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Bauwissen Kinetik in der Architektur

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Bauwissen Kinetik in der Architektur

Unter dem Begriff kinetische Architektur versteht man eine Architektur, die durch bewegliche konstruierte Elemente veränderbar wird und sich somit für ihren Benutzer verwandeln kann. Ein Haus, ein Raum, ein Gegenstand, der gleichzeitig verschiedenen, gegensätzlichen Ansprüchen gerecht werden kann, weil er seinem Benutzer die Möglichkeit gibt, ihn je nach Bedarf zu verändern.

Diese Definition klingt futuristisch, im Wesentlichen wird damit aber eines der Grundbedürfnisse des Lebens aufgegriffen, die flexible Anpassung an die Umgebung. Nimmt man beispielsweise die eigenen vier Wände. Per Definition ist das eigene Haus ein selbst bestimmter, oft selbst errichteter Unterschlupf, der vor allem Sicherheit vor der Umgebung bieten soll. Seit der Mensch nicht mehr im Freien lebt, wird diese Eigenschaft vor allem der eigenen Behausung zugeschrieben. Im Wechsel der Jahres- und der Tageszeit verschwimmt diese “Eigenschaft” aber, weil die eigenen vier Wände eben nicht nur den Schutz vor der “Wildnis” bieten sollen, sondern eben beispielsweise auch Komfort, Raum für Entfaltung, Luft zum Leben etc.

Ähnlich einer Blüte, die sich je nach “Sonnenangebot” öffnet oder schließt, bietet ein Haus mit kinetischen Elementen die Möglichkeit, flexibel diese Ansprüche zu erfüllen. Durch faltbare Seitenwände kann es im “Urzustand” tatsächlich die schützende, abschottende Wirkung der eigenen Behausung erfüllen. Besteht Bedarf oder lässt es das Wetter zu, können eben diese Trennwände flexibel bewegt und geöffnet werden und fungieren im ausgeklappten Zustand als zusätzliche Terrassenfläche. Die tragende Funktion der vierten Hauswand erhält das Haus in seiner Gesamtstruktur und die komplette Vorderfront wird durch die Bewegung der Seitenwände aufgebrochen. Diese Beweglichkeit ist für jede Wand einzeln gegeben, so dass der Bewohner hier äußerst flexibel mit diesem Merkmal spielen kann und verschiedene Eindrücke erzeugen kann. Bei geöffneten Wänden bietet sich dem Bewohner ein erheblich größerer, luftiger Raum, er befindet sich aber trotzdem noch innerhalb seiner eigenen vier Wände.

Ein ähnliches Prinzip ist bereits aus dem fernöstlichen Baustil überliefert, wo die Innenarchitektur auf streng geometrische Grundformen reduziert wird. Räume werden oftmals durch bewegliche Wände voneinander getrennt und können durch das Verschieben dieser Trennwände beliebig neu gruppiert oder vergrößert werden.

Eine weitere Möglichkeit, mittels kinetischer Architektur Veränderungen zu erzeugen, ist die Verwendung drehbarer Wandelemente. Diese Methode findet bereits seit Längerem Anwendung bei Drehfenstern, die Ausweitung auf ganze Wandelemente ist also nur die konsequente Fortführung. Drehbare Fassadenelemente öffnen oder schließen einen Raum je nach Bedarf. Verwendet man dieses Prinzip bei verglasten Außenwänden, so erzeugt man einen einmaligen, dynamischen Industrielook. Der Betrachter erkennt erst bei der Verwendung, welcher Aufwand an Technik eigentlich betrieben werden muss, um die scheinbar leicht wirkenden “Fenster” tatsächlich als ganze Wand zu öffnen. Eine Weiterentwicklung dieser Bauweise ist die Verwendung von undurchsichtigen Materialien.

Kinetische Architektur manifestiert sich auch in der Verwendung von Geräten und Apparaten bei der Inneneinrichtung. Speziell bei der Innengestaltung kann durch das gezielte Unterbringen von bewegten Apparaten oder Gerätschaften ein dynamischer Eindruck erweckt werden. So reduziert man die wesentlichen Elemente auf ihr “Stahlskelett” und kann durch die Verbindung mit beweglichen Teilen wie Zahnrädern, Flaschenzügen i.a. den Eindruck einer Dynamik erzeugen. Besonders eindrucksvoll wird dieses Prinzip, wenn eigentlich einfache Vorgänge überdimensional gestaltet werden. Wird beispielsweise ein Fenster unter Zuhilfenahme einer komplizierten mechanischen Apparatur geöffnet, so setzt diese auch im Ruhezustand einen besonderen Akzent im Raum.

Eine beeindruckende Variante kinetischer Architektur zeigt sich bei der Fassadengestaltung mit Hangar- bzw. Industrietoren. Diese ganz- oder teilweise zu öffnenden, großflächigen Tore bieten dem Gestalter vielfältige Möglichkeiten, den dahinter liegenden Raum zu verwalten. Im geschlossenen Zustand stellt der Raum eine Einheit für sich dar, mit dem gewünschten Schutz vor äußeren Einflüssen, aber trotzdem hell und lichtdurchflutet. Im geöffneten Zustand erschließt sich dem Bewohner ein Gefühl der Freiheit, da das geöffnete “Tor” den Raum in eine Veranda verwandelt, ohne dass der Bewohner seinen Standpunkt wechseln muss. Gleichzeitig bleiben die Distanzen zur Wohnung und die “Versorgungswege” gleich.

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Jan Oliver Frickehttps://www.ratgeber-haus-garten.com
Als Herausgeber des Online Magazine Haus & Garten ist es mir eine Freude, die Leser über Interessante Themen zu informieren und meine Erfahrungen zu teilen.

Letzte Aktualisierung am 27.11.2020 um 19:30 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API