Asiatische Hornisse breitet sich aus So erkennen Sie die gefährliche Invasion in Ihrem Garten – und was jetzt zu tun ist
Asiatische Hornisse breitet sich aus So erkennen Sie die gefährliche Invasion in Ihrem Garten – und was jetzt zu tun ist

Asiatische Hornisse breitet sich aus: So erkennen Sie die gefährliche Invasion in Ihrem Garten – und was jetzt zu tun ist

Sie ist klein, dunkel und unscheinbar – und doch verändert sie gerade ganze Ökosysteme. Die Asiatische Hornisse breitet sich seit Jahren mit erschreckender Geschwindigkeit über Europa aus, und 2026 ist sie längst kein Randphänomen mehr. Was vor wenigen Jahren noch eine Meldung aus dem Südwesten Frankreichs war, ist heute Realität in nahezu allen deutschen Bundesländern. Imker melden zerstörte Bienenvölker, Naturschutzverbände schlagen Alarm, und immer mehr Garten- und Grundstücksbesitzer entdecken die typischen kugelförmigen Nester in ihren Bäumen – oft erst dann, wenn das Laub im Herbst fällt.

Die Bedrohung ist real: Ein einziges Volk der Asiatischen Hornisse kann tausende Honigbienen erbeuten und damit nicht nur die Arbeit von Imkern zunichtemachen, sondern auch die Bestäubung in Ihrem eigenen Garten massiv beeinträchtigen. Wer einen Obstbaum, ein Beerenbeet oder eine Blühwiese pflegt, spürt die Folgen unmittelbar. Höchste Zeit also, genau hinzusehen – und zu wissen, was zu tun ist.

Was ist die Asiatische Hornisse
Was ist die Asiatische Hornisse

Was ist die Asiatische Hornisse?

Herkunft und Einwanderung nach Europa

Vespa velutina nigrithorax stammt ursprünglich aus den subtropischen Regionen Südostasiens, vor allem aus China, Nordindien und Indonesien. Nach Europa gelangte sie 2004 vermutlich mit einer Lieferung Tonwaren in den Südwesten Frankreichs. Von dort breitete sie sich rasant aus – über Spanien, Portugal, Italien und schließlich nach Belgien, Luxemburg und Deutschland. Die erste bestätigte Sichtung hierzulande gab es 2014 im Raum Karlsruhe. Heute ist die Art in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern fest etabliert, mit zunehmenden Funden in Niedersachsen, Sachsen und sogar bis nach Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die EU stuft Vespa velutina seit 2016 als invasive Art von unionsweiter Bedeutung ein.

Wissenschaftlicher Steckbrief: Vespa velutina nigrithorax

Biologisch gehört die Asiatische Hornisse zur Familie der Faltenwespen. Eine begattete Königin überwintert geschützt im Boden oder in Totholz und gründet im April ein neues Volk. Bis zum Hochsommer wächst die Kolonie auf 2.000 bis 6.000 Tiere heran – deutlich mehr als bei der heimischen Hornisse. Im Frühjahr werden Primärnester in geschützten, halboffenen Strukturen angelegt, später zieht das Volk in größere Sekundärnester um, die bevorzugt in Baumkronen über zehn Meter Höhe entstehen, aber auch in Hecken, an Schuppen oder unter Dachvorsprüngen vorkommen.

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Asiatische Hornisse erkennen Die wichtigsten Merkmale
Asiatische Hornisse erkennen Die wichtigsten Merkmale

Asiatische Hornisse erkennen: Die wichtigsten Merkmale

Aussehen im Detail

Die Asiatische Hornisse misst zwischen 17 und 32 Millimetern und ist damit etwas kleiner als ihre europäische Verwandte. Ihr Körper wirkt insgesamt deutlich dunkler: Brust und Hinterleib sind überwiegend schwarz bis schwarzbraun. Das auffälligste Merkmal ist ein einzelnes, breites orangegelbes Band auf dem vierten Hinterleibssegment. Die Beine enden in markant gelben Spitzen – daher auch der englische Name „yellow-legged hornet“. Der Kopf ist von vorn betrachtet orangerot, von oben jedoch schwarz. Diese Kombination aus dunkler Grundfärbung, gelben Beinenden und einem einzelnen Farbband ist eindeutig.

Verwechslungsgefahr mit der Europäischen Hornisse

Die heimische Vespa crabro ist deutlich größer (bis 35 Millimeter), wirkt insgesamt heller und zeigt ein klassisches Gelb-Schwarz-Muster mit rötlich-braunen Anteilen an Kopf und Brust. Wichtig: Die Europäische Hornisse steht in Deutschland unter besonderem Schutz nach Bundesnaturschutzgesetz – wer sie tötet oder ihr Nest zerstört, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit hohen Bußgeldern geahndet werden kann. Auch zu gewöhnlichen Wespen und dem harmlosen Hornissenschwärmer (einer Schwebfliege) gibt es klare Unterschiede in Größe, Färbung und Flugverhalten. Im Zweifel gilt: lieber einmal zu viel hinschauen als ein geschütztes Tier gefährden.

Typisches Flug- und Jagdverhalten

Ein verräterisches Erkennungsmerkmal ist das sogenannte Rüttelflugverhalten: Asiatische Hornissen schweben oft minutenlang regungslos vor Bienenstöcken oder blühenden Sträuchern, um Honigbienen im Anflug abzufangen. Sie sind tagaktiv, fliegen anders als die heimische Art aber nicht in der Dämmerung oder nachts. Dieses gezielte „Bienenangeln“ ist für aufmerksame Beobachter eines der zuverlässigsten Hinweise.

Welche Gefahren gehen von der Asiatischen Hornisse aus
Welche Gefahren gehen von der Asiatischen Hornisse aus

Welche Gefahren gehen von der Asiatischen Hornisse aus?

Bedrohung für Honigbienen und Bestäuberinsekten

Ein einziges Hornissenvolk kann pro Tag mehrere hundert Honigbienen erbeuten. Über die Saison summiert sich das auf zehntausende Tiere – genug, um ganze Bienenvölker zu schwächen oder kollabieren zu lassen. Die Bienen reagieren mit Stockstarre und stellen ihre Sammelflüge ein, was zum Verhungern der Kolonie führen kann. Auch Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge stehen auf dem Speiseplan, was die Bestäubung in Obstgärten, auf Streuobstwiesen und im heimischen Gemüsebeet spürbar beeinträchtigt.

Gefahr für den Menschen

Einzeltiere auf Nahrungssuche sind nicht aggressiver als Wespen. Brisant wird es im Umkreis des Nests: Bei Erschütterungen, etwa durch Rasenmäher, Heckenscheren oder Astsägen, verteidigen die Hornissen ihr Volk vehement und greifen in Schwärmen an. Der Verteidigungsradius reicht bis zu fünf Meter rund um das Nest. Die Stichintensität entspricht etwa der einer heimischen Hornisse, ist also schmerzhaft, aber für gesunde Erwachsene nicht lebensgefährlich. Allergiker, Kinder und ältere Menschen sollten jedoch besondere Vorsicht walten lassen.

Wirtschaftliche und ökologische Schäden

Die Schäden gehen weit über die Imkerei hinaus. Im Weinbau lockt reife Süße die Hornissen an, die Trauben anfressen und Folgeschäden durch Fäulnis verursachen. Auf Streuobstwiesen sinken die Erträge durch fehlende Bestäubung. Studien aus Frankreich beziffern die wirtschaftlichen Verluste in betroffenen Regionen auf mehrere Millionen Euro jährlich.

Nest erkennen: Wo die Asiatische Hornisse baut
Nest erkennen: Wo die Asiatische Hornisse baut

Nest erkennen: Wo die Asiatische Hornisse baut

Primärnest im Frühjahr

Zwischen April und Juni baut die Königin ein faustgroßes Frühnest an geschützten, halboffenen Stellen: unter Carports, in Geräteschuppen, an Dachvorsprüngen oder in Gartenhäusern. Diese Nester sind hellbraun, papierartig und tragen eine sichtbare Eingangsöffnung an der Unterseite.

Sekundärnest im Sommer

Ab Juli zieht das Volk in ein deutlich größeres Sekundärnest um, meist in Baumkronen ab zehn Metern Höhe. Diese kugel- oder tropfenförmigen Konstruktionen erreichen einen Durchmesser von bis zu 80 Zentimetern und werden oft erst nach dem Laubfall im Oktober oder November sichtbar – dann allerdings ist das Volk meist schon im Niedergang.

Was tun bei einem Verdacht? Der richtige Meldeweg

Sichtung dokumentieren

Fotografieren Sie das Tier oder Nest aus sicherer Entfernung mit Zoom oder Smartphone-Kamera. Notieren Sie Fundort, Datum und Uhrzeit. Vermeiden Sie es, sich dem Nest zu nähern – schon Vibrationen können Angriffe auslösen.

Offizielle Meldestellen in Deutschland

Jede Sichtung sollte gemeldet werden. Zentrale Anlaufstellen sind die Landesanstalten für Umwelt der jeweiligen Bundesländer sowie das Online-Portal des Bundesamts für Naturschutz. In vielen Regionen gibt es zusätzlich App-basierte Meldesysteme. Die Meldepflicht ergibt sich aus der EU-Verordnung 1143/2014 zu invasiven Arten.

Offizielle Meldestellen in Deutschland

Jede Sichtung der Asiatischen Hornisse sollte gemeldet werden. Die Sichtung Asiatischer Hornissen ist seit März 2025 nicht mehr bundesweit meldepflichtig, da die Art als „weit verbreitet” eingestuft wurde – allerdings hilft es den Behörden und Imkern weiterhin sehr, wenn Beobachtungen gemeldet werden NABU. In einigen Bundesländern ergreifen die Behörden weiterhin Maßnahmen, um die Asiatische Hornisse einzudämmen und finanzieren die Entfernung von Nestern NABU. Wichtig: Jede Meldung sollte ein Foto sowie eine genaue Standortangabe enthalten – ohne Foto sind Meldungen nicht verifizierbar.

Zentrale bundesweite Anlaufstellen

NABU | naturgucker (deutschlandweit): Online-Meldeportal unter www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/hornissen-melden.html

Projekt VELUTINA (länderübergreifende Übersicht): www.velutina.de/velutina-melden/

Meldestellen nach Bundesländern

Baden-Württemberg Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) Online-Meldeplattform: www.lubw.baden-wuerttemberg.de/natur-und-landschaft/asiatische-hornisse-melden

Bayern Offizielle Meldeseite: https://beewarned.de BUND Naturschutz Kreisgruppe München Institut für Bienenkunde und Imkerei (LWG): Telefon 0931 9801-3600, E-Mail IBI@lwg.bayern.de BUND Naturschutz Kreisgruppe München

Berlin Hymenopterendienst: E-Mail kontakt@hymenopterendienst.de Projekt VELUTINA

Brandenburg Landesverband Brandenburgischer Imker: E-Mail vvmeldung@imker-brandenburgs.de Projekt VELUTINA

Bremen Plattform Neobiota-Nord Fundmeldung: www.neobiota-nord.de

Hamburg Plattform Neobiota-Nord Fundmeldung: www.neobiota-nord.de Zusätzliche E-Mail: invasive-arten@bukea.hamburg.de Projekt VELUTINA

Hessen Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) Online-Meldeportal: www.hlnug.de/themen/naturschutz/tiere-und-pflanzen/arten-melden/hornisse

Mecklenburg-Vorpommern Plattform Neobiota-Nord Fundmeldung: www.neobiota-nord.de

Niedersachsen Plattform Neobiota-Nord Fundmeldung: www.neobiota-nord.de

Nordrhein-Westfalen Plattform Neobiota NRW: www.neobiota.nrw.de Zusätzlich Untere Naturschutzbehörde des jeweiligen Kreises oder der kreisfreien Stadt

Rheinland-Pfalz ArtenFinder Rheinland-Pfalz: artenfinder.rlp.de/MeldeaufrufAsiatischeHornisse E-Mail: artenfinder@snu.rlp.de Rlp

Saarland E-Mail: asiatische-hornisse@umwelt.saarland.de Projekt VELUTINA

Sachsen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) E-Mail: artenerfassung.lfulg@smekul.sachsen.de Projekt VELUTINA

Sachsen-Anhalt Plattform Meldeportal Sachsen-Anhalt: www.lau.sachsen-anhalt.de

Schleswig-Holstein Plattform Neobiota-Nord Fundmeldung: www.neobiota-nord.de

Thüringen Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) E-Mail: poststelle@tlubn.thueringen.de Bienen&Natur

Wichtiger Hinweis zur aktuellen Rechtslage

Seit der Umgruppierung der Asiatischen Hornisse auf die Liste der invasiven Arten, die als etabliert gelten, sind die Umweltbehörden nur noch zuständig, wenn es um Naturschutzgebiete geht – in allen anderen Fällen obliegt die Bekämpfung dem Haus- und Grundstücksbesitzer Vespa-velutina. In Rheinland-Pfalz beispielsweise werden seit dem 1. August 2025 Beseitigungsmaßnahmen von der Naturschutzverwaltung nur noch bei deutlich erkennbaren negativen Auswirkungen auf die Biodiversität umgesetzt Rlp. Trotzdem leitet die Untere Naturschutzbehörde Sie an geschulte Fachfirmen, Wespen- und Hornissenberater oder Imker weiter, die eine fachgerechte Entfernung übernehmen können.

Tipp aus der Redaktion: Wenn Ihr Bundesland keine zentrale Online-Plattform anbietet oder Sie unsicher sind, wenden Sie sich direkt an die Untere Naturschutzbehörde Ihres Landkreises oder Ihrer kreisfreien Stadt – das ist nach aktueller Rechtslage ohnehin die entscheidende Anlaufstelle für die weitere Vorgehensweise.

Asiatische Hornisse bekämpfen: Was erlaubt ist – und was nicht

Warum Eigeninitiative gefährlich und verboten ist

Selbstständige Bekämpfungsversuche sind strikt zu unterlassen. Sie sind nicht nur lebensgefährlich, sondern verstoßen auch gegen das Pflanzenschutzgesetz. Unselektive Fallen mit Zuckerlösung töten zudem deutlich mehr nützliche Insekten als Hornissen.

Professionelle Nestentfernung durch Fachleute

Geschulte Spezialisten arbeiten mit Schutzanzügen und Teleskoplanzen, mit denen ein zugelassenes Insektizid präzise ins Nest eingebracht wird. Anschließend wird das Nest entfernt und fachgerecht entsorgt. In vielen Bundesländern übernehmen die Unteren Naturschutzbehörden die Kosten – die Regelungen variieren jedoch, ein Vorabanruf bei der Gemeinde lohnt sich.

Vorbeugende Maßnahmen im eigenen Garten

Kontrollieren Sie im April und Mai geschützte Stellen rund um Haus und Gartenhütte auf beginnende Primärnester. Imker können Bienenstöcke mit speziellen Schutzgittern und Selektivfallen sichern, die ausschließlich auf Vespa velutina ausgelegt sind.

Verhalten bei einer Begegnung: So bleiben Sie sicher

Bleiben Sie ruhig, machen Sie keine hektischen Bewegungen, halten Sie mindestens fünf Meter Abstand zu möglichen Nestern. Bei einem Stich kühlen Sie die Stelle und beobachten Sie Schwellung und Atmung. Allergiker sollten ihr Notfallset griffbereit haben und im Zweifel sofort den Notruf 112 wählen.

Ausblick: Wie sich die Lage in Deutschland entwickelt

Forschungsinstitute rechnen damit, dass Vespa velutina bis 2030 in ganz Deutschland flächendeckend etabliert sein wird. Vielversprechend sind Forschungen zu biologischen Bekämpfungsmethoden, etwa mit parasitären Fliegen aus dem Ursprungsgebiet. Bis solche Verfahren marktreif sind, bleibt die aktive Meldung jeder Sichtung durch Bürgerinnen und Bürger das wichtigste Werkzeug.

Fazit

Die Asiatische Hornisse ist gekommen, um zu bleiben – aber wir sind ihr nicht hilflos ausgeliefert. Wer die Merkmale kennt, Nester rechtzeitig erkennt und konsequent meldet, leistet einen echten Beitrag zum Schutz unserer Honigbienen und der heimischen Artenvielfalt. Greifen Sie nicht selbst ein, sondern überlassen Sie die Bekämpfung den Profis. Jede gemeldete Sichtung zählt – für Ihren Garten, für die Imker in Ihrer Region und für die Bestäuber, ohne die unsere Kulturlandschaft nicht funktioniert.

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Häufige Leserfragen zur Asiatischen Hornisse

Wie unterscheide ich die Asiatische Hornisse zweifelsfrei von der heimischen Hornisse?

Achten Sie auf drei klare Merkmale: Die Asiatische Hornisse ist mit 17 bis 32 Millimetern kleiner als die Europäische (bis 35 Millimeter), wirkt insgesamt deutlich dunkler bis fast schwarz und trägt nur ein einziges orangegelbes Band auf dem vierten Hinterleibssegment. Besonders auffällig sind die markant gelben Beinenden, die der heimischen Art fehlen. Die Europäische Hornisse zeigt dagegen das klassische gelb-schwarze Streifenmuster mit rötlich-braunem Brustbereich. Tipp: Machen Sie im Zweifel ein Foto und vergleichen Sie es mit Bildern offizieller Meldeportale, bevor Sie Maßnahmen ergreifen.

Ist die Asiatische Hornisse für Menschen wirklich gefährlich?

Einzelne Tiere bei der Nahrungssuche sind nicht aggressiver als gewöhnliche Wespen. Kritisch wird es ausschließlich im Bereich von etwa fünf Metern rund um das Nest, wo die Hornissen ihr Volk vehement verteidigen. Der Stich ist schmerzhaft, aber nicht giftiger als der einer heimischen Hornisse. Für gesunde Erwachsene besteht keine Lebensgefahr, doch Allergiker, Kinder und Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten besonders vorsichtig sein und ein Notfallset bereithalten.

Was mache ich, wenn ich ein Nest in meinem Garten entdecke?

Halten Sie mindestens fünf Meter Abstand und versuchen Sie keinesfalls, das Nest selbst zu entfernen. Dokumentieren Sie den Fund mit einem Foto aus sicherer Entfernung, notieren Sie den genauen Standort und melden Sie die Sichtung umgehend bei der Unteren Naturschutzbehörde Ihres Landkreises oder über das offizielle Meldeportal Ihres Bundeslandes. Erst nach behördlicher Bestätigung erfolgt die fachgerechte Entfernung durch geschulte Spezialisten.

Darf ich die Asiatische Hornisse selbst bekämpfen?

Nein, die eigenständige Bekämpfung ist verboten und gefährlich. Die Asiatische Hornisse fällt unter die EU-Verordnung 1143/2014, ihre Bekämpfung darf nur durch zertifizierte Fachleute mit zugelassenen Mitteln erfolgen. Zudem besteht Verwechslungsgefahr mit der streng geschützten heimischen Hornisse, deren Tötung mit Bußgeldern bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann. Auch gut gemeinte Lockfallen mit Zuckerlösung sind problematisch, da sie überwiegend Schmetterlinge und andere Bestäuber töten.

Wer übernimmt die Kosten für die professionelle Nestentfernung?

Die Regelungen unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. In Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Teilen Nordrhein-Westfalens übernehmen die Behörden die Kosten meist vollständig. In anderen Regionen tragen Grundstückseigentümer die Ausgaben selbst – diese liegen je nach Aufwand und Höhe des Nests zwischen 150 und 600 Euro. Mein Tipp: Klären Sie vor jeder Beauftragung die Zuständigkeit und Kostenübernahme bei Ihrer Gemeinde oder Unteren Naturschutzbehörde.

Wann und wo sollte ich nach Nestern Ausschau halten?

Die wichtigste Zeit ist das Frühjahr zwischen April und Juni, wenn die Königin Primärnester an geschützten Stellen anlegt. Kontrollieren Sie regelmäßig Carports, Geräteschuppen, Dachvorsprünge, Gartenhütten und überdachte Terrassen. Die faustgroßen Frühnester lassen sich noch unkompliziert entfernen, wenn sie früh entdeckt werden. Sekundärnester in Baumkronen werden oft erst im Oktober nach dem Laubfall sichtbar – dann ist das Volk meist schon weitgehend zerfallen, eine Meldung lohnt sich aber trotzdem für die Erfassung.

Welche Folgen hat die Asiatische Hornisse für meinen Garten?

Direkt spürbar wird der Befall durch eine deutliche Abnahme an Honigbienen, Wildbienen und Hummeln im Garten. Das wirkt sich unmittelbar auf die Bestäubung von Obstbäumen, Beerensträuchern und Gemüsepflanzen aus – die Erträge können um 20 bis 40 Prozent zurückgehen. Auch reife Trauben, Birnen und Pflaumen werden direkt angefressen. Schützen Sie blühende Sträucher in der Nähe von Bienenstöcken und beobachten Sie Ihre Bestäuber genau, um eine Veränderung früh zu bemerken.

Wie kann ich aktiv zum Schutz vor der Asiatischen Hornisse beitragen?

Der wichtigste Beitrag ist die konsequente Meldung jeder Sichtung über offizielle Portale wie das des Bundesamts für Naturschutz oder regionale Apps. Je vollständiger die Datenlage, desto besser können Behörden reagieren und Ausbreitungen eindämmen. Imker können ihre Bienenstöcke mit speziellen Fluglochverengern und Selektivfallen sichern. Garten- und Grundstücksbesitzer sollten im Frühjahr aufmerksam Primärnester suchen, Nachbarn informieren und auf eigenmächtige Bekämpfungsversuche verzichten. Bürgerwissenschaft ist derzeit das wirksamste Werkzeug im Kampf gegen die Invasion.

 

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Jan Oliver Fricke
Als Herausgeber des Online Magazine Haus & Garten ist es mir eine Freude, die Leser über Interessante Themen zu informieren und meine Erfahrungen zu teilen.

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