
Maiwetter lässt Blattläuse explodieren: Warum die „Spüli-Rapsöl-Waffe” jede Chemiekeule schlägt – mit exaktem Rezept
Wenn der Garten über Nacht zur Blattlaus-Hochburg wird
Es ist ein milder Maimorgen. Die Sonne steht noch tief, der Tau glitzert auf dem Rasen, und Sie treten mit der ersten Tasse Kaffee auf die Terrasse – um sofort innezuhalten. Die Triebspitzen Ihrer Lieblingsrose sind eingerollt, die Knospen kleben förmlich aneinander, und auf den Gartenmöbeln tropft ein klebriger Film, der sich gestern Abend definitiv noch nicht dort befand. Ein genauerer Blick bestätigt den Verdacht: Über Nacht hat sich eine Blattlaus-Kolonie auf Ihren Pflanzen breitgemacht, die in wenigen Tagen Triebspitzen, Knospen und ganze Sträucher ruinieren kann.
Was vielen Hobbygärtnern in diesem Moment durch den Kopf schießt – schnell zur chemischen Keule greifen –, ist die schlechteste aller möglichen Reaktionen. Denn der Garten hat einen weitaus eleganteren, billigeren und vor allem ökologischeren Weg parat. Er befindet sich nicht im Gartencenter, sondern in Ihrer Küche.

Warum die Blattlaus-Invasion gerade jetzt explodiert
Die Vermehrungsstrategie der Blattlaus gehört zu den effizientesten im gesamten Tierreich. Sobald die Nachttemperaturen verlässlich über zehn Grad bleiben – also klassischerweise ab Anfang bis Mitte Mai – legen die Tiere einen Gang zu, der jeden Biologen ins Staunen versetzt. Blattläuse pflanzen sich im Frühjahr und Sommer ohne Männchen fort, ein Phänomen, das Fachleute als Parthenogenese oder Jungfernzeugung bezeichnen.
Lebendgebärend und in Tagen geschlechtsreif
Anders als die meisten Insekten legen Blattläuse in dieser Phase keine Eier, sondern bringen ihre Nachkommen lebend zur Welt. Eine einzige Laus produziert in ihrem etwa dreiwöchigen Leben zwischen 50 und 100 Tochterläuse – und diese sind bereits nach sieben bis zehn Tagen selbst fortpflanzungsfähig. Theoretisch könnte eine einzige Blattlaus unter idealen Bedingungen in einer Saison eine Population von mehreren Milliarden Nachkommen begründen. Genau diese exponentielle Vermehrung erklärt, warum Sie heute eine Handvoll Tiere sehen und übermorgen einen schwarzen oder grünen Belag auf den Trieben.
Was ist die Blattlaus eigentlich – und warum ist sie so gefährlich?
In deutschen Gärten treten vor allem vier Arten regelmäßig in Erscheinung. Die Grüne Pfirsichblattlaus überträgt über 100 verschiedene Pflanzenviren und befällt nahezu jede Kulturpflanze. Die Schwarze Bohnenlaus stürzt sich auf Stangenbohnen, Kapuzinerkresse und Holunder. Die Rosenblattlaus ist der Albtraum jedes Rosenliebhabers, während die Mehlige Kohlblattlaus mit ihrem weißen Wachsfilm Kohlpflanzen schwächt.
Der gefürchtete Rußtau und die Ameisen-Symbiose
Blattläuse saugen den zuckerhaltigen Pflanzensaft aus den Leitbahnen und scheiden den Überschuss als Honigtau wieder aus. Dieser klebrige Belag ist nicht nur ärgerlich, sondern auch der ideale Nährboden für Rußtaupilze, die das Blattwerk schwarz überziehen und die Photosynthese drastisch reduzieren. Hinzu kommt: Ameisen entdecken den Honigtau als wertvolle Nahrungsquelle, „melken” die Blattläuse regelrecht und verteidigen sie sogar aktiv gegen Fressfeinde wie Marienkäfer. Wer also Ameisenstraßen auf seinen Pflanzen entdeckt, hat fast immer auch ein Blattlausproblem.
Warum Chemie jetzt der falsche Weg ist
Synthetische Insektizide wirken auf den ersten Blick verlockend. Eine Spritzung, das Problem ist verschwunden – so der Werbeversprechen-Reflex. Die Realität sieht anders aus. Chemische Mittel töten nicht nur Blattläuse, sondern auch deren natürliche Gegenspieler. Marienkäfer, Florfliegen, Schlupfwespen, Schwebfliegen und nicht zuletzt Bienen geraten zwischen die Fronten eines Krieges, in dem sie eigentlich die Verbündeten sind.
Hinzu kommen Rückstände auf essbaren Pflanzenteilen, ein wachsendes Problem mit Resistenzbildung und nicht zuletzt die paradoxe Konsequenz, dass nach einer Chemiebehandlung der Schädling oft schneller zurückkehrt als seine Fressfeinde. Das Ergebnis: Im nächsten Jahr ist das Problem noch größer.

Die „Spüli-Rapsöl-Waffe”: Das geheime Mischungsverhältnis
Genau hier kommt das Hausmittel ins Spiel, das in der Profi-Gärtnerei seit Jahrzehnten kursiert. Das Rezept ist denkbar simpel: ein Liter lauwarmes Wasser, ein Esslöffel reines Rapsöl und ein Teelöffel parfümfreies Spülmittel, idealerweise ein Bio-Spülmittel ohne Duftstoffe und Farbstoffe. Alle Zutaten in einer sauberen Sprühflasche kräftig schütteln, bis eine gleichmäßige Emulsion entsteht – und fertig ist die nützlingsfreundliche Blattlaus-Bremse.
Warum die Mischung so präzise wirkt
Die Wirkungsweise ist genial einfach. Das feine Rapsöl legt sich als hauchdünner Film über die Blattläuse und verstopft ihre seitlichen Atemöffnungen, die sogenannten Stigmen. Die Tiere ersticken innerhalb weniger Minuten. Damit das Öl überhaupt am wachsbeschichteten Insektenkörper haften bleibt, dient das Spülmittel als Emulgator – es löst die wasserabweisende Wachsschicht der Laus auf und sorgt für die perfekte Benetzung. Für Marienkäfer und andere Nützlinge ist die Mischung hingegen weitgehend unbedenklich, da diese Tiere deutlich größer sind, sich aktiv bewegen und nicht permanent von der Flüssigkeit umhüllt werden.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Anwendung
Eine handelsübliche Drucksprühflasche mit feinem Sprühnebel reicht völlig aus. Behandelt wird ausschließlich in den kühlen Tagesrandzeiten – früh morgens oder am späten Abend. Direkte Sonneneinstrahlung kombiniert mit Öl auf dem Blatt führt zu Verbrennungen, die wie helle Flecken oder welke Stellen aussehen.
Sprühen Sie großzügig, aber gezielt: Triebspitzen, Knospen und vor allem die Blattunterseiten, wo sich die meisten Läuse versammeln. Wiederholen Sie die Behandlung im Abstand von drei Tagen, bis kein lebender Schädling mehr zu finden ist – meist sind zwei bis drei Anwendungen ausreichend. Vorsicht ist bei behaarten oder besonders empfindlichen Pflanzen wie Farnen, Rosmarin oder bestimmten Zierblättern geboten, hier sollte zunächst ein kleiner Probebereich getestet werden.

Nützlinge im Garten: Diese Helfer arbeiten gratis für Sie
Wer einen Garten ökologisch führt, hat Verbündete, die kein Gehalt verlangen. Eine einzige Marienkäferlarve frisst in ihrem kurzen Leben bis zu 800 Blattläuse, Florfliegenlarven schaffen 500 Stück, und Schlupfwespen parasitieren ganze Kolonien. Ohrwürmer, Schwebfliegen und Meisen ergänzen das natürliche Bekämpfungs-Team perfekt.
Damit diese Helfer im Garten ankommen, brauchen sie Lebensraum: Wildblumenecken, einen Komposthaufen, Totholz, ein Insektenhotel und vor allem den konsequenten Verzicht auf Pestizide. Die Spüli-Rapsöl-Mischung hält dieses sensible Gleichgewicht stabil – sie wirkt nur dort, wo sie direkt aufgesprüht wird.
Vorbeugung: So verhindern Sie die nächste Invasion
Pflanzen, die richtig stehen und ausgewogen ernährt sind, werden seltener befallen. Eine Stickstoffüberdüngung – häufig durch zu viel Hornspäne oder Blaukorn verursacht – treibt weiche, saftige Triebe, die für Blattläuse das reinste Schlaraffenland darstellen. Setzen Sie stattdessen auf Mischkulturen: Lavendel, Bohnenkraut, Knoblauch oder Kapuzinerkresse zwischen den Rosen oder Gemüsereihen schrecken viele Schädlinge ab oder lenken sie um.
Pflanzenstärkungsmittel selbst herstellen
Brennnesseljauche und Schachtelhalmbrühe stärken die Zellwände der Pflanzen und machen sie für Blattläuse weniger attraktiv. Zwei Wochen angesetzte Brennnesseln, verdünnt im Verhältnis 1:10 mit Wasser, einmal wöchentlich über die Pflanzen gegossen, wirken Wunder – sie wirken zugleich düngend und stärkend.
Häufige Fehler bei der Bekämpfung – und wie Sie sie vermeiden
Die häufigste Sünde: zu viel Spülmittel. Wer aus „mehr hilft mehr” einen Esslöffel statt einen Teelöffel nimmt, riskiert Verbrennungen am Laub. Ebenfalls ein Klassiker: parfümierte Spülmittel mit Farbstoffen, deren Zusätze empfindliche Pflanzen schädigen. Auch wer nur einmal sprüht, hat verloren – die nachschlüpfenden Jungläuse müssen mit einer zweiten und dritten Anwendung erwischt werden. Und schließlich: Wer die Blattunterseiten vergisst, lässt die Hauptpopulation unbeeindruckt zurück.
Wann das Hausmittel an seine Grenzen stößt
Bei extremem Massenbefall, bei Pflanzen unter Glas in Gewächshäusern oder Wintergärten und bei verwandten Schädlingen wie Woll- oder Schildläusen reicht die Spüli-Rapsöl-Mischung allein oft nicht aus. Hier helfen biologische Alternativen aus dem Fachhandel: Neem-Öl wirkt systemisch, Kaliseife ist eine bewährte Steigerungsform der Spülmittellösung, und der gezielte Einsatz von Marienkäferlarven oder Schlupfwespen liefert im Gewächshaus oft die saubersten Ergebnisse.
Der Garten dankt – ganz ohne Chemie
Die Blattlaus-Invasion im Mai ist kein Schicksal, sondern eine natürliche Begleiterscheinung des Frühlings, die sich mit einfachen, ökologischen Mitteln souverän in den Griff bekommen lässt. Drei Zutaten aus der Küche, etwas Konsequenz bei der Anwendung und ein offener Blick für die unbezahlten Helfer im Garten genügen, um Rosen, Gemüsebeete und Obstgehölze gesund durch die Saison zu bringen.
Wer langfristig auf Mischkulturen, gesunde Böden und Nützlinge setzt, wird feststellen, dass sich das Gleichgewicht von Jahr zu Jahr stabilisiert. Der Garten dankt es mit weniger Schädlingsdruck, mehr Vielfalt – und einem guten Gefühl bei jeder Tasse Kaffee auf der Terrasse.
Folgende Produkte könnten interessant für Sie sein
Drucksprühflasche für den Garten
Eine hochwertige Drucksprühflasche ist das wichtigste Werkzeug für die gleichmäßige Verteilung der Spüli-Rapsöl-Mischung. Achten Sie auf ein Fassungsvermögen von mindestens einem Liter, eine verstellbare Düse für feinen Sprühnebel und einen ergonomischen Pumpgriff. Modelle mit Messskala erleichtern das exakte Anmischen erheblich. Profi-Tipp: Reservieren Sie eine Sprühflasche ausschließlich für pflanzenschonende Mittel und beschriften Sie sie – so vermeiden Sie Verunreinigungen mit Düngerresten oder anderen Substanzen.
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Bio-Spülmittel ohne Duftstoffe
Ein parfümfreies, ökologisches Spülmittel ist die zentrale Zutat der Mischung. Es enthält keine synthetischen Duftstoffe, Farbstoffe oder optischen Aufheller, die empfindliche Pflanzenblätter verbrennen könnten. Achten Sie auf Produkte mit dem EU-Bio-Siegel oder dem Ecocert-Zertifikat. Diese Spülmittel sind vollständig biologisch abbaubar und schonen sowohl Pflanzen als auch das Bodenleben.
- Hinweise für Allergiker*innen: Rein pflanzliche Tenside, Volldeklaration aller Inhaltsstoffe, ohne petrochemische...
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Kaltgepresstes Rapsöl
Reines, kaltgepresstes Rapsöl wirkt durch seine feine Molekularstruktur besonders gut gegen Blattläuse. Es bildet einen hauchdünnen Film auf den Schädlingen, ohne die Pflanzenoberfläche dauerhaft zu belasten. Verwenden Sie kein raffiniertes Speiseöl mit Zusätzen, sondern reines Bio-Rapsöl in Lebensmittelqualität. Ein kleines Fläschchen reicht für viele Anwendungen, da pro Liter Mischung nur ein Esslöffel benötigt wird.
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Kaliseife für den Pflanzenschutz
Kaliseife – auch Schmierseife genannt – ist die professionelle Steigerungsform des Hausmittels und wird auch im ökologischen Erwerbsgartenbau eingesetzt. Sie wirkt zuverlässig gegen Blattläuse, Spinnmilben und Wollläuse und ist vollständig biologisch abbaubar. Besonders praktisch bei hartnäckigem Befall oder im Gewächshaus, wo die einfache Spülmittel-Mischung an ihre Grenzen stößt.
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Neem-Öl Konzentrat
Neem-Öl, gewonnen aus den Samen des indischen Niembaums, wirkt systemisch und erreicht auch versteckte Schädlinge, die mit Kontaktmitteln schwer zu treffen sind. Es stört den Hormonhaushalt der Blattläuse und verhindert deren Häutung sowie Fortpflanzung. Besonders empfehlenswert bei Massenbefall oder im geschützten Anbau unter Glas. Wichtig ist eine korrekte Verdünnung nach Herstellerangaben.
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Insektenhotel für Nützlinge
Ein hochwertiges Insektenhotel bietet Marienkäfern, Florfliegen, Wildbienen und Ohrwürmern einen wertvollen Lebensraum direkt in Ihrem Garten. Diese natürlichen Blattlaus-Gegenspieler arbeiten zuverlässig und kostenlos, sobald sie sich angesiedelt haben. Achten Sie auf naturbelassenes Hartholz, unterschiedlich große Bohrungen und einen geschützten, sonnigen Aufhängeort an einer Süd- oder Südostwand.
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Marienkäferlarven zur biologischen Bekämpfung
Für akuten Befall – besonders im Gewächshaus oder Wintergarten – sind lebende Marienkäferlarven die effektivste biologische Lösung. Eine einzige Larve vertilgt in ihrem Entwicklungsstadium bis zu 800 Blattläuse. Die Larven werden in temperaturgesicherten Versandboxen geliefert und direkt auf den befallenen Pflanzen ausgesetzt. Eine umweltfreundliche Sofortmaßnahme, die langfristig keine Spuren hinterlässt.
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Brennnessel-Pflanzenstärkungsmittel
Fertige Brennnesseljauche oder Brennnessel-Extrakt aus dem Fachhandel ist die zeitsparende Alternative zum Selbstansatz und besonders praktisch für kleinere Gärten oder Balkonpflanzen. Das Konzentrat stärkt die Zellwände der Pflanzen, fördert ein gesundes Wachstum und macht die Triebe für Blattläuse weniger attraktiv. Regelmäßig im Verhältnis 1:10 verdünnt gegossen oder gesprüht, wirkt es zugleich düngend und vorbeugend gegen Schädlinge.
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Häufige Leserfragen rund um die Blattlaus-Bekämpfung
Wie schnell wirkt die Spüli-Rapsöl-Mischung gegen Blattläuse?
Die ersten Läuse sterben bereits innerhalb von wenigen Minuten nach dem Besprühen, da das Öl ihre Atemöffnungen sofort verschließt. Sichtbar wird der Erfolg meist nach zwei bis drei Stunden – die Tiere fallen ab oder vertrocknen auf den Blättern. Für ein vollständiges Ergebnis sollten Sie die Behandlung allerdings nach drei Tagen wiederholen, da nachschlüpfende Junglarven beim ersten Durchgang oft noch nicht erfasst werden. Profi-Tipp: Streifen Sie die toten Tiere am Folgetag vorsichtig mit einem feuchten Tuch ab, das beugt Pilzbefall vor.
Kann ich jedes Spülmittel für die Mischung verwenden?
Nein, das ist ein häufiger Fehler. Verwenden Sie ausschließlich parfümfreie, farbstofflose Spülmittel, idealerweise ein Bio-Spülmittel aus dem Reformhaus oder dem Naturkostladen. Konventionelle Spülmittel enthalten Duftstoffe, optische Aufheller und Konservierungsmittel, die empfindliche Blätter verbrennen oder das Bodenleben schädigen können. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu reiner Schmierseife oder Kaliseife – beide sind in der Anwendung noch verträglicher und werden auch im ökologischen Erwerbsgartenbau eingesetzt.
Ist die Mischung für Bienen und andere Nützlinge wirklich ungefährlich?
Die Spüli-Rapsöl-Mischung wirkt rein mechanisch und nur dort, wo sie direkt auftrifft. Bienen, Marienkäfer und Florfliegen werden nicht gezielt getroffen, da sie sich aktiv bewegen und nicht an den befallenen Pflanzenteilen festsitzen wie Blattläuse. Trotzdem gilt: Sprühen Sie niemals während des Bienenflugs oder auf blühende Pflanzen, an denen aktiv Bestäuber arbeiten. Die frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang oder der späte Abend sind ideal, weil dann fast keine Bestäuberaktivität herrscht.
Welche Pflanzen vertragen die Mischung nicht?
Empfindlich reagieren behaarte, ledrige oder stark bewachste Pflanzen. Dazu zählen Farne, junge Tomatenpflanzen, frisch ausgetriebene Rosen, Rosmarin, Salbei und manche Zimmerpflanzen wie Begonien oder Saintpaulien. Testen Sie hier zunächst an einem unauffälligen Blatt und beobachten Sie 24 Stunden. Treten keine braunen Flecken auf, ist die Pflanze unbedenklich. Bei sehr empfindlichen Arten reduzieren Sie die Spülmittelmenge auf einen halben Teelöffel pro Liter Wasser.
Wie oft darf ich die Behandlung wiederholen?
Drei bis maximal fünf Anwendungen pro Befallszyklus im Abstand von jeweils drei Tagen sind sinnvoll. Häufigere Behandlungen belasten die Wachsschicht der Blätter, die als natürlicher Verdunstungsschutz dient. Wenn nach der dritten Anwendung immer noch deutlich Läuse zu sehen sind, sollten Sie die Ursache prüfen: Oft sind eine Stickstoffüberdüngung, ein ungünstiger Standort oder Ameisenstraßen, die Läuse aktiv hochtragen, das eigentliche Problem.
Muss ich essbares Obst und Gemüse nach der Behandlung waschen?
Ja, unbedingt – auch wenn die Inhaltsstoffe unbedenklich sind, hinterlässt der Ölfilm einen leicht seifigen Geschmack. Spülen Sie behandeltes Obst und Gemüse vor dem Verzehr gründlich mit klarem Wasser ab. Ein großer Vorteil gegenüber chemischen Mitteln: Es gibt keine Wartezeit zwischen Behandlung und Ernte. Sie können bereits am nächsten Tag ernten, sobald die Pflanze gespült wurde.
Warum kommen die Blattläuse trotz Behandlung immer wieder?
Wiederkehrender Befall hat fast immer eine tiefere Ursache. Die häufigsten Auslöser sind Stickstoffüberdüngung, die weiche, saftige Triebe produziert, sowie Ameisenkolonien, die Blattläuse aktiv auf die Pflanzen tragen und verteidigen. Auch ein zu enger Pflanzabstand mit schlechter Luftzirkulation oder fehlende Nützlinge im Garten begünstigen Neubefall. Setzen Sie auf eine zurückhaltende Düngung mit organischen Düngern, fördern Sie Marienkäfer durch Insektenhotels und schneiden Sie befallene Triebspitzen großzügig zurück – das bricht den Vermehrungszyklus nachhaltig.
Was tun, wenn der Befall im Gewächshaus außer Kontrolle gerät?
Im geschlossenen Gewächshaus fehlt der natürliche Wind und damit die Verbreitung der Nützlinge. Hier stößt die Spüli-Rapsöl-Mischung schnell an ihre Grenzen. Greifen Sie in diesem Fall auf den gezielten Einsatz von Nützlingen aus dem Fachhandel zurück: Marienkäferlarven, Florfliegenlarven oder Schlupfwespen lassen sich bestellen und gezielt ausbringen. Eine einzige Florfliegenlarve frisst bis zu 500 Blattläuse, und im geschützten Gewächshausklima vermehren sich die Helfer hervorragend. Ergänzend wirkt Neem-Öl als systemisches Mittel, das auch versteckte Läuse erreicht.
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