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Ratgeber Souterrain Wohnung einrichten

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Tipps zur Souterrain Wohnung einrichten

Nicht jedermanns Geldbeutel ist groß genug, um sich die Traumwohnung einfach so leisten zu können. Wohnraum – gerade in den Städten – wird nicht nur immer knapper, sondern vor allem auch teurer. Deshalb wird jeder verfügbare Quadratmeter nach Möglichkeit in Wohnfläche verwandelt und als solche genutzt. Da kann es schon mal passieren, dass das Budget nur für die Miete eines Souterrain oder einer Keller-Wohnung reicht. Perfekt sind diese meistens keineswegs – niedrige Decken und relativ wenig Tageslicht sind nicht unbedingt Wohlfühlkriterien für daheim. Dennoch: richtig und schlau eingerichtet, kann auch die Souterrain-Wohnung genug Charme aufbringen, damit man sich auf zu Hause freut anstatt das Elend nur zu erdulden. Die diplomierte Inneneinrichterin Katharina Semling aus Oldenburg drückt es so aus: “Mit einigem Aufwand ist es möglich, auch aus einer solchen Wohnung ein Schmuckstück zu machen.” Da diese Räume eigentlich als Vorratslager und meistens als Küche konzipiert und gebaut wurden, lassen sie natürlich überflüssigen Komfort wie große Fenster oder gemütliche und warme Fußböden zugunsten ihrer Praxistauglichkeit vermissen. Gemütlichkeit dennoch zu erzeugen bedarf einer cleveren Gestaltung und Einrichtung dieser ehemaligen Wirtschaftsräume.

Dichte Vorhänge sind in der Souterrain-Wohnung ein No-Go

Wenn das Sonnenlicht sowieso schon knapp bemessen ist – wie in einer Souterrain-Wohnung eben – ist es natürlich mehr als kontraproduktiv, dieses noch mehr auszuschließen, in dem man zum Beispiel Büsche vor dem Fenster anpflanzt oder dicke Vorhänge vor das Fenster hängt. Alles Licht auszunutzen ist die oberste Maxime bei der Gestaltung einer Souterrain-Wohnung. Leichte Schals und Plissees kommen in Frage und eventuell lässt sich die Ausbeute an ´Brutto-Sonnenlicht` noch durch einige geschickt platzierte Spiegel erhöhen, die das einfallende Licht reflektieren.

Die richtige Farbwahl der Wände – hell natürlich

Räume, die nicht vom Sonnenlicht verwöhnt werden, auch noch dunkel zu streichen, ist dem Vorhaben durch die Gestaltung für mehr Licht zu sorgen, natürlich nicht dienlich. Dunkle Farben schlucken das Licht anstatt es in den Raum zu reflektieren. Die Innenarchitektin Janin Pröpper aus Hannover rät deshalb dazu nur helle Farben zu verwenden und hier und da mit einigen knalligen Farbaktzenten aufzuwerten. Allerdings können Pastellfarben in einer Souterrain-Wohnung nicht wirklich ihre Eigenschaften entfalten und sehen wegen des mangelnden Sonnenlichts eher dreckig als harmonisch aus.

Gelb mit viel Orange-Anteil – so scheinen die Wände warm von innen

Ein Gelbton wird immer gerne genommen, wenn es darum geht, die Wände zum einen nicht in langweilig Weiß zu halten, aber dennoch für viel reflektiertes Licht zu sorgen. Allerdings sollte man beim Anmischen unbedingt darauf achten, dass das gelb eine ordentliche Portion Orange enthält. Ansonsten wirkt das Gelb kalt und der gewünschte Effekt, für Wärme und Licht in der eher dunklen Souterrain-Wohnung zu sorgen, kehrt sich ins Gegenteil um. Die fenster- und Türrahmen sollten übrigens dann weiß lackiert werden. Das wirkt wie ein Strahlenkranz und harmoniert mit dem warmen Gelbton.

Viele Lichtquellen für ein gemütliches Lichtspiel

Die Wohnexpertin des Dachverbandes der Deutschen Möbelindustrie (VDM) Ursula Geismann rät dazu, nicht nur die Wände und Decken in Souterrain-Wohnungen in hellen, warmen Farben zu halten, sondern dieses Konzept auch auf dem Boden fortzuführen. Ein heller Laminat oder helle Dielen sind dunklen in jedem Fall vorzuziehen. Auch Teppiche in freundlichen Farben können Wunder bewirken, wenn es ums Licht in dunklen Wohnungen geht. Außerdem empfiehlt es sich, viele kleine Lichtquellen an exponierten Stellen aufzustellen, anstatt ein großes Deckenlicht zu verwenden. Dies lässt die meistens eher kleinen Räume größer aussehen und das Spiel von Licht und Schatten zieht die Aufmerksamkeit auf sich.

Auch die Decke ist eine reflektierende Zone und sollte mit in die Lichtgestaltung einbezogen werden

An den Wänden angebrachte Strahler, die nach oben an die Decke gerichtet sind, sorgen dafür, dass die Decken nicht so niedrig erscheinen. So wird visuell Platz nach oben geschaffen und die Decke wird zum Lichtkörper. Zudem werden die Möbel so indirekt beleuchtet. Auch eine Lichtwand als Raumtrenner zu verwenden, schafft Atmosphäre im Souterrain – so könnte man beispielsweise Ess- und Wohnbereich mit einer etwa hüfthohen Rigipswand, welche von innen beleuchtet und mit Stoff überzogen ist, installieren.

Mit ausgesuchten Möbeln räumliche Täuschung schaffen

Da in einer Souterrain-Wohnung eher die vertikale Richtung des Raumes betont wird, gilt es, dies auch geschickt auszunutzen. Man sollte deshalb lieber Möbel verwenden, die entweder schmal und hoch sind und so diese Raumvertikale akzentuieren oder man sollte auf flache Möbel zurückgreifen. Diese wiederum suggerieren durch ihre niedrige Höhe einen großen Abstand zur Decke, was wiederum den Raum größer erscheinen lässt. Allerdings sollte vermieden werden, dass die Möbel einen großen Schatten werfen – ansonsten war ja die Arbeit am Licht vertane Müh.

Freundliche Farben und Muster für die Möbel

Was für die Wände, Decken und Böden gilt, gilt auch für die Farbwahl der Möbel – allzu dunkle Töne sind in der Souterrain-Wohnung kontraproduktiv. Ein schwarzes Ledersofa beispielsweise sieht aus wie ein großer Schatten in einer ansonsten hell ausgeleuchteten Wohnung. Auch bei der Wahl der Polsterbezüge sollte grobe florale oder Zick-Zack-Muster vermieden werden, da diese in kleinen Räumen schnell erschlagend wirken.

Ein kalter Boden – der Fluch der Souterrain-Wohnung

Da die Souterrain-Wohnung im Allgemeinen meistens direkt auf dem Erdreich liegt, ist ein großes Problem mit diesen Wohnungen der oft kalte Fußboden. Eigentlich bietet es sich an, den Boden auszuheben, so eventuell sogar noch etwas mehr Deckenhöhe zu erreichen und eine Fußbodenheizung zu installieren. Allerdings ist dies auch eine Frage des Budgets. In jedem Fall helfen aber dicke Holzdielen und Kork beim effizienten Dämmen von unten.

Sinnvoll lüften – das A und O im Souterrain

Da eine Souterrain-Wohnung auch im Sommer meistens noch angenehm kühl ist, muss man leider mit Schimmel rechnen. Da kalte Luft weniger Feuchtigkeit aufnehmen kann als warme, setzt sich die Feuchtigkeit der warmen Luft von draußen beim Lüften dann in der Wohnung ab. Es bietet sich also an, auch im Sommer die Fenster die meiste Zeit geschlossen zu halten und stattdessen lieber stoßzulüften. Nicht zuletzt rät die Inneneinrichterin Katharina Semling noch dazu, dass man sich an den Fenstern und der Haustüre sichere Schlösser installieren lässt – schließlich sind Souterrain-Wohnungen, da sie auf Straßenhöhe liegen, ein beliebtes Einbruchsziel.

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Jan Oliver Frickehttps://www.ratgeber-haus-garten.com
Als Herausgeber des Online Magazine Haus & Garten ist es mir eine Freude, die Leser über Interessante Themen zu informieren und meine Erfahrungen zu teilen.

Letzte Aktualisierung am 18.11.2019 um 05:00 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API