Einrichtungstrend – Amerikanische Fashion Stores

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Einrichtungstrend – Amerikanische Fashion Stores

Aufwändiger, größer, luxuriöser – für das Interior Design nordamerikanischer Fashion Stores scheinen das keine Maßstäbe mehr zu sein. Statt Superlativen hinterherzujagen, besinnen sich mehr und mehr Designer auf das Wesentliche. In Modeläden von Kalifornien bis Kanada steht die Reduktion im Vordergrund und lässt den Kollektionen Raum zum Wirken.

Mit seiner vielfältigen Modeszene ist Nordamerika ein beliebtes Reiseziel für Modebegeisterte aus aller Welt. Events wie die New York Fashion Week setzen internationale Trends und zählen damit zu den wichtigsten Veranstaltungen ihrer Art. Auch die zahlreichen Flagship Stores und Boutiquen namhafter internationaler Modelabel und unabhängiger Designer in New York, Los Angeles oder Vancouver lassen das Herz modebewusster Weltenbummler höher schlagen.

Was auf den Laufstegen in New York und anderswo präsentiert wird, findet seine Fortsetzung im aktuellen Design amerikanischer Fashion Stores. Denn Modemarken brauchen eine Persönlichkeit und müssen ihren Kunden auch beim Einkaufen einen Mehrwert bieten. Die Zeiten der aufwändigen Inszenierungen scheinen allerdings vorbei zu sein. Statt auf Luxus und Opulenz setzen Fashionlabel heute eher auf Zurückhaltung und Understatement. Zu den bestimmenden aktuellen Trends bei der Geschäfts-Ausstattung gehört daher ein betonter Minimalismus.

Jüngstes Beispiel dieser Entwicklung ist das Interieur des neuen Flagship Stores von Givenchy in New York: Chefdesigner Riccardo Tisci setzte mit der Rückkehr des High-Fashionlabels in die Modemetropole ein klares Zeichen. Auf insgesamt 400 Quadratmetern lädt das reduzierte Ambiente in Schwarz-Weiß zum Sehen und gesehen werden ein. Verspiegelte und lackierte Oberflächen setzen Akzente im unaufdringlichen Design und vermitteln zugleich ein Bild von zurückhaltendem Luxus.

Auch bewährte Materialien des Minimalismus in Design und Architektur erfahren im Zuge des aktuellen Trends eine neue Wertschätzung: So unterstreichen Sichtbeton-Wände im neuen Shop der Streetwear-Marke Likelihood in Seattle die rustikale Attitüde des Labels. Neonröhren und Wandverkleidungen aus Holzlatten sorgen ebenfalls für einen authentischen Eindruck. Der vom britischen Star-Architekten David Chipperfield gestaltete Flagship Store von Valentino in New York wird dagegen von grauem Terrazzo dominiert. Dessen geschliffene Oberflächen verleihen dem ansonsten nur mit den aktuellen Kollektionen ausgestatteten Shop an der Fifth Avenue eine beeindruckend kultivierte Atmosphäre.

In der schnelllebigen Modewelt mit ihren häufig wechselnden Trends vermitteln zurückhaltende Shop-Konzepte ein Gefühl von Beständigkeit – und das auch in so genannten Pop-up-Stores, die nur für eine begrenzte Zeit bestehen. Im aktuellen Pop-up-Store der skandinavischen H&M-Tochter COS in Los Angeles zeigt sich der neue Hang zum „Weniger ist mehr“ unter anderem im begrenzten Farbspektrum. Der gesamte Laden wird von den reduzierten, pastelligen Farbtönen der Kollektionen geprägt. Als Raumteiler und Hingucker im ansonsten puristischen Interieur dienen Design-Stelen aus Stahl mit ausgesparten Silhouetten von Kleidungsstücken. Mit diesem Konzept ist es den Kreativen des New Yorker Studios „Snarkitecture“ gelungen, die klare Linie der COS-Mode in ein ebenso klares wie stylishes Ambiente zu übertragen.