Sie die äußeren Triebe mit einem scharfen Spaten abstechen, anstatt die Pflanze von oben zu kürzen.
Warum färben sich die Halme bei mir nicht rot?
Die charakteristische Rotfärbung der Halme hängt stark von den Lichtverhältnissen ab und entwickelt sich erst mit der Zeit. Junge Triebe sind grundsätzlich grün und verfärben sich erst im zweiten oder dritten Jahr. Steht der Bambus sehr schattig, bleibt die Färbung dezent oder kann ganz ausbleiben. Ein halbschattiger Standort mit einigen Stunden direkter Morgen- oder Abendsonne fördert die Farbentwicklung am besten. Besonders intensiv leuchten die Halme im Spätherbst und Winter, wenn die tiefstehende Sonne und kühle Temperaturen die Rotpigmente in der Halmoberfläche verstärken.
Welche Pflanzen passen gut zum Roten Bambus?
Fargesia nitida ‘Jiuzhaigou 1’ harmoniert besonders gut mit anderen asiatisch anmutenden Gewächsen und Pflanzen, die ähnliche Standortansprüche haben. Japanische Ahorne, Funkien, Farne und Rhododendren bilden im Halbschatten eine stimmige Kombination. Ziergräser wie Japanisches Blutgras oder Seggen setzen zusätzliche Strukturakzente und ergänzen den Bambus auf Augenhöhe. Auch Stauden wie Astilben, Elfenblumen oder Schaublatt fügen sich harmonisch ein und beleben den Unterwuchs mit Blüten und interessanten Blattformen. Vermeiden Sie hingegen stark wüchsige Bodendecker, die dem Bambus Wasser und Nährstoffe streitig machen könnten.
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