Alternative zum Sofa

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Alternative zum Sofa

Sofalandschaften waren gestern! Heute erobern die kleinen Möbel das Wohnzimmer und das mit Geschmack. Aber wie kam es zu dieser Trendwende? Und wieso ist die Vergangenheit des 18. Jahrhunderts die Zukunft von heute?

Récamiere, Chaiselongue oder Daybed – Begriffe, die anfangs stutzig machen, aber bald überall im Munde sein werden. Anfänglich sehen sie wie aufgemotzte und doch stylische Gartenliegen aus oder wie die Vorgänger der Coach, auf denen adlige Damen zur damaligen Zeit sich ausruhten oder einfach schön aussehen wollten. Immer mehr solche Objekte kommen zum Vorschein, mit dem Hauptmerkmal Platz und Bequemlichkeit für eine Person zu bieten, zum sitzen, ausstrecken oder hinlegen. Sehr faszinierend dabei ist, dass diese neuartigen Möbel drei typische Voraussetzungen des Menschen erfüllen und zugleich in das Entwicklungsschema hineinpasst:

  1. Gefragt sind kleinere Möbel

Immer mehr ziehen vom Land in die Stadt, wo die Mieten in die Höhe springen und deswegen gezwungen wird in kleinere Wohnungen zu ziehen. Kleine Möbel werden hier gebraucht, sagt vom Verband der deutschen Möbelindustrie Ursula Geismann. Zusätzlich kommen die steigenden Single-Haushalte hinzu. Durchschnittlich liegt der Platz pro Person bei 43qm. Dort eine Sofalandschaft unterzubringen scheint irrsinnig. Aus diesem Grund sind kleinere Optionen bequemer und platzsparender.

Zudem sieht Geismann eine Chance in den kleineren Möbel, die Ansicht des Raumes zu verändern. Nicht nur in kleinen Wohnungen, sondern auch in größeren oder Häusern. So sagt sie, dass man flexibler sein kann in der Gestaltung in offen gestalteten Grundrisse von Neubauten. Das liegt daran, dass die kleinen Möbel leichter und somit einfacher zu verrücken und umzusetzen sind, wodurch eine neue Ansicht entsteht. Geismann weist darauf hin, dass meist eine bis zu sieben qm große Sofalandschaft nicht immer hineinpasst und die meisten Stadtmenschen gehen mit dem Trend, was bedeutet, dass sie sich keine zehn Jahre an ein- und derselben Ansicht halten wollen.

  1. Sehr beliebt: alte Designs

In der Produktion von Möbeln gibt es einen klaren Rückgriff zu alten Designs. Designer legen wieder wert auf alte Formen und lassen diese wiedererwecken sowie auch Vorgänger des Sofas wieder auftauchen. Wie zum Beispiel die Chaiselongue, die aus dem 18. Jahrhundert stammt und im englischen Sprachraum als Longchair bekannt war. Bei uns hingegen ist dies als Römersofa bekannt, heißt jedoch übersetzt “langer Stuhl”. Es handelt sich dabei um ein antikes Stück, wo vermutlich sogar ein Kaiser des Römischen Reichs einst lag, ausruhte oder sich bedienen ließ.

Kurz gefasst, handelt es sich dabei um einen Sessel/Stuhl der als Liege fungiert. Gabriela Kaiser (Trendanalystin) ist sich sicher, dass solche Sitzmöglichkeiten in allen guten Haushalten standen. So wie damals als auch heute sind dessen Formen hochinteressant. Ähnlich und doch anders, ist neben der Chaiselounge die sogenannte Récamiere, die mit zwei Armlehnen ausgestattet ist, die hochgeschwungen sind, jedoch keine Rückenlehne besitzt.

Allerdings stellt sich bei all der Antik, die berechtigte Frage, ob es nicht auch neues gibt. Kaiser bejaht dies, allerdings dank der Antik. Die Designer greifen auf Altbewerten, was mit den eigenen modernen Ideen kombiniert wird, wodurch eine neue interessante Variante entsteht.

Gefragt sind Möbel für Schmuseecken

Die Einrichtung ist derzeit bei vielen Leuten im Fokus. Zum einen wegen der Repräsentation, was den Gästen sprichwörtlich sagt, was für ein Mensch man in Wahrheit ist. Zum anderen wollen die Menschen sich selbst wohlfühlen und einen Ort schaffen, wo man sich einfach hinsetzen, ausruhen oder kuschelnd einnisten kann. Hauptsache weg von Stress und Alltag. Anfang des Jahres, sprach man sogar auf der IMM (internationalen Möbelmesse) in Köln von der sogenannten “neuen deutschen Gemütlichkeit”.

Kaiser erklärt hierbei, dass die Alternativen zu dem Sofa eine wichtige Rolle einnehmen, da sie nicht als Ersatz sondern vielmehr als Ergänzung von größeren Möbeln dienen könnten. Beispielsweise für Menschen, die über viel Platz verfügen, könnten diese Varianten als “Ausruhecke” oder Leseplatz nutzen. Ganz einfach, als ein privater kleiner Platz, wo man sich alleine zurückziehen kann.

Expertin Semling sieht dies eher gesellschaftlicher. Während man am Esstisch in der Runde eher steif sitzt, könnten solche Sitze eher für eine “bequeme Runde” dienen mit Freunden oder Verwandten.

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